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1805/06 war Mozart das 'Covermodel' der "Allgemeinen musikalischen Zeitung Leipzig" - zu diesem Zeitpunkt galt er schon als Klassiker.


Das fand Mozartforscher Gernot Gruber im Projekt "W.A. Mozart im Spiegel des Musikjournalismus bis 1828" heraus. Fotos: sk


Rainer J. Schwob hat in den Archiven recherchiert und 650 zeitgenössische Artikel zu Mozart in einer Datenbank erfasst.


Institut für Musikwissenschaftder Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Projekt "Wolfgang Amadeus Mozart im Spiegel des Musikjournalismus bis 1828"  
Mozart: gelobt, getadelt, genial
Forschungsprojekte, Mozart-Jahr 2006
Simone Kremsberger (Redaktion) am 13. Dezember 2006

Heuer war ihm zum 250. Geburtstag ein ganzes Jahr gewidmet. Doch bereits zu Lebzeiten war Wolfgang Amadeus Mozart in aller Munde. Die Musikwissenschafter Gernot Gruber und Rainer J. Schwob untersuchen anhand von Zeitschriftenartikeln des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, wie sich Mozart von einem Komponisten unter vielen zum Star und Klassiker entwickelte. 2007 erscheinen die Texte zum Teil in einer kommentierten Buchpublikation, danach gesammelt in einer Online-Datenbank.

Er begann seine Karriere als Wunderkind und ging bald nach seinem Tod als Klassiker in die Geschichte ein. Wie Mozarts Weg dazwischen verlief, ist Thema eines Forschungsprojekts am Institut für Musikwissenschaft.

Mozart in der Kritik

In dem FWF-Projekt "Wolfgang Amadeus Mozart im Spiegel des Musikjournalismus bis 1828" untersucht Dr. Rainer J. Schwob unter der Leitung von O. Univ.-Prof. Dr. Gernot Gruber, wie die Zeitgenossen und die unmittelbare Nachwelt Mozart als Musiker und Künstler einschätzten. Dazu hat Schwob ausführlich in Archiven recherchiert und neben Musik- auch Theaterzeitschriften und Journale aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert herangezogen. "Uns interessiert nicht nur die Fachmeinung für das Fachpublikum, sondern auch, was Nicht-Experten damals gedacht haben", so Schwob.

Lob und Tadel

Seit Juli 2003 hat Schwob rund 650 Zeitschriftenartikel erfasst. Eine Auswahl von Texten wird, mit Kommentaren versehen, 2007 in Buchform erscheinen. Um sämtliche Beiträge für die Öffentlichkeit und für die weitere Forschung zugänglich zu machen, wird im Anschluss im Rahmen eines ebenfalls vom FWF geförderten Folgeprojekts eine Online-Datenbank erstellt. Die Texte zeichnen ein vielgestaltiges Mozartbild und zeigen eine deutliche Entwicklung in der Rezeption auf. War Mozart aufgrund des Wunderkind-Ruhms seinen Zeitgenossen zwar keineswegs unbekannt, so galt er zu Lebzeiten dennoch als ein Komponist unter vielen: "Er hatte Fans, aber es wurde auch massiv Kritik an ihm geübt", sagt Rainer Schwob. "Noch um 1790 gab es Skeptiker, die Mozart für eine vorübergehende Modeerscheinung hielten." (sk)


Lesen Sie, wie sich 1791 - dem Jahr der erfolgreichen Uraufführung der Zauberflöte und Mozarts Todesjahr - das Urteil über Mozart wandelte, in der aktuellen Ausgabe (Dezember 2006) des Forschungsnewsletters.

Weitere Berichte:
- "Von Tauben und Menschen" über die Taubenforscherin und Elise-Richter-Preisträgerin Ulrike Aust
- "Hard Rain: Risikominimierung auf EU-Ebene" über das EU-Projekt "RISK-AWARE", das die Vorhersagen von Umweltkatastrophen verbessern möchte
- "3-D-Bewegungsanalyse hilft bei kranken Gelenken", ein Projekt der Herta-Firnberg-Stipendiatin und Physikerin Irene Reichl am Institut für Sportwissenschaft

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