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Internationaler Frauentag 2005 (3): Mag.a gend.a ? Magisterstudium Gender Studies
Internationaler Frauentag 2004 (1): Universität Wien: Feministische Wissenschaft und Frauenförderung
Internationaler Frauentag
Michaela Hafner (Redaktion) am  8. März 2004

Bei einer Podiumsdiskussion der Projektzentren Genderforschung und Frauenförderung am Freitag, 5. März 2004 wurden hauptsächlich der Status quo der feministischen Forschung und Lehre an der Universität Wien sowie ein mögliches Masterstudium diskutiert.

Das Angebot der Universität Wien im Bereich Gender Studies ist eines der umfassendsten im europäischen Raum. So das Ergebnis der quantitativen und qualitativen Studie "Gender Studies (Cultural Studies?) - Perspektiven von Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Wien" des Projektzentrums Genderforschung, die im Herbst 2002 präsentiert wurde. Seitdem sammelt das Projektzentrum laufend aktuelle Daten zum feministischen Lehrangebot, die neuesten Zahlen wurden am Freitag im Rahmen der Podiumsdiskussion "Feministische WissenschafterIn und Uni-Autonomie" präsentiert und sollen Diskussionsbasis für einen Masterstudiengang Gender Studies bilden, den sich Studierende laut Studie wünschen. Ein eigenes Curriculum ist nun in Planung, im Sommersemester beginnt die Sondierungsphase, ein Konzept soll im kommenden Wintersemester entwickelt werden, starten könnte das Masterstudium im Studienjahr 2006/07, erzählte Marlen Bidwell-Steiner vom Projektzentrum Genderforschung. Bis es soweit ist, können interessierte Studierende seit dem Wintersemester 2002 den bis zu 48 Stunden umfassenden Studienschwerpunkt Gender Studies absolvieren. Der Großteil der auch im Rahmen des Studienschwerpunktes angebotenen genderspezifischen Lehrveranstaltungen wird von Externen LektorInnen getragen (in den letzten beiden Semestern zu 54 bzw. 62 %) - "das impliziert viel Innovation, aber auch Gefahren", meinte Bidwell-Steiner bei der Präsentation der neuesten Zahlen. Status quo halten, in der Satzung verankern

"Das Erreichte ist zu halten und auszubauen", betonte Arthur Mettinger, für Lehre und Internationales zuständiger Vizerektor, und sprach sich dafür aus, den "Frauentopf" (Sonderkontingent für Frauen- und Geschlechterforschung, durch den in den letzten beiden Semestern zwischen 19 und 28 % der feministischen Lehre finanziert wurden) wenn möglich auszubauen.

 
 

