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Interuniversitäre ePlattform Media Nova Naturae
eLearning
Eszter Bokor (Redaktion) am  7. Mai 2004

Das Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) arbeitet seit Oktober 2002 gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur an der Entwicklung einer interdisziplinären eLearning-Plattform. Das Portal "Media Nova Naturae" soll ab Herbst 2004 online verfügbar sein und Fachsprachenterminologie aus dem Bereich Ökologie in zwölf Fremdsprachen zugänglich machen.

Zentraler Baustein von "Media Nova Naturae" ist eine mehrsprachige, multimediale Terminologie- und Wissensdatenbank, die Informationen zu unterschiedlichen Fachbereichen wie Ökologie und Landwirtschaft enthält. Die Datenbank umfasst bereits mehrere tausend Objekte in unterschiedlichen Formaten wie Text, Bild, Film und Ton. Ergänzt wird die Datenbank von der so genannten Telos-Schablone, einer grafischen Oberfläche, mit deren Hilfe multimediale eLearning-Unterlagen erstellt werden können. Über Telos werden mehrsprachige Unterrichtsmaterialien aus der Datenbank zusammengestellt. Telos soll Studierenden ermöglichen, eine Fachsprache - zum Beispiel die der Ökologie - in verschiedenen Fremdsprachen zu erlernen. Die dritte Komponente ist die Lernplattform, hier werden die Lehrmodule den Studierenden zugänglich gemacht. Die Lernplattform bietet u.a.Tests, Übungen und Dialogschablonen. Entscheidend ist, dass die multimedialen Lernmaterialien sehr flexibel sind: Sie können von den Lehrenden ergänzt, überarbeitet und für ihre eigenen fachlichen Bedürfnisse adaptiert werden. Die multimedialen Lernpakete, die auf diese Art erstellt werden, basieren auf authentischen Fachmaterialien und können online oder offline - per CD-ROM - genutzt werden. Zielsetzungen Media Nova Naturae (MMN) richtet sich gleichermaßen an Studierende der Universität für Bodenkultur (Land- und Forstwirtschaft, Geographie, Raumplanung, Landschaftsplanung, Ökologie und Naturschutz) und des IÜD, wobei beide Gruppen unterschiedlich von der Plattform profitieren: Studierende der BOKU sollen hauptsächlich ihr inhaltliches Fachwissen erweitern bzw. ihr Fachfremdsprachenwissen und ihre Kulturkompetenz verbessern. StudentInnen aus der Translatorik sollen in erster Linie ihre Fachsprachenkompetenz erweitern, sich die fachsprachliche Terminologie erarbeiten. Für Studierende erfüllt die Plattform zwei grundlegende Zwecke: Zunächst den Erwerb naturwissenschaftlicher und fachsprachlicher Kompetenzen in berufsrelevanten interdisziplinären Kontexten. Zudem soll das Projekt die interkulturelle und internationale Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit fördern. Univ.-Doz. Mag. Dr. Gerhard Budin, Projektleiter von MNN am Dolmetsch-Institut, hofft, dass die optimierte Nutzung von eLearning-Angeboten den Studierenden auch hilft, ihre Studienzeit effizienter zu nutzen. Darüber hinaus soll die Konzeption von Media Nova Naturae neue Erkenntnisse über eLearning und damit neue Impulse für zukünftige Projekte bringen. Das langfristige Ziel des Projekts ist, durch seine Anwenderfreundlichkeit zu überzeugen und damit andere Lehrende und Institute zu animieren, die in MNN erarbeiteten Methoden und Techniken ebenfalls anzuwenden. Innovation und Qualitätssteigerung "Dieses Projekt stellt einen innovativen Beitrag zur bestehenden naturwissenschaftlichen und fachsprachlichen Hochschulausbildung der BOKU und der Uni Wien dar", betont Dr. Budin. Der multimediale und flexible Charakter der Plattform ermöglicht eine besonders anschauliche Aufbereitung der Lerninhalte und eine höhere Merkfähigkeit. Die Zunahme an Interaktionsmöglichkeiten bedeutet eine Qualitätsverbesserung in der Lehre. Zudem bringt das Projekt eine zunehmende Internationalisierung und eine stärkere interdisziplinäre Ausrichtung für die beiden Universitäten mit sich. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Autonomie des Lernenden, die Plattform soll die Selbstorganisation des Lernprozesses erleichtern. Da Lehrende ihre Unterrichtsmaterialien individuell zusammenstellen können, wird es in den Lehrveranstaltungen auch zunehmend leichter sein, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Didaktische Grundlagen Media Nova Naturae wurde auf der Basis von Erfahrungen erfolgreicher eLearning-Projekte nach dem Blended-Learning-Ansatz entwickelt. Blended Learning ist eine Art des Lernens, die multiple Vermittlungsmethoden während des Lernprozesses kombiniert, so dass eine zu einseitige didaktische Ausrichtung in der Lehre verhindert wird. Formen der technologischen Lernunterstützung, des Fernunterrichts, aber eben auch des direkten sozialen Kontakts in Gruppen werden in der Lehre eingesetzt. Die Gruppenarbeit wird durch eine so genannte Wissensplattform unterstützt. Das Projekt vertritt auch einen explizit multikulturellen Ansatz: "Die interkulturelle und mehrsprachige Ausrichtung des MNN-Projekts ist weiters ein wesentlicher Bestandteil des Leitbilds. Kulturelle Diversität ist nicht nur auf der Ebene von Sprachgemeinschaften und Ländern zu finden, sondern auch zwischen Fachgebieten und Organisationen (Firmenkulturen, Fachleutekulturen). Die Kooperation zwischen Fachleuten der Ökologie, der Biologie, der Geographie, der Linguistik, des Übersetzens und Dolmetschens etc. muss erst erlernt werden, eine gemeinsame Sprache (auch im übertragenen Sinne) muss erst gefunden werden. Multikulturelle Teams lernen hier gemeinsam", fasst Dr. Budin zusammen. (eb) Projektleitung Institut für Übersetzen und Dolmetschen: Univ.-Doz. Mag. Dr. Gerhard Budin (gerhard.budin@univie.ac.at) Projektleitung BOKU: Univ.-Prof. Dr. Hartmut Gossow, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (gossow@mail.boku.ac.at) Projektkoordination: Mag. Christina Brunner (Christina.brunner@boku.ac.at)

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