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Informationen zur ersten Runde, in der drei Fakultäten und ein Zentrum Gastprofessorinnen zur Verfügung gestellt bekamen (16.11.2005): 250.000 Euro für Frauenförderung in der Wissenschaft
Internationaler Frauentag 2006 (2): Finanzielle Anreize zur Frauenförderung
Internationaler Frauentag
Michaela Hafner (Redaktion) am  8. März 2006

Das budgetäre Anreizsystem zur Frauenförderung ermöglicht es, ausgewählte, Fakultäten und Zentren für die Förderung von Frauen zu honorieren. Nachdem im Herbst bereits drei Fakultäten und ein Zentrum zusätzliche Gastprofessorinnen zur Verfügung gestellt bekamen, erhalten nun fünf weitere Fakultäten insgesamt rund 221.000 Euro, um Gastprofessorinnen anzustellen.

Je höher die Karrierestufe, desto weniger Frauen. Während bereits mehr als die Hälfte der Personen, die ein Studium beenden, Frauen sind (52 Prozent), wird die Luft für Frauen immer dünner, je höher es die Karriereleiter hinaufgeht. Der Anteil von Frauen unter den ProfessorInnen liegt an der Universität Wien bei knapp über 12 Prozent. Zeichen setzen Das Rektorat der Universität Wien setzt mit dem Projekt "Budgetäres Anreizsystem zur Frauenförderung", das vom BMBWK im Rahmen einer Ausschreibung zur Profilentwicklung der Universitäten gefördert wurde, ein bewusstes Zeichen, für das insgesamt 831.600 Euro zur Verfügung stehen: Für die Vergabe werden uni-intern die Anteile von Wissenschafterinnen am wissenschaftlichen Gesamtpersonal verglichen. Fakultäten und Zentren, die in den letzten Jahren mehr vollzeitbeschäftigte Wissenschafterinnen ? Professorinnen, Dozentinnen und Post-Docs ? als andere angestellt haben, werden mit zusätzlichen Gastprofessorinnen belohnt. "Damit soll ein Anreiz geboten werden, Frauen in der Wissenschaft zu fördern. Ziel ist es letztlich, die Anzahl der Frauen unter den ProfessorInnen zu erhöhen", sagt Vizerektorin Martha Sebök. Belohnung für Ist-Zustand In einer ersten Phase wurden vergangenen Herbst, ausgehend vom Ist-Zustand, drei Fakultäten und ein Zentrum ermittelt und prämiert, an denen der Frauenanteil vergleichsweise hoch ist. Zur Belohnung erhielten sie zusätzliche Mittel für Gastprofessuren: Die Philologisch-Kulturwissenschaftliche und die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät erhielten zusätzlich je eine ganzjährige Gastprofessur. Die Fakultät für Sozialwissenschaften wurde mit zwei einsemestrigen Gastprofessuren ausgestattet, das Zentrum für Translationswissenschaft mit einer einsemestrigen Gastprofessur. Die Stellen sind mit Frauen zu besetzen. Insgesamt stehen dafür mehr als 250.000 Euro zur Verfügung. Weitere 5 Fakultäten erhalten Gastprofessuren Anfang März wurden weitere fünf Fakultäten belohnt. Diesmal wurden die Veränderungen der Frauenanteile im Zeitraum Oktober 2004 bis Ende 2005 ermittelt. Die Fakultät für Lebenswissenschaften bekommt eine zweisemestrige Gastprofessur, die Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaften und die Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie erhalten je zwei einsemestrige Gastprofessuren. Die Katholisch-Theologische Fakultät und die Fakultät für Informatik werden mit je einer einsemestrigen Gastprofessur dafür belohnt, dass sie in den letzten Jahren Frauen im wissenschaftlichen Bereich gefördert haben. Für diese zusätzlichen Gastprofessuren stehen insgesamt rund 221.000 Euro zur Verfügung. Nächste Runde 2007

Die nächste Mittelvergabe im Rahmen des budgetären Anreizsystems wird im Frühjahr 2007 erfolgen. Dabei wird erneut die Veränderung der Frauenanteile in den Fakultäten beurteilt, der Beobachtungszeitrum reicht bis Anfang 2007. Fakultäten und Zentren, die bisher leer ausgegangen sind, haben also noch rund ein Jahr Zeit, mit der Besetzung von Frauen in höheren wissenschaftlichen Funktionen ein Zeichen zu setzen. Dass die Gastprofessuren nur mit Frauen besetzt werden sollen, hat einen weiteren frauenfördernden Effekt, erklärt Vizerektorin Sebök. Sie sollen für Leistungen in der Spitzenforschung und -lehre verwendet werden, nicht zur Abdeckung von Lehrengpässen. Die fachliche Widmung selbst bleibt den gewinnenden Fakultäten und Zentren überlassen. (mh)

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