Kakanien revisited |
| eLearning |
| Eszter Bokor (Redaktion) am 12. Mai 2004 |
Am Institut für Germanistik wird seit Oktober 2001 im Rahmen eines vom bm:bmwk geförderten Projektes die Online-Plattform ?Kakanien revisited? betrieben. Sie beschäftigt sich nicht etwa mit dem Schriftsteller Robert Musil, sondern ist eine Online-Plattform für interdisziplinäre Forschung im Bereich Mittelost- bzw. Zentraleuropa. |
?Kakanien revisited" ist ein Vernetzungsprojekt, das sich als Raum des Austausches und der Stimmenvielfalt definiert und vor allem auch ForscherInnen in den mittelosteuropäischen Staaten zur Verfügung stehen soll. Neben der internationalen Vernetzung ist das wichtigste Ziel, jungen WissenschafterInnen aus MOE-Ländern eine Plattform für Publikationen zu bieten. Gründer und Projektleiter ist Mag. Dr. Peter Plener, Lektor am Institut für Germanistik und am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Themenvielfalt und Qualität ?Kakanien revisited" bietet eine große Themenvielfalt, die Beiträge sind inhaltlich weit gestreut. Publiziert werden Rezensionen, theoretische Aufsätze, Fallstudien, Projektpräsentationen, Konferenz-Papers aus dem Bereich der Mittelosteuropa-/ Südosteuropaforschung aus den Bereichen Geistes-, Sozial- oder Kulturwissenschaften mit Fokus auf das 19. und 20. Jahrhundert. Darüber hinaus bietet die Plattform die größte kommentierte Linksammlung zur Mittelosteuropa-Forschung und stellt damit ein hervorragendes Rechercheinstrument dar. Die Plattform steht allen wissenschaftlich qualifizierten Personen und Institutionen in diesem Forschungsbereich zur Verfügung, die Texte werden in einem anonymisierten Peer-Review-Verfahren evaluiert, um die Qualität der Beiträge sicherzustellen. Die Publikationssprachen sind ? aus praktischen Gründen ? Deutsch und Englisch. Kakanien! Revisited? Der Name ?Kakanien revisited? geht auf Robert Musils Roman ?Mann ohne Eigenschaften? zurück, wobei sich Plener bewusst gegen die missbräuchliche Verwendung des Begriffes wehren wollte: ?'Kakanien' wird fälschlicherweise oft als Synonym für eine falsche Mitteleuropa-Nostalgie verwendet. Um sich dagegen zu wehren, dass der Begriff so instrumentalisiert wird, wurde das Wort 'revisited' provokant dagegen gesetzt.? Erfahrungen in Mittelosteuropa Das Projekt entstand auf der Basis von Erfahrungen, die.Plener während seiner Jahre als Gastlektor in Budapest gemacht hat: Aufgrund der prekären Publikationssituation hatten junge WissenschafterInnen kaum Möglichkeiten, im Wissenschaftsbetrieb Fuß zu fassen. Die Lösung war das Internet, wo mit wesentlich geringeren Kosten publiziert werden konnte. ?Kakanien revisited? sollte Menschen zusammenführen, die an Forschung über Mittelosteuropa interessiert sind und WissenschafterInnen eine Publikationsmöglichkeit bieten. Die Plattform versucht jedoch nicht nur, JungakademikerInnen anzusprechen, sondern auch, arrivierten ForscherInnen eine anspruchsvolle Option für ihre Publikationen zu bieten. Information, Vernetzung, Publikation Als Hauptziele von ?Kakanien revisited? definiert Plener nach wie vor die Bereitstellung von Information und Recherchematerial sowie die Förderung von internationaler und interdisziplinärer Vernetzung. Die Plattform erfüllt auch andere wichtige Aufgaben: Sie bietet Institutionen und Projekten die Möglichkeit, sich selbst zu präsentieren, ihre Kompetenzen und Kooperationen aufzuzeigen und Publikationen einem weiteren Kreis von RezipientInnen zugänglich zu machen. Die thematische Vielfalt, der flexible, nicht-institutionalisierte Charakter des Projektes ermöglichen es, eine inhomogene Gruppe mit stark divergierenden Positionen anzusprechen. Kontinuierlich steigende Zugriffszahlen ? heute sind es etwa 400 externe Zugriffe am Tag ? bestätigen das Konzept der Plattform. "Ohne einem Team wie dem der Plattform, das weitaus mehr macht und kann als 'nur' Redaktion zu sein, wäre das alles jedoch unmöglich", betont Plener. Es gibt eine sehr gute Kooperation mit KollegInnen aus MOE, darüber hinaus nutzen zahlreiche ForscherInnen aus der ganzen Welt die Plattform zur Vernetzung. Im Rahmen von ?Kakanien revisited" werden zudem Symposien und Konferenzen veranstaltet, um auch den persönlichen und nicht nur den virtuellen Austausch zu fördern. Dezember 2003 fand eine internationale Konferenz mit über 100 TeilnehmerInnen mit dem Titel ?Netzkultur Wissenschaft? in Budapest statt. (eb) |
