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Österreichisches Recht macht Schule
EU-Erweiterung
Vina Yun (Redaktion) am 27. Mai 2004

Im Wintersemester 2004 fand erstmals die ?Schule des österreichischen Rechts? an der Jagiellonen Universität in Krakau statt ? mit großem Erfolg. Einem weiteren Ausbau der Kooperation der Rechtwissenschaftlichen Fakultäten in Wien und Krakau sieht o. Prof. Dr. Heinz Krejci vom Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht daher mehr als positiv entgegen.

Die Gründung der ?Schule des österreichischen Rechts? in Krakau wurde auf der Grundlage und im Rahmen eines Double-Agree-Abkommens über die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten in Wien und Krakau vereinbart. Mit der Errichtung der Rechtsschule soll sowohl AbsolventInnen als auch Studierenden der Fakultät für Rechtswissenschaft und Verwaltung an der Jagiellonen Universität ein Einblick in die österreichische Rechtsordnung geboten werden, der zu einer weiteren rechtsvergleichenden Vertiefung führen soll. ?Schwerpunkt ist nicht die Darstellung der kompletten Rechtsordnung, sondern sind wirtschaftsrechtliche und europarechtliche Belange?, erläutert o. Prof. Dr. Heinz Krejci, Vorstand des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Wien, der mit der Leitung der Rechtsschule auf österreichischer Seite betraut ist. ?Das hängt, insbesonders durch den aktuellen EU-Beitritt Polens, damit zusammen, dass unsere Wirtschaftsordnungen zunehmend zusammenwachsen und die internationalen Wirtschaftsbeziehungen sehr stark werden ? und das bedeutet zwangsläufig, dass man mit anderen Rechtsordnungen zu tun bekommt. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass dadurch auch ein gewisses Kontaktreservoir aufgebaut wird? ? ein Umstand, der in Zukunft sowohl JuristInnen in Polen wie in Österreich im ?neuen Europa? zugute kommt. Blick auf Österreich Der erste Kurs der österreichischen Rechtsschule umfasste die Themenkreise ?Verfassungsrecht und öffentliches Wirtschaftsrecht?, ?Wirtschaftsstrafrecht?, ?Allgemeines Zivilrecht?, ?Privates Wirtschafts- und Unternehmensrecht? sowie ?Zivilrechtliches Verfahren, Exekutions- und Insolvenzrecht und Schiedsgerichtsbarkeit?. Unter den Vortragenden waren neben Heinz Krejci auch Dekan Walter Rechberger vom Institut für Zivilrechtliches Verfahren, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Brandstetter (Institut für Strafrecht und Kriminologie), Univ.-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk (Institut für Staats- und Verwaltungsrecht) sowie Univ.-Prof. Dr. Constanze Fischer-Czermak und Univ.-Prof. Dr. Martin Schauer (Institut für Zivilrecht). Das Interesse an der ?Schule des österreichischen Rechts? ist groß ? so sollen in der aktuellen, zweiten Ausbaustufe der österreichischen Rechtsschule die Lehrveranstaltungsstunden von 24 auf nunmehr 72 Stunden aufgestockt werden. Qualifiziertes Publikum In Krakau finden sich auch einige andere internationale Rechtsschulen ? etwa eine deutsche, eine französische sowie eine US-amerikanische ?, die bereits seit längerem etabliert wurden. ?Da freut es uns natürlich, dass der Blick Krakaus gerade auf uns gefallen ist?, kommentiert Krejci die aktuelle Institutionalisierung der österreichisch-polnischen Kontakte im juridischen Bereich. Die österreichische Rechtsschule wird im Allgemeinen von Studierenden besucht, die bereits die deutsche Rechtsschule absolviert haben. Krejci: ?Der Vorteil ist der, dass wir, in Anschluss an die deutsche Rechtsschule operierend, ein sehr qualifiziertes Publikum haben. Die Studierenden sind ausgesprochen interessiert, sehr intelligent, können weitestgehend sehr gut Deutsch und haben ein interessantes Vorwissen. Und sie kennen natürlich auch das polnische Recht, das sich in weiten Strecken schon dem Europarecht und den europäischen Vorgaben angepasst hat.? Intensivierung der Kontakte Neben der österreichischen Rechtsschule, die jedes zweites Semester stattfinden wird, soll die wissenschaftliche Kooperation im juridischen Bereich weiter ausgebaut werden ? etwa durch ein ständiges österreichisch-polnisches Seminar, das aktuellen Themen gewidmet und dessen Abhaltung teils in Österreich, teils in Polen geplant ist. ?Dem zugrunde liegt der Gedanke, die Kontakte der ältesten Universitäten nördlich der Alpen ? also Krakau, Wien und, wenn es funktionieren sollte, auch Prag ? zu pflegen und zu intensivieren, darunter eben auch solche der juridischen Fakultäten.? Als nächster Schritt ist auch der Austausch von DissertantInnen angedacht, die von den Universitäten in Wien und Krakau gemeinsam betreut werden. ?Ob und wie sich das verwirklichen lässt, wird man sehen?, so Krejci. ?Wir haben natürlich immer auch das Sprachproblem. Die Polen können gut Deutsch und auch Englisch, hingegen glaube ich nicht, dass sich da besonders viele österreichische Studierende finden werden, sofern sie nicht schon von vornherein Polen-Bezüge haben und Polnisch können. Man muss eine gemeinsame Sprache finden ? ich selbst sehe die Zukunft so, dass Englisch Europa als Sprache dominieren wird.? (vy) Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht Jagiellonen Universität Krakau  

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