Die Aufgaben des ZID, der 150 MitarbeiterInnen beschäftigt, betreffen den gesamten IT-Bereich der Universität Wien, den Service im Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation, einschließlich des Telefonwesens. Der ZID stellt die IT-Infrastruktur für die Lehre und Forschung an der Universität Wien bereit. Hier ist als Beispiel der Schrödinger-Computer, ein Rechnersystem für numerisch intensive Anwendungen und das leistungsfähigste Computersystem in Österreich, zu erwähnen.
IT-Services werden aber auch für die Verwaltung und für die Universitätsbibliothek der Universität Wien geboten. Zudem werden Aufgaben, die über die Universität Wien für ganz Österreich hinausgehen, erfüllt, wie der Betrieb des österreischischen Wissenschaftsnetzes ACOnet, das alle Universitäten des Landes, Forschungs- und Bildungseinrichtungen mit dem Internet verbindet. "Wir verstehen uns als technische Serviceeinrichtung und sind der Provider für alle IT-Anwendungen an der Universität Wien", erklärt Dr. Peter Rastl.
Vom Rechenschieber zum Internet
Peter Rastl wurde 1945 in Bad Aussee geboren und ist seit 1970 an der Universität Wien im EDV-Bereich tätig. 1976 wurde er Leiter des Zentralen Informatikdienstes.
Begonnen hat Dr. Rastl an der Universität Wien mit einem Chemiestudium: "Ich bin schon als Schulkind mit Chemie in Berührung gekommen, weil bei meiner Oma im Salzkammergut ein Chemiker als Sommergast gewohnt hat. Er hat mich mit Reagenzgläsern und Chemikalien versorgt, daher war es auch für mich während der Gymnasialzeit völlig klar, dass ich Chemie studieren werde. Rückblickend würde ich sagen, dass ich lieber Mathematik studiert hätte. In meiner Dissertation konnte ich beide Interessen unterbringen und habe mich mit Theoretischer Festkörperphysik auseinandergesetzt", so Rastl.
Studierende der Mathematik und Naturwissenschaften arbeiteten damals am Anfang noch mit Logarithmenbuch und Rechenschieber. Durch seine Dissertation kam er dann mit der Rechenanlage der Universität Wien in Berührung. "Die Leistung des damaligen Großrechners wird heute von einem einfachen PC überboten", schmunzelt Peter Rastl. Der studierte Chemiker war von diesen Rechenanlagen so begeistert, dass er an der Universität Wien blieb und zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Statistik angestellt war, wenig später als Vertragsbediensteter im EDV-Bereich.
"E-Mail: So ein Blödsinn!"
Die technischen Entwicklungen im EDV-Bereich gingen schnell voran. Dass die Universität Wien eine wesentliche Rolle bei der Einführung von E-Mail und Internet in Österreich gespielt hat, ist nur wenigen Menschen bekannt. Elektronische Post wurde an der Universität Wien zum ersten Mal 1986 allgemein angeboten. Dr. Rastl kann sich noch gut an die Pionierzeit erinnern: "Als ich Ende der siebziger Jahre gehört habe, es gibt so etwas wie E-Mail, war meine erste Reaktion: 'Was ist das für ein Blödsinn! Für so primitive Dinge wie Briefe schreiben verwendet man diese teuren Großrechenanlagen?'"
1990 war ein weiterer Meilenstein in der EDV-Geschichte Österreichs: Der Großrechner der Universität Wien wurde mit einer festen Standleitungsverbindung zum Forschungszentrum CERN in Genf an das internationale Internet angeschlossen. Das war die Geburtsstunde des Internets in Österreich.
Profitiert von den Initiativen des ZID haben Anfang der neunziger Jahre auch die Länder des ehemaligen Ostblocks nach der Wende. Gemeinsam mit IBM wurden an allen wichtigen Universitätsstädten in diesen Ländern Computersysteme installiert, die auch mit dem Internet vernetzt wurden.
eLearning und mehr Service
Heute betreibt der ZID neben den umfangreichen Dienstleistungsaufgaben an der Universität Wien auch den Vienna Internet Exchange (VIX). In den letzten Monaten wurde das Datenleitungsnetz an der Universität weiter ausgebaut, auch der Service für Studierende wurde verbessert (Unet). Wesentliche Pläne für die Zukunft sieht Rastl in der IT-Unterstützung der Verwaltung der Universität Wien, beispielsweise im Bereich der Prüfungsverwaltung.
Außerdem haben sich im Zuge der neuen Organisationsstruktur massive Änderungen ergeben, durch die größere Anzahl von Fakultäten und die neue Raumaufteilung muss auch hier viel getan werden. Nicht unerwähnt bleiben darf der große Bereich des eLearnings, vor kurzem wurde die Lernplattform für Lehrende und Studierende, WebCT Vista, vorgestellt, die ab dem nächsten Wintersemester im Einsatz sein wird.
Vögel und Computer
Ob sich der Computerexperte auch privat mit Computer beschäftigt? "Natürlich tue ich das. Ich kaufe zahlreiche CDs, insbesondere klassische Musik, übers Internet." Wenn er einmal nicht vor dem Computer sitzt, dann hält sich Rastl am liebsten im Freien auf. Sein größtes Hobby ist "Birdwatching". "Das ist wirklich ein tolles Kontrastprogramm, außerdem gibt mir diese Beschäftigung auch die Gelegenheit zum alleine sein", so Rastl. Von 1981 bis 1990 war er sogar Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Vogelkunde. (du) |