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MobiLearn
Institut für Distributed and Multimedia Systems
Fakultät für Informatik
WebCT-Vista  
"Lieber mit als ohne": Ein Semester WebCT an der Universität WienWebCT: Ein wenig mehr Arbeit, doch größerer Erfolg
Lernen bewegt - MobiLearn
Studium/Lehre, eLearning
Eszter Bokor (Redaktion) am  7. April 2005

Lernen verbinden viele Menschen nach wie vor mit staubigen Hörsälen oder dem eigenen Arbeitszimmer. Es wird jedoch immer einfacher, sich seinen Lernort frei auszusuchen, im Park, in der U-Bahn oder im Wartezimmer zu lernen: Auch Wissen wird in digitaler Form immer mobiler. Ein interuniversitäres Projekt untersuchte diese Entwicklungen und konzipierte die Plattform MobiLearn, um zeit- und ortsunabhängiges Lernen zu erproben.

"Wenn ich meinen Studierenden sage, sie sollen am institutseigenen Medienlabor arbeiten, sehen sie mich oft verständnislos an und sagen mir, dass sie doch sowieso alles von zu Hause aus machen können", berichtet Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Klas vom Institut für Distributed and Multimedia Systems an der Fakultät für Informatik der Universität Wien. Was in anderen Studienrichtungen noch Zukunftsmusik ist, gehört also für InformatikstudentInnen schon selbstverständlich zu ihrem Lernalltag: Dank Laptop, PDAs, Smartphones und kabellosen Internetanschlüssen können sie sich Zeitpunkt und Ort des Lernens ganz nach ihren persönlichen Bedürfnissen aussuchen. Diese technischen Voraussetzungen verschmelzen mit didaktischen Konzepten, die die Bedürfnisse der Lernenden in den Mittelpunkt stellen und gruppenorientiertes Lernen fördern. Didaktischer Nutzen statt Selbstzweck Wie weit diese Konzepte tatsächlich umsetzbar sind, wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur geförderten Projekts "Mobile Learning" untersucht. ForscherInnen der Universitäten Wien, Linz, Klagenfurt sowie der TU Wien entwickelten zunächst ein Konzept für mobiles Lernen unter Nutzung moderner Infrastruktur wie zum Beispiel drahtloser Netzwerke. Die WissenschafterInnen sollten u.a. herausfinden, wie die Vorteile von drahtlosen Internetverbindungen ? WLANs ? gezielt für die Lehre genutzt werden können. Dadurch sollte die Lehre effektiver und der Unterricht für die StudentInnen attraktiver werden. Dieses Konzept wurde anschließend in Form einer eLearning-Plattform in die Praxis umgesetzt. Das Ziel war, Wissen so aufzubereiten, dass StudentInnen eigenverantwortlich, teamorientiert und mobil lernen können. So entstand nach zweijähriger Arbeit die Plattform "MobiLearn". "Medieninformatik" im Taschenformat Das Projekt wurde im Dezember 2004 abgeschlossen, wobei "MobiLearn" bereits im Wintersemester 2004/05 eine Testphase in Lehrveranstaltungen absolviert hatte. Mittlerweile sind zwölf Kursmodule auf der Plattform abrufbar, die jeweils einer einstündigen Lehrveranstaltung entsprechen und aus 30 bis 40 Lerneinheiten bestehen. Insgesamt sind das etwa 180 akademische Einheiten. An der Universität Wien wird die Plattform erstmals im laufenden Sommersemester im Rahmen von eLearning-Lehrveranstaltungen für die Fächer "Medieninformatik" und "Wirtschaftsinformatik" regulär eingesetzt. "Damit die Nutzung für die Studierenden möglichst einfach ist, wurden die Inhalte von "MobiLearn" in die universitäre eLearning-Plattform WebCT-Vista integriert. Das bedeutet für die StudentInnen weniger Aufwand, da sie sich nicht auf eine neue Plattform einstellen müssen", so Klas. Flexibilität durch neues Gestaltungsprinzip Die wichtigsten Punkte der Lehrveranstaltung am Smartphone nachlesen ? im Rahmen von MobiLearn kein Problem. Denn das Besondere an MobiLearn ist, dass alle Inhalte der Plattform nur einmal erstellt werden müssen, aber automatisch dem benützten Endgerät ? PC, Palmtop oder Handy ? angepasst werden. Dabei werden die Inhalte nicht nur technisch, sondern auch formal für unterschiedliche Endgeräte adaptiert: Da lange Texte für PDAs oder Handy-Displays unpraktisch sind, können Lernende neben Volltextversionen (entspricht einem Skriptum), einer erweiterten Fassung (mit interaktiven Beispielen, weiterführenden Informationen und Links) auch eine Kurzversion wählen. Letztere bietet eine kompakte Zusammenfassung des Stoffes. Das Layout entspricht etwa dem einer Vortragsfolie und kann daher bequem am Handy oder Palmtop gelesen werden. Neben den unterschiedlichen Detailstufen bietet das Programm aber noch einen weiteren Vorteil: "Die Inhalte können automatisch in unterschiedlichen Formaten dargestellt werden. So können etwa Präsentationsfolien für den Vortrag im Hörsaal automatisch generiert und müssen nicht einzeln neu geschrieben werden. Oder der gesamte Inhalt der Plattform kann mit einem einfachen Klick in ein pdf-Dokument umgewandelt werden, das sofort gedruckt und somit als Skriptum verwendet werden kann", erklärt Wolfgang Klas.  Didaktische Innovation Einen deutlichen didaktischen Mehrwert bietet MobiLearn durch die semantische Strukturierung des Lernstoffes: Sämtliche Inhalte der Plattform sind nicht nur nach Kapitel geordnet, sondern in Kategorien wie zum Beispiel "information", "example", "motivation", "definition? aufschlüsselbar. Dies bietet den Vorteil, dass Studierende gezielt nach Kategorien suchen können, so können sie etwa vor der Prüfung sämtliche Definitionen wiederholen. Die Erstellung des Contents wird dadurch zu einer sehr anspruchsvollen Aufgabe, da Lehrende sich diese Kategorien beim Verfassen des Inhaltes stetig vor Augen halten müssen. Damit wird jedoch eine sehr konsequente und plausible inhaltliche und didaktische Strukturierung des Lernstoffes erreicht. Das Ziel des Projektes ist keineswegs, Studierende zu isolierten Technikfreaks zu machen, die ohne soziale Kontakte ein digitales Fernstudium betreiben. "Selbstverständlich findet die Lehre nicht ausschließlich auf der Plattform statt. Gemäß dem Blended-Learning-Konzept der Universität Wien wird es laufend auch Präsenztermine im Semester geben", betont Prof. Klas. (eb)  

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