Seelenschau in der Universitätsbibliothek |
| Veranstaltungen, 150. Geburtstag Freuds, Kultur |
| Heidrun Huber (Redaktion) am 8. Mai 2006 |
Die Universitätsbibliothek präsentiert in ihrem Foyer anlässlich des Jubiläumsjahres zu Sigmund Freuds 150. Geburtstag den Begründer der Psychoanalyse. Die Ausstellung, die sich dem "jungen Freud" widmet, wird am Mittwoch, 10. Mai 2006, um 18 Uhr eröffnet und ist bis 30. September 2006 während der Öffnungszeiten der UB zu besichtigen. |
Ob sich die Studierenden in den Lesesälen der Universitätsbibliothek auch der Freud-Lektüre widmen, weiß man nicht. In der Ausstellung "Seelenschau. Sigmund Freuds Wandel vom Mediziner zum Psychoanalytiker" begegnet ihnen Freud in den nächsten Monaten auf alle Fälle in Wort und Bild. Und zwar der "junge Freud", also jener Lebensabschnitt von den Anfängen seiner Studienzeit bis zur Entwicklung seiner weltberühmten Thesen. Gezeigt werden in der Ausstellung Erstveröffentlichungen Freuds früher Schriften sowie Dokumente, Briefe und Bilder aus seiner ersten Arbeitszeit. Die BesucherInnen folgen Freud vom Anfang seiner Laufbahn an der Universität Wien bis hin zur Entwicklung seiner Bahn brechenden Thesen und der Entstehung der Psychoanalyse um 1900.
Freuds Entwicklung ?
Seine Studienzeit verbrachte der österreichische Neurologe und Tiefenpsychologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Daran erinnert seine Büste, die gewöhnlich unter jenen anderer prominenter Gelehrten im Arkadenhof zu finden ist und als Ausdruck der Wertschätzung anlässlich seines Geburtstags am 6. Mai temporär in die Aula verlagert wurde. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete der junge Arzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Bei einem Studienaufenthalt in Paris 1885 orientierte er sich neu. Der entscheidende Anstoß dazu war der Besuch bei J. M. Charcot in der psychiatrischen Klinik am Hôpital Salpêtrière, wo Freud Hysteriefälle beobachten konnte. Zurück in Wien, begann er mithilfe seines Freundes Josef Breuer unbewusste psychische Prozesse zu analysieren.
? und ihr Umfeld
Josef Breuer war bei weitem nicht der Einzige, der Freuds Schaffen begleitete. Sein intellektuelles Umfeld setzte sich aus zahlreichen Lehrern, WeggefährtInnen und FreundInnen zusammen. Diese werden in der Universitätsbibliothek ebenso präsentiert wie die wissenschaftlichen und künstlerischen Kreise im Wien des 19. Jahrhunderts. Anhand ausgewählter Fallbeispiele von Freuds PatientInnen bietet die Ausstellung einen Einblick in die Arbeitsweise und das gesellschaftliche Milieu von Sigmund Freud