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Entwurf des Architekten- teams um Roger Baumeister zur Neugestaltung der Aula.


Nähere Informationen zum Umbau von Aula und Arkadenhof
BIG ? Bundesimmobilien-gesellschaft
Roger Baumeister
Vizerektor Johann Jurenitsch

Artikel zum Hauptgebäude aus der Serie "Orte der Universität Wien" (2003)
Hauptgebäude im Oktober 1884 eröffnetViele Männer und eine Nymphe
Neugestaltung von Aula und Arkadenhof im Hauptgebäude
Service
Michaela Hafner (Redaktion) am 22. März 2005

Anfang dieser Woche begann der Umbau der Aula, der Seitenaulen und des Arkadenhofs des Hauptgebäudes der Universität Wien, dessen erste Bauphase bis zum Beginn des Wintersemesters abgeschlossen sein wird. Der gesamte Bereich wird sich künftig rollstuhlgerecht, übersichtlich, funktional und mit moderner Informationstechnik ausgestattet präsentieren.

Ein "ansprechendes zeitgenössisches Entree" soll Studierende, MitarbeiterInnen und BesucherInnen erwarten, wenn sie das Hauptgebäude der Universität Wien am Ring betreten. Im November 2003 wurde, nach einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb, der Projektentwurf der Architekten Roger Baumeister, Bernhard Brus und Hans Zeiner von der Universität Wien und der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) an die erste Stelle gereiht. Die vorliegenden Planungen zeichnen sich durch "gestalterische Ehrlichkeit und Rücksicht" auf die vorhandene Bausubstanz aus, berücksichtigen die von Heinrich von Ferstel vorgegebene Gebäudestruktur und gehen mit der nötigen Sorgfalt mit den vorhandenen Denkmalen und den historischen Bezügen der Universität um, begründete die Expertenjury ihre Entscheidung.

Gegenstand des Umbaus sind die Aula, die Seitenaulen sowie der Arkadenhof. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, der die Umgestaltung der Aula und der Grünfläche des Arkadenhofes umfasst, ist mit Frühherbst 2005 geplant.

Eine eigene Homepage wird aktuell über die jeweiligen Bauabschnitte und eventuelle Einschränkungen der Benützung des Gebäudes berichten. Der für Ressourcen und Bibliothekswesen zuständige Vizerektor, Johann Jurenitsch, nennt im Interview als zentrale Ziele des Umbaus Offenheit, Behindertengerechtigkeit sowie Information/Service und gibt einen Überblick über Sanierungen, die in den nächsten Jahren noch anstehen.

Redaktion:
Aus welchen Gründen wird der Eingangsbereich renoviert?

Johann Jurenitsch:
Bei allen Maßnahmen, die gesetzt werden, ist das Ziel Modernisierung mit gleichzeitiger Fokussierung auf die Ferstel?schen Grundideen, deren Charakter erhalten bleiben soll.
Die Universität Wien will sich nach außen sichtbar öffnen. Daher wird das zentrale große Tor des Haupteingangs geöffnet. Technische Maßnahmen ? ein Windfang ? machen es möglich, das Tor auch im Winter offen zu lassen und das bekannt kühle Klima der Aula in den Griff zu bekommen. Ein wichtiger Punkt des Umbaus ist Behindertengerechtigkeit. Alle BenutzerInnen und BesucherInnen des Hauptgebäudes sollen die Aula durch den selben Eingang erreichen können, bisher konnte man als RollstuhlfahrerIn nur durch die Seiteneingänge in das Gebäude kommen. Dazu wird der Haupteingang auf das Niveau der Aula angehoben und ein Lift eingebaut, der die Festsäle und den Arkadenhof mit Rollstuhl über die Aula erreichbar macht.

Zentral ist auch, dass die Aula als Informationszentrum nutzbar gemacht wird. Die Portiersloge soll in einen großzügigen Informationsschalter mit einem Infoscreen umgewandelt werden. Bei bestimmten Anlässen, die Beratung erfordern wie bei Kongressen oder zu Studienbeginn, kann der Bereich erweitert werden.

Zeitgemäße Technologien (Projektionen, Monitore), die über die Universität und aktuelle Ereignisse informieren, sollen in der Aula ebenfalls Platz finden, in den Seitenaulen werden neue Info-Terminals aufgestellt, die auch für RollstuhlfahrerInnen leicht les- und bedienbar sind. Nicht zuletzt soll auch die Lichtgestaltung deutlich verbessert werden, die Aula soll heller werden.

Redaktion:
Wie sehr wird der Umbau der Aula den Zugang einschränken?

