![]() Jia-Ming Zhu forscht an einer Erklärung des chinesischen Wirtschaftswunders aus ökonomischer und historischer Sicht. Foto: H. Zwilling, Montage: T. Dirtl Chinas Wirtschaftssystem hat sich seit Beginn der Wirtschaftsreformen in den 1970er Jahren von einer verstaatlichten Planwirtschaft allmählich zu einer Marktwirtschaft mit einem wachsenden privaten Sektor gewandelt. Gemessen auf Basis der Kaufkraftparität war Chinas Wirtschaft 2006 die zweitgrößte nach den USA, obwohl das Land gemessen am Pro-Kopf-Einkommen noch immer im unteren internationalen Mittelfeld rangiert und 150 Millionen ChinesInnen unterhalb der Armutsgrenze leben. Das Fünf-Jahres-Programm von 2006 zielt auf Energiesparmaßnahmen und die Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes um 45 Prozent bis 2010. Das Programm setzt auch Ressourcenschonung und Umweltschutz als grundsätzliche Ziele fest, ohne allerdings auf konkrete Maßnahmen einzugehen. Institut für Ostasienwissenschaften / Sinologieder Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät |
Kein (Wirtschafts-)Wunder |
| China, Forschungsprojekte |
| Harald Zwilling (Redaktion) am 5. Juli 2007 |
Jia-Ming Zhu, einst Wirtschaftsprofessor und Regierungsbeamter in Peking, musste China 1989 aus politischen Gründen verlassen und war anschließend unter anderem in Harvard, am MIT und für die UNIDO tätig. Derzeit arbeitet er an der Universität Wien an seiner Habilitation: einer Erklärung des chinesischen Wirtschaftswunders aus ökonomischer und historischer Sicht. |
Chinas Wirtschaft wächst seit Beginn der marktwirtschaftlich orientierten Reformen in den 1970er Jahren rasant an: Im letzten Jahr etwa stieg das Bruttoinlandsprodukt um 10,6 Prozent. Ob es sich dabei tatsächlich um ein Wirtschaftswunder handelt oder um eine Seifenblase, die bald platzen wird, ist seit längerem ein kontrovers diskutiertes Thema. Dr. Jia-Ming Zhu vom Institut für Ostasienwissenschaften, Abteilung Sinologie, schreibt derzeit an seiner Habilitation über die Wiederherstellung der chinesischen Geldwirtschaft, die im Herbst 2007 - allerdings vorerst auf Chinesisch - fertiggestellt werden soll. |