Ernst, Sebök, Benke, Günther, Schaller-Steidl, Mettinger. (c) PZ Genderforschung

Zur weiteren Absicherung der feministischen Lehre begrüßte es Vizerektor Mettinger, diese auch in der neuen Satzung, die der Senat auf Vorschlag des Rektorats beschließen wird, zu berücksichtigen: Bei der Studienplanerstellung der letzten Jahre konnte das Projektzentrum erwirken, dass Gender Studies in beinahe allen Studienplänen verankert werden, indem sich die Mitarbeiterinnen in ihrer Argumentation auf die Satzung der Universität Wien stützen konnten (9. Teil der Satzung, § 2 (3) "Frauen und Geschlechterproblematik wird verstärkt berücksichtigt"). Überdies wäre es sinnvoll, MitarbeiterInnen des Projektzentrums als beratendes Organ in die Curricularkommission des Senats einzubinden, meinte Mettinger - gerade weil ein Großteil der Mitglieder männlich ist und die Gefahr bestünde, dass Gender Studies an den Rand gedrängt werden, fügte Elisabeth Günther, Frauenreferentin der ÖH, hinzu. Der Entwicklungsplan werde laut Mettinger Steuerungsmaßnahmen bezüglich der Genderforschung enthalten. Magisterstudium - mit neuen Stellen Zum Status quo der Gender Studies an der Universität Wien stellte die Philosophin Waltraud Ernst, Mitglied der IG Externe LektorInnen, die Frage, unter welchen Bedingungen Gender Studies weiterhin gelehrt werden können: Sie forderte eine Aufstockung bzw. Verdoppelung des Kontingents des "Frauentopfes" und in Bezug auf ein geplantes Masterstudium die Schaffung von Assistentinnen- und Professorinnenstellen mit Schwerpunkt feministischer Forschung - und plädierte dafür, dass dann die (externen) Expertinnen, die sich seit Jahren Know-how erworben haben, zum Zuge kommen sollten. In diesem Zusammenhang verlangte sie eine Evaluation, damit sichergestellt sei, "dass auch wirklich Genderforschung drinnen ist, wo Genderforschung draufsteht - Frauen zu erwähnen reicht nicht aus, um sich das Label 'Gender Studies' umzuhängen", warnte sie vor einer Deklassierung. Wie Ernst betonte auch Nikolaus Benke, Professor am Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte, dass eine Rück- und Einbindung der Gender Studies in eine jeweilige Stammdisziplin wichtig sei und verwies auf den Arbeitsmarkt: Was können AbsolventInnen eines Gender-Studiums? Elisabeth Günther sprach sich dafür aus, dass es neben einer eigenen Studienrichtung selbstverständlich weiterhin feministische Lehrangebote in den einzelnen Disziplinen geben müsse. Vizerektor Mettinger stimmte Waltraud Ernst zu, dass sich für eine gründlichere wissenschaftliche Auseinandersetzung ein Magisterstudium besser eigne als ein Bakkalaureat und wies darauf hin, dass ein eigener Studiengang an Forschungsschwerpunkte gekoppelt sein müsse und zur Qualitätssicherung der Genderforschung und -lehre, aber auch zur Profilbildung der Universität Wien beitragen könne. Ministerium - autonome Universität Die frauenbezogene Hochschulforschung war für das BMBWK in den letzten Jahren ein zentrales Anliegen, was sich in einigen Maßnahmen wie dem Sonderkontingent für Frauen- und geschlechterspezifische Lehrveranstaltungen, der Materialienreihe zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft oder dem Gabriele-Possanner-Preis niederschlug. Beim neu zu definierenden Verhältnis zwischen Ministerium und autonome Universität im Bereich Frauenförderung/Genderforschung stellt sich die Frage, was mit diesen Initiativen in Zukunft passieren wird. Nach dem neuen UG haben die autonomen Universitäten frauenfördernde Aufgaben zu übernehmen, die aufgebauten Einrichtungen (Koordinationsstellen, Büros für Gleichbehandlungsfragen) wurden als Organisationseinheiten an den Universitäten verankert. Es werde weiterhin den Arbeitsbereich "Frauenförderprogramme an den Universitäten" geben, erklärte Roberta Schaller-Steidl vom BMBWK (Abtg. VII/9), voraussichtlich ebenso den Possanner-Preis und die Materialienbände. Das Ministerium kann weiters über das Berichtswesen, welches die Erfüllung der Aufgaben der Universität überprüft, im Budgetbereich wirksam werden, wenn z.B. die Erhöhung des Frauenanteils in leitenden Positionen nicht erreicht wurde, erzählte Schaller-Steidl. Für das bei der letzten Wissenschafterinnentagung geforderte "Wissenschafterinnenhaus" wird im Moment gemeinsam mit der IG Externe LektorInnen ein Konzept erarbeitet, eine Pilotphase könnte es ab 2005 geben, berichtete Schaller-Steidl. (mh) Veranstaltung "Feministische WissenschafterIn und Uni-Autonomie"Modul (Wahlfachkorb) Gender Studies Projektstudie "Gender Studies (Cultural Studies?) - Perspektiven von Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Wien" (Kurzversion/pdf) Projektzentrum Genderforschung

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