Jurenitsch:
Je nach Fortschritt der Baumaßnahmen wird es eine Umleitungsbeschilderung geben. Wir hoffen, die Durchgängigkeit der Aula bis auf kleine Ausnahmen halten zu können. Es wird sicherlich Gangbehinderungen geben, was die Universitätsleitung den Betroffenen jeweils im Vorhinein kommunizieren wird.

Redaktion:
Wie sieht das Konzept für den Arkadenhof und die dort befindlichen Büsten aus?

Jurenitsch:
In der ersten Bauphase heuer wird die Grünfläche des Arkadenhofs umgestaltet, und zwar so, dass das ursprüngliche Konzept von Heinrich von Ferstel wieder deutlich sichtbar wird. Die jetzige Gestaltung des Gartenraumes beinhaltete nur eine Teilrenovierung und wurde 1965 vom Gartenarchitekten Josef Oskar Wladar vorgenommen. Der Baumbestand bleibt erhalten. Als Oberfläche ist vollflächig ein dichter, begehbarer Rasenteppich vorgesehen, der von den Studierenden als Sitz- und Liegefläche genutzt werden soll.

In der nächsten Ausbaustufe 2006 sollen die Arkaden und die darin befindlichen Büsten von einer, nun ja, 'monumentalen Friedhofstimmung' in einen lebendigen Ort umgestaltet werden. Zusätzliche Informationen zu den Büsten sollen die BesucherInnen mit den Hintergründen der Aufstellung konfrontieren.

Redaktion:
Welches Gebäude, welcher Raum wird als nächstes saniert?

Jurenitsch:
Im Juli wird mit der Sanierung des Audimax begonnen, bis September wird das Dach im Audimax neu gemacht. Im Sommer 2006 wird das 'Innenleben' generalsaniert: die Elektrik, Wände, Sitze, auch hier steht Behindertengerechtigkeit im Vordergrund. Wenn das abgeschlossen ist, ist die Sanierung des Hauptgebäudes ? bis auf die Bibliothek ? abgeschlossen. Alle anderen Hörsäle wurden in den letzten vier Jahren renoviert.

Die Universitätsbibliothek Wien ist auf der österreichischen Generalsanierungsliste mit höchster Priorität enthalten. Der geplante Tiefspeicherbau unter der Reichsratstraße lässt sich aus Kostengründen nicht verwirklichen, eine Machbarkeitsstudie von Architekten soll andere Lösungen prüfen.
Im technischen Generalsanierungsplan sind weiters die Universitätssternwarte sowie die Althanstraße (UZA I) enthalten. Dann gibt es verschiedene Gebäude, die wir sinnvoller Weise gar nicht mehr sanieren, sondern die wir einfach verlassen, weil sie für universitäre Zwecke bzw. von der baulichen Substanz her nicht geeignet sind, zum Beispiel die Garnisongasse 3.

Redaktion:
Die Institute der Universität Wien sind auf rund 60 Standorte verteilt. Nachdem es nicht zur Übersiedlung einiger Institute in die Riemergasse gekommen ist ? denkt die Universitätsleitung an andere Standorte? Wird es in den nächsten Jahren zu einer Reduktion der Anzahl der Standorte kommen?

Jurenitsch:
Wir haben das konkrete Ziel der Standortkonzentration. Die Informatik ist zum Beispiel auf sieben, die Philosophie/Bildungswissenschaft auf drei Standorte verteilt. Da gibt es im Moment verschiedene Varianten der Zusammenführung. Die erste Übersiedlung könnte 2007/08 sein, wie bei einem Domino-Effekt würden die anderen Varianten dann nachziehen. Ein Ziel ist auch, den Standort Brünner Straße (BWZ), der sich leider nicht so entwickelt hat, wie man sich das damals, als man die Entscheidung zur Übersiedlung getroffen  hat, vorgestellt hat, wieder in den Stadtbereich zu verlegen.

Im Vordergrund steht auch die Anpassung des Seminarraum- und Hörsaalbedarfs an neue Gegebenheiten, denn Kleingruppenunterricht kommt immer mehr, daher werden wir in den nächsten Jahren sicherlich auch mehr Seminarräume benötigen.

Redaktion:
Die Mietzinsrücklagen werden für die geplanten Sanierungen nicht ausreichen.

Jurenitsch:
Die meisten Gebäude sind von 1999 bis 2001 vom Bund an die BIG übergeben worden, allerdings ohne Mietzinsreserven ? weil die Universitäten als Bundesdienststellen keine Mieten gezahlt haben. Es ist klar, dass bei Sanierungen Zusatzkosten auf die Universitäten zukommen, etwa wenn die Einrichtung neu zu gestalten ist. Wenn keine Mietzinsrücklagen da sind, kommt es zu einer Erhöhung der Miete. Das ist dann ein Thema für die Leistungsvereinbarungsverhandlungen der Universitäten mit dem Wissenschaftsministerium. (mh)

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