![]() Vizerektor Arthur Mettinger hob die Modernität und Innovation des geplanten Curriculum hervor. Fotos: M. Hafner ![]() Marlen Bidwell-Steiner vom Projektzentrum Genderforschung ... ![]() ... stellte den Aufbau des Magisterstudiums vor. Projektzentrum Genderforschung Vizerektor Arthur Mettinger Internationaler Frauentag 2004 (1): Universität Wien: Feministische Wissenschaft und Frauenförderung |
Internationaler Frauentag 2005 (3): Mag.a gend.a ? Magisterstudium Gender Studies |
| Internationaler Frauentag |
| Michaela Hafner (Redaktion) am 8. März 2005 |
Am Donnerstag, 3. März 2005 stellte das Projektzentrum Genderforschung den Entwurf des geplanten viersemestrigen Magisterstudiums Gender Studies vor, das ab dem Wintersemester 2006/07 an der Universität Wien studierbar sein soll. |
Sie sitzen in der öffentlichen Verwaltung und in NGOs, sind im Bereich Sozialberatung und Kulturmanagement tätig, machen Medien- und Pressearbeit oder sind hochkarätige WissenschafterInnen: AbsolventInnen des ersten Magisterstudiums Gender Studies. Noch ist dies Zukunftsmusik, denn die ersten AbsolventInnen des geplanten Magisterstudiums wird es vermutlich erst im Sommer 2008 geben. Gender Studies auf hohem Niveau Denn ehe das Magisterstudium im Wintersemester 2006/07 starten soll, gibt es noch eine Reihe von Details zu finalisieren. Was Mag. Marlen Bidwell-Steiner vom Projektzentrum Genderforschung und der für Lehre und Internationales zuständige Vizerektor Arthur Mettinger vergangenen Donnerstag im Kleinen Festsaal der Universität Wien präsentierten, war ein erster Entwurf des geplanten Magisterstudiums, der in den letzten Monaten von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe unter fachkundiger Beratung durch die Curricularkommission des Senats entwickelt wurde. Das Angebot an feministischen und genderspezifischischen Lehrveranstaltungen ist an der Universität Wien seit Jahren sehr breit und auf hohem Niveau. Was lag also näher, im Rahmen der Umstellung auf das dreigliedrige Studiensystem mit Bakkalaureat, Master und Doktorat ein eigenes Magisterstudium zu entwickeln, dass möglichst alle Kompetenzen im Bereich Gender Studies einbindet. Interdisziplinär, modular, innovativ Vizerektor Mettinger hob in seinem Eingangsstatement hervor, dass das geplante Magisterstudium ein "modernes und innovatives Curriculum" sei, "das Modellcharakter für andere Magisterstudiengänge, wie sie im Entwicklungsplan der Universität Wien vorgesehen sind, haben könnte". Er begründete dies mit den klar definierten Studienzielen, dem klaren modularen Aufbau, dem Prinzip der LernerInnenzentriertheit, die im Vordergrund stehe, und dem interaktiven Reflexionsprozess, in dem das Curriculum entstand. Als wesentlichstes Charakteristikum betonte er die Interdisziplinarität. Der Interdisziplinarität wird ebenso gehuldigt wie der Methodenvielfalt: Die unterschiedlichsten Ansätze aus Women's Studies, Gender Studies, Men Studies, Queer Theory und Feministischer Theorie sollen die Studierenden schon im Eingangsmodul kennen lernen. Insgesamt sind für das viersemestrige Magisterstudium elf Module zu je acht ECTS-Punkten vorgesehen (macht insgesamt 88 ECTS-Punkte), für die Abschlussphase werden 32 ECTS-Punkte vergeben (Schreibwerkstatt, DiplomandInnenseminar, Magisterarbeit, kommissionelle Prüfung). Ein internationales Austauschprogramm ist ebenfalls in Planung. Rückbindung an Fachdisziplin wichtig Als Zulassungsvoraussetzung nannte Bidwell-Steiner den Abschluss eines Bakkalaureatsstudiums oder eines einschlägigen Studiums an einer in- oder ausländischen Universität oder Fachhochschule. Um die Gefahr zu umgehen, "SchmalspurwissenschafterInnen" auszubilden, soll das inter- und transdisziplinäre modulare Curriculum neben dem interdisziplinären Eingangsmodul oder Modulen wie "Praxisfeld" oder "Theorien" auch drei Module zur Vertiefung der jeweiligen Fachdisziplin beinhalten. Im Modul "Fachdisziplin" sollen den Studierenden die notwendigen Kompetenzen des jeweiligen Faches, die für das wissenschaftliche Arbeiten unerlässlich sind, vermittelt werden. Die Anbindung an eine Disziplin ist überaus wichtig, hielt der Professor für Römisches Recht, Nikolaus Benke, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe, bereits vor einem Jahr im Rahmen einer ersten Diskussion zum Magisterstudium fest. Bakk. fach, Mag.a gend.a Aus diesem Grund sei auch kein Bakkalaureat Gender Studies vorgesehen, so Bidwell-Steiner. "Zuerst wird ein allgemeines Bakkalaureat absolviert, dann erfolgt die Vertiefung zur Gender-Spezialistin im Rahmen des Magisteriums", fasste sie zusammen. "Doch jemand, der zuvor Anglistik studiert hat, wird im Magisterstudium Gender Studies in der Fachvertiefung nicht Klassische Archäologie nehmen können", gab Marlen Bidwell-Steiner ein Beispiel einer nicht sinnvollen Studiumskombination. Etwas anderes wäre es, wenn im genannten Beispiel des Bachelor-Abschlusses in Anglistik die Fachvertiefung im Rahmen des Magisterstudiums Gender Studies in Literaturwissenschaft erfolgte. Das geplante eigene Curriculum Gender Studies dürfe selbstverständlich nicht bedeuten, dass in den Bakkalaureatsstudien keine Gender-Lehrveranstaltungen mehr abgehalten werden müssen: "Im Bachelor muss es ? wie in den alten Studienplänen ? in allen Fächern ein Mindestmaß an Gender Studies geben", so Bidwell-Steiner. Für die Realisierung des Magisterstudiums und eines vielfältigen Lehrangebots versprach Vizerektor Mettinger: "Es wird einen eigenen budgetären Posten geben." (mh) |



