Vor 400 Jahren blickte erstmals ein Mensch mit einem Teleskop in den Sternenhimmel. Ein Ereignis, mit dem der Astronom Galileo Galilei eine wissenschaftliche Revolution veranlasste, die das Weltbild entscheidend veränderte. Im selben Jahr 1609 veröffentlichte Johannes Kepler seine "Astronomia nova", eines der bahnbrechendsten Bücher über unser Sonnensystem. Anlass für die UNO, 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie zu erklären. Auch in Österreich und an der Universität Wien sind Aktivitäten im Rahmen des internationalen Großereignisses geplant. |
2009 jährt sich die erstmalige astronomische Verwendung von Teleskopen zum 400. Mal. "1609 blickte Galileo Galilei als einer der ersten mit einem Linsenfernrohr zum Himmel und entdeckte etwa, dass der Mond keine perfekte Kugel, sondern mit Bergen, Tälern und Kratern bedeckt ist. Er fand die vier größten Monde des Jupiter und konnte zeigen, dass die Milchstraße aus lauter Sternen besteht", erklärt der österreichische Koordinator des Astronomiejahrs, Mag. DDr. Thomas Posch vom Institut für Astronomie.
Und in der "Astronomia nova", eines der bahnbrechendsten Bücher über unser Sonnensystem, das 1609 erschien, gelang Johannes Kepler erstmals eine Art physikalischer Begründung himmelsmechanischer Gesetze.
2009 hat noch weitere Jubiläen in Verbindung mit dem Weltall zu bieten: Vor 40 Jahren, am 20. Juli 1969, betraten die ersten Menschen im Zuge der "Mission Apollo 11" den Mond. Auch ein speziell österreichisches Jubiläum wird 2009 gefeiert: 1969 wurde das Leopold-Figl-Observatorium für Astrophysik des Instituts für Astronomie der Universität Wien eröffnet. DieUniversitaet-online wird das Astronomiejahr 2009 mit einem laufenden Dossier begleiten und im Rahmen dessen Forschungsprojekte am Institut für Astronomie vorstellen. Themen sind unter anderem " Stellare Seismologie", "Magnetfelder in Hauptreihensternen", "Staubige Riesen" und "Planetensysteme in Doppelsternen".
Auftakt in der Wiener Innenstadt
Offiziell eröffnet wird das "Astronomiejahr 2009" in Österreich am 20. Jänner um 17 Uhr in der Aula der Akademie der Wissenschaften. Auf dem Programm stehen die Uraufführung des Dramoletts "Kepler, Galilei und das Teleskop", eine Live-Schaltung zum Very Large Telescope (VLT) nach Chile, eine Podiumsdiskussion "Wie hat das Fernrohr unser Weltbild verändert?" sowie zwei Ausstellungseröffnungen zu "400 Jahre Fernrohr" und "Kosmische Malerei".
Thematische Schwerpunkte des Astronomiejahrs, das unter dem Motto "Das Weltall: Du lebst darin - entdecke es!" steht, widmen sich u.a. mit der weltweiten Aktion "Wie viele Sterne sehen wir noch?" der sogenannten Lichtverschmutzung, die AstronomInnen Beobachtungen zunehmend schwer machen.
Ringvorlesung, Führungen und Raketenstarts
Die Ringvorlesung "Vom Big Bang zu bewohnbaren Welten" des Instituts für Astronomie der Universität Wien startet am 12. Jänner um 19 Uhr zum Thema "Die Europäische Südsternwarte" im Hauptgebäude der Universität Wien. Weiter geht es am 19. Jänner mit dem Thema "Kosmologie und das frühe Universum" und am 26. Jänner mit dem Vortrag "Der Wandel des astronomischen Weltbildes". Weiters bietet die Universitätssternwarte Führungen - Termine: 9. Jänner, 17 Uhr, 23. Jänner, 17 Uhr - durch das historische Gebäude; bei klarer Sicht können BesucherInnen den Sternenhimmel mit dem Großen Refraktorteleskop beobachten.
Von 2. bis 4. April finden weltweit in den unterschiedlichsten astronomischen Einrichtungen "100 Stunden Astronomie" statt, wo rund um die Uhr Aktivitäten im Rahmen von Vorträgen oder Live-Schaltungen zu internationalen Beobachtungsstationen geboten werden. Am 12. Juni nimmt das Institut für Astronomie zusammen mit der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) am internationalen Tag der Artenvielfalt teil. Anlässlich des Internationalen Astronomiejahres wird diesmal besonders der Einfluss des künstlichen Lichts auf die Artenvielfalt zum Thema gemacht. Da 2009 auch das Jubiläum "40 Jahre Mondlandung" gefeiert wird, lassen AstronomInnen der Universitätssternwarte am 20. Juli im Sternwartepark wassergetriebenen Raketen steigen. Als Alternativprogramm bei Schlechtwetter steht der Vortrag "Pech und Pannen in der Raumfahrt" am Programm.
Weitere Programmhighlights in Österreich
Von 26. Jänner bis 24. April ist am Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz die Wanderausstellung "Im Feuer der Sonne" zu sehen. In Judenburg macht die ESA-Ausstellung vom 1. Mai bis zum 27. Juli Station, erweitert um eine Ausstellung des Raumfahrtmuseums Bruck/Mur. "Der Himmel verkündet es ..." ist ein Zitat aus Psalm 192 und gleichzeitig der Titel einer Ausstellung zu 1.000 Jahren Astronomiegeschichte in der Stiftsbibliothek Melk. Die Schau mit Exponaten aus der Handschriftensammlung des Stifts ist vom 28. März bis Jahresende zu sehen und wird von Vorträgen begleitet. Eine besondere Veranstaltung steht am 20. September im Landestheater in Linz auf dem Programm. Im Rahmen der "Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas steht die Premiere der Oper "Kepler" von Philip Glass an, über den Astronomen Johannes Kepler, der von 1612 bis 1627 in Linz gelebt hat. (APA/td)
Eröffnungsveranstaltung zum Astronomiejahr 2009 20. Jänner 2009 um 17 Uhr Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Wollzeile 27a, 1010 Wien
Termine an der Universität Wien:
Führung durch die Universitätssternwarte: 9. Jänner 2009 und 23. Jänner, jeweils um 17 Uhr Ringvorlesung: an drei Montagen im Jänner, jeweils 19 Uhr, HS 33 im Hauptgebäude der Universität Wien (Dr.-Karl-Lueger-Ring 1) 12. Jänner 2009: "Vom Big Bang zu bewohnbaren Welten: Die Europäische Südsternwarte - Österreichs neues Fenster zum Universum" 19. Jänner 2009: "Kosmologie und frühes Universum" 26. Jänner 2009: "Der Wandel des astronomischen Weltbildes"
2. April bis 5. April 2009: "100 Stunden der Astronomie - Vier weltweite Astronomietage" 12 Juni 2009 um 14 Uhr: Tag der Artenvielfalt 20. Juli 2009 um 15 Uhr: "Wer fliegt mit zum Mond? - Raketenstarts für Kinder"
Alle Termine in Österreich auf einen Blick |