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IK Vienna School of Governance
Neue Formen des Regierens
Doktoratsprogramme, Forschungsprojekte, Studium/Lehre
Simone Kremsberger (Redaktion) am 25. September 2007

Im Wintersemester 2007/08 startet das neue Initiativkolleg "Vienna School of Governance" unter der Leitung des Politikwissenschafters Josef Melchior und des Ostasienwissenschafters Rüdiger Frank. Zwölf JungwissenschafterInnen aus neun Ländern werden in den nächsten drei Jahren neue Formen der Gestaltung und Umsetzung von Politik untersuchen.

"Weltweit gibt es Veränderungen in den Formen des Regierens", sagt Ass.-Prof. Mag. Dr. Josef Melchior vom Institut für Politikwissenschaft. "In den letzten 20 bis 30 Jahren hat die Macht der Bürokratie, Politik umzusetzen, abgenommen. Heute wird stärker interaktiv agiert und es werden mehr Akteure wie NGOs, Interessensvertretungen und Unternehmungen einbezogen." Dem "alten Begriff des Regierens" stellt der Politikwissenschafter den neuen Begriff des "Regierungsgestaltens" (Governance) gegenüber.

Initiativkolleg zur Governanceforschung


Wie sich der Einsatz politischer Instrumente durch diese Entwicklungen verändert und welche Modelle der Interaktion zwischen Politik und Zivilgesellschaft entstehen, damit setzt sich die Governanceforschung auseinander. In den nächsten drei Jahren wird diese Auseinandersetzung an der Universität Wien besonders intensiv ausfallen: Mit Wintersemester 2007/08 startet das Initiativkolleg (IK) "Vienna School of Governance", das von Prof. Melchior und V.-Univ.-Prof. Mag. Dr. Rüdiger Frank vom Institut für Ostasienwissenschaften geleitet wird.
"Ich halte dieses Pionierprojekt - unter dem Thema Governance viele Fakultäten zusammenzubringen - für eine tolle Idee und eine interessante Herausforderung", ist Prof. Frank motiviert und ergänzt: "Die vorbildliche Unterstützung durch die Universität schafft alle Voraussetzungen, um innerhalb der Projektdauer exzellente Resultate zu erzielen."

Gestaltung und Umsetzung von Politik untersuchen


Sechs Doktorandinnen und sechs Doktoranden werden sich als angestellte "KollegassistentInnen" mit der Gestaltung und Umsetzung von Politik auseinandersetzen.
Auf ihrem Stundenplan stehen "Theorie und Methoden", "Politikfelder" wie Sozialpolitik, Umwelt- oder Gesundheitspolitik und die jeweiligen Rahmenbedingungen sowie "Räume des Regierens".

Räume des Regierens


Governance soll auf subnationaler, nationaler und internationaler Ebene untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf den Ländern der EU, die Melchior als "zentrales Experimentierfeld von Governance" bezeichnet, sowie auf Asien, Afrika, Lateinamerika und den USA. Wichtig ist dem IK-Sprecher ein komparativer Ansatz: "Wir wollen über den Tellerrand hinausblicken und vor allem den boomenden Raum Ostasien einbeziehen."
International ist auch die Zusammensetzung der Gruppe: Die KollegassistentInnen kommen aus neun Ländern und vier Kontinenten: neben Österreich aus der Slowakei, Moldawien, der Türkei, Weißrussland, China, den Philippinen, Australien und Kamerun.

Methodenwissen plus Bonusmaterial


Dem amtierenden IK-Sprecher Rüdiger Frank ist es wichtig, dass die Studierenden im IK fundiertes Methodenwissen plus Bonusmaterial in Form von Spezialkenntnissen bekommen. "Ich denke, es ist wichtig Strukturen zu schaffen, wo für jede/n Beteiligte/n relativ klar ist, dass er/sie einen Nutzen von diesem Programm hat", so der Ökonom und Ostasienwissenschafter.

Intensive Forschungsarbeit, gute Betreuung


In so genannten "Research Ateliers" wird es Gelegenheit geben, gemeinsam mit den anderen KollegassistentInnen, den IK-Mitgliedern und internationalen GastprofessorInnen über die wissenschaftlichen Arbeiten zu diskutieren. Zwölf hochqualifizierte ForscherInnen der Fakultät für Sozialwissenschaften und der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät sind an der "Vienna School of Governance" beteiligt. Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer sollen zumindest zwei Ansprechpersonen zur Verfügung stehen. Jeweils am Jahresende werden die JungwissenschafterInnen ihre Forschungsergebnisse in einem Workshop präsentieren.

Mitarbeit in Forschung und Lehre


Während der drei Jahre werden die KollegassistentInnen in der Lehre und an Projekten der Fakultät mitarbeiten - "nicht zu Lasten der Eigenforschung", wie Josef Melchior betont. Bei Bedarf sollen auch Feldforschung oder Praktika im Ausland ermöglicht werden.
Nach Abschluss haben die AbsolventInnen gute berufliche Aussichten: "Im Wissenschafts- und Forschungsbereich, bei NGOs oder bei staatsnahen Einrichtungen und internationalen Organisationen" sieht Melchior potenzielle Berufsfelder. (sk)

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