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Internationaler Frauentag 2003 (3): Dokumente von Frauen
Internationaler Frauentag
Michaela Hafner (Redaktion) am  7. März 2003

Wer kennt sie nicht: Die "Wienerin", "Woman", "Brigitte". Abseits von Mainstream-Frauenzeitschriften gibt es nicht nur die deutsche "Emma" - auch in Österreich gibt es einige feministische Publikationen, die nicht nur am 8. März zu empfehlen sind.

Die Neue Frauenbewegung wurde seit ihren Anfängen von autonomen Frauenzeitschriften begleitet. Diese (in Inhalt, Form und Zielgruppe) teilweise unterschiedlichen Zeitschriften/Rundbriefe/Infos repräsentieren die feministische Öffentlichkeit in vielen Facetten und wollen einer patriarchalen Printmedienöffentlichkeit ein selbstbestimmtes Artikulationsmittel entgegensetzen und Frauen informieren.

Blick zurück

Trugen die ersten Frauenzeitschriften im 18. Jahrhundert Namen wie "Almanache für Frauenzimmer" und waren großteils noch von Männern verfasst mit dem vorrangigen Ziel der Unterhaltung und Belehrung, so traten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben Mode-, Unterhaltungs- und Familienzeitschriften auch radikalere Frauenzeitschriften an die Öffentlichkeit, die sich für Mädchenbildung, Frauenberufe und nicht zuletzt das Wahlrecht für Frauen einsetzten. Die "Dokumente der Frauen", der "Lehrerinnen-Wart", die "Politische Frauenzeitung" - um nur einige zu nennen -, sie alle wurden in den letzten Jahrzehnten von der Frauen- und Geschlechterforschung als ergiebige Quelle entdeckt.

Aktuelle österreichische feministische Zeitschriften - eine Auswahl

AUF - Eine Frauenzeitschrift

      

Eine der ältesten feministische Zeitschriften im deutschsprachigen Raum, gegründet 1974 in Wien, erscheint vier Mal jährlich zu einem ausgewählten Schwerpunkt (z.B. Gentechnik, Sciencefiction, Krieg). Daneben erscheint die AUF-Info sechs Mal jährlich mit geballten Infos und Terminen aus der Frauenszene. Weiters organisiert die AUF-Redaktion regelmäßig Diskussionsveranstaltungen und archiviert Fotos und andere Dokumente der Neuen Frauenbewegung. In der AUF-Edition erschienen Bücher zu Rosa Mayreder und anderen historischen Frauenpersönlichkeiten sowie der Frauen-Stadtplan.  

 

an.schläge - Das feministische Magazin

        

Die an.schläge sind das einzige feministische Monatsmagazin in Österreich. Das "Nachrichtenmagazin aus feministischer Perspektive" berichtet mit dem Ziel des Sichtbarmachens weiblicher Wirklichkeiten und Erfahrungen aktuell über Hintergründe aus den Bereichen Politik, Kultur, Arbeit und Wissenschaft, Rezensionen und Termine runden das Angebot ab. Seit kurzem veranstalten die an.schläge gemeinsam mit dem Frauenreferat der Bundes-ÖH die Reihe "diskussion.forum.wissenschaft", in der feministische Diplomarbeiten/Dissertationen einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

 

[sic!] - Forum für feministische GangArten

        

Die seit 1993 bestehende Zeitschrift will mit ihren Texten eine linke, offensiv feministische Gegenöffentlichkeit in allen gesellschaftspolitischen Kontexten herstellen - Schreiben als Widerstandsform und Förderung kritischer Meinungsbildung und qualifizierter Berichterstattung.

 

Vier bis sechs Mal jährlich beschäftigt sich [sic!] mit internationaler Frauenforschung, feministischer Wissenschaft und Auseinandersetzung mit wirtschafts-, sozial- und kulturpolitischen Themen sowie der Präsentation künstlerischer Produktivität von Frauen in allen Bereichen der Kunst.

fiber. werkstoff für feminismus und popkultur

      

Die "jüngste" Publikation, hervorgegangen aus der Zeitschrift "nylon", erschien erstmals im Winter 2002 und beschäftigt sich mit Feminismus im Bereich der Popkultur - ein kritischer und lustvoller Umgang mit Musik, Film, Literatur, Kunst und Shopping für jene, die Theorie und Alltagspraxis verbinden wollen.

 

  ARIADNE

        

Wer nach einem speziellen Aufsatz mit feministischem Inhalt in einer Zeitschrift sucht, ist bei der ARIADNE-Datenbank bestens aufgehoben:

 

Die frauenspezifische Datenbank der Österreichischen Nationalbibliothek, aufgebaut und geleitet von Helga Hofmann-Weinberger und Christa Bittermann-Wille, bietet eine unersetzliche Recherchehilfe. Aber auch die umfangreichen Bestände von historischen Frauenzeitschriften der Nationalbibliothek wurden in den letzten Jahren inhaltlich aufgearbeitet und sind mit Artikeltitel, Bestandsangaben etc. abrufbar. Im Rahmen des Projekts "Frauen in Bewegung" können weiters historische Vereine, Persönlichkeiten und Dokumente der Alten Frauenbewegung recherchiert werden.

  Alle genannten feministischen Zeitschriften und viele andere, auch internationale, können in der Bibliothek des Projektzentrums Genderforschung gelesen werden.

Lehrveranstaltungstipp:   SE "Mädchen- und Frauenzeitschriften - 18. bis 20. Jahrhundert" von Univ.-Doz. Wolfgang Duchkowitsch, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Aufsatz zu historischen Frauenzeitschriften

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