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Organisationsplan mit großer Mehrheit beschlossen
UG 2002
Redaktion am 16. Januar 2004

Der Senat der Universität Wien stimmte in seiner gestrigen Sitzung, die trotz der Protestaktionen der Studierenden fortgesetzt wurde, dem neuen Organisationsplan des Rektorats mit einer Mehrheit von 14 zu vier Stimmen zu.

Mit Ausnahme von vier der fünf StudierendenvertreterInnnen haben alle universitären Gruppen - ProfessorInnen, Mittelbau und allgemeine Bedienstete - dem Vorschlag zugestimmt. Damit zeigt sich, dass der vom Rektorenteam der Universität Wien präsentierte Vorschlag eine breite Mehrheit findet.
Die vom Rektorat geplante, mittlerweile vom Senat abgesegnete und von den Studierenden kritisierte Neuorganisation der Alma Mater Rudolfina sieht 18 statt bisher sieben Fakultäten vor. Statt den bisher drei Organisationsebenen Rektor, Fakultäten, Instituten sollen künftig - im Sinne einer flachen Hierarchie - mit Rektorat und Fakultäten nur mehr zwei existieren. Die Neustrukturierung der Universität Wien soll mit Beginn des Sommersemesters in Kraft treten.

Studentische Mitbestimmung bei Studien- und Lehrorganisation

Rund 200 bis 300 AktivistInnen haben gestern gegen 16 Uhr das Rektorat B und den Senatssitzungssaal, in dem der Senat seit 14.30 Uhr über den Organisationsplan beriet, besetzt. Stein des Anstoßes der gestern begonnenen Studierendenproteste ist der von Rektor Georg Winckler im November 2003 vorgelegte Organisationsplan. Das von den Studierenden - v.a. von StudierendenvertreterInnen von GRAS, VSStÖ und KSV - kritisierte Ende der Mitbestimmung hat allerdings nichts mit dem Organisationsplan zu tun. Diese wurde mit dem neuen Universitätsgesetz (UG) 2002 abgeschafft. Selbst ohne organisatorische Änderung hätten die StudentInnen nur mehr im Senat ein verbrieftes Mitspracherecht. Im Organisationsplan wird den StudentInnen allerdings zusätzlich eine Mitsprachemöglichkeit bei der Studien- und Lehrorganisation eingeräumt.

Keine Gespräche unter Androhung von Gewalt

Das Rektorat der Universität Wien betont, dass es nach wie vor daran interessiert ist, die VertreterInnen der Studierenden in Verhandlungen über die weitere Gestaltung der Universität im UG 2002 einzubinden und erinnert daran, dass die Gespräche zur Neuorganisation in den vergangenen Wochen nicht von Seiten des Rektorats, sondern von den Studierenden abgebrochen worden seien. Auch waren gestern Abend Gespräche mit den BesetzerInnen des Senatssaals und des Rektorats B - das seit heute Freitag früh geräumt ist - nicht möglich, da die Polizei aufgrund der Situation vor Ort nicht für die Sicherheit der Universitätsvertreter garantieren konnte. Unter Androhung von Gewalt sei eine Gesprächsbereitschaft nicht möglich, teilte Rektor Winckler mit. Bei der Besetzung wurden mehrere Türen aufgebrochen und beschädigt, die ÖH erklärte sich mittlerweile bereit, für den Schaden aufzukommen. Der Senatssaal wird heute noch besetzt bleiben, weitere Aktionen würden folgen, ließ die ÖH verlauten.

Durch den Organisationsplan ist die Mitbestimmung der Studierenden auch auf Ebene der Studienrichtungen gesichert. Die Studierenden sind damit direkt in die Lehr- und Studienorganisation sowie in die Qualitätssicherung der Lehre eingebunden. Die Studierenden sind auch in der Weiterentwicklung der Studienpläne über die Curricularkommission des Senats und die fachspezifischen Arbeitsgruppen, welche die Erstellung und Änderung von Studienplänen erarbeiten, vertreten. (APA/mh)

Rektorat Universität Wien
ÖH Universität Wien

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