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Elisabeth Seidl und ihr Dissertationsbetreuer Giselher Guttmann, emerit. Professor für Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie.


Elisabeth Seidl mit Ilsemarie Walter.


Elisabeth Rappold, Assistintin Elisabeth Seidls (links), Ulrich Körtner, Professor für Systematische Theologie an der Universität Wien, und Dekan Rudolf Richter im Gespräch.


Reinhard Krepler, Leiter des AKH, im Gespräch mit Herrn Billroth.


Lebenslauf und Forschungstätigkeit von Elisabeth Seidl Schwerpunkt "Alte/r/n" Ein Semester Stiftungsprofessur Pflegewissenschaft
Pflegewissenschaft für die Gesundheitsversorgung von morgen (2)
Antrittsvorlesungen
Gastbeitrag von Elisabeth Seidl am  6. April 2005

Im zweiten Teil der Zusammenfassung ihrer Antrittsvorlesung schildert Elisabeth Seidl die im europäischen Vergleich späte Akademisierung der Pflege in Österreich und die Aufgaben der Pflegewissenschaft in Österreich.

Die Entwicklung der Pflegewissenschaft in Österreich Am 6. September 1999 hat der Rektor der Wiener Universität den Studienplan eines Individuellen Studiums Pflegewissenschaft in Kraft gesetzt. Vorangegangen waren ca. 25 Jahre der Vorarbeit mit einem vorläufigen Höhepunkt in der Gründung des Instituts für Pflege- und Gesundheitssystemforschung an der Universität Linz im Jänner 1992. Viele Gruppierungen innerhalb und außerhalb der Berufsgruppe der Pflege und viele Einzelpersonen haben bei dieser Vorarbeit mitgeholfen. Die Anzahl der InskribentInnen des Individuellen Studiums an der Universität Wien war sofort hoch und ist überraschend schnell gestiegen. Derzeit liegt die Zahl der Studierenden bei ca. 450. Ungefähr 30 haben das Studium bereits abgeschlossen. Ein Individuelles Studium konnte somit keine Dauerlösung sein, und es ist daher den Stiftern zu danken, dass mit 1. Oktober 2004 eine auf drei Jahre befristete Stiftungsprofessur eingerichtet werden konnte, die zugleich die Verpflichtung beinhaltet, ein ordentliches Studium einzurichten. Inzwischen ist die Curriculumsentwicklung für ein Bakkalaureats- und Magisterstudium in Zusammenarbeit mit den Curricularkommissionen der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien tatsächlich gelungen. Die Etablierung eines Ordentlichen Studiums im kommenden Herbst ist eine dringende Notwendigkeit. Programme für das Gesundheitssystem von morgen Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein bedarfsgerechtes Gesundheitssystem von morgen liegt in einer Änderung der Position der PatientInnen, die heute noch immer viel zu asymmetrisch ist; die Verwendung neuer Bezeichnungen wie "Klient/Klientin" oder sogar "Kunde/Kundin" auch in Institutionen, wo es um Akut- und Schwerkranke geht, reicht nicht aus. Sollte ich ein Szenario des Gesundheitssystems von morgen zeichnen, würde ich drei verschiedene Ebenen unterscheiden: die Mikro-, die Meso- und die Makroebene. Auf der Mikroebene geht es darum, jedem/jeder einzelnen die Möglichkeit zu geben, seine Vorstellungen von gesund leben, Krankheit bewältigen oder sterben zu realisieren. Viele Aufgaben wird die Pflegewissenschaft in Zukunft nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfüllen können, aber sie muss ihre Rolle wahrnehmen. Neue Aufgabenfelder liegen dabei in der Sorge um Personengruppen, die bis jetzt noch nicht in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt sind wie etwa Schulkinder, die an Epilepsie leiden, oder Familien, die ihren Kindern das Sterben zu Hause ermöglichen wollen. Auf der Mesoebene geht es um organisatorische Aktivitäten und um die Vernetzung der verschiedenen bestehenden Initiativen. Auf der Ebene der Gemeinden, der Vororte von großen Städten, von Stadtteilen ("Grätzl") einer Großstadt, müssen Konzepte zur Gesundheitsversorgung und Prävention der Bevölkerung entwickelt werden. Ein weiter greifender Ausbau von Pflege und Betreuung in Familien, in der Hauskrankenpflege, muss jedenfalls Priorität haben. Die Aktivitäten auf der Makroebene sind populationsbezogen. Gesundheitswissenschaften haben eine wichtige Funktion bei der Erstellung von landesweiten Gesundheitsplänen, auch die Pflegewissenschaft wird darin eine wichtige Rolle zu übernehmen haben. Ein solcher Plan muss sowohl die Behandlung und Pflege von Krankheiten als auch Gesundheitsförderung und Prävention umfassen und auf der Erfassung des Bedarfs und der Bedürfnisse der Betroffenen basieren. Die Erstellung eines Prioritäten- wie auch eines Bildungsplans im Gesundheitswesen ist dringend nötig. Schließlich sind Implementierungsstrategien zu entwickeln, die der Politik eine Grundlage zur Planung und Schaffung geeigneter Strukturen zur Gesundheitsversorgung und -förderung bieten. Die Antrittsvorlesung "Pflegewissenschaft für die Gesundheitsversorgung von morgen" fand am Dienstag, 5. April 2005 um 17 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt. Lesen Sie hier den ersten Teil des Artikels.  

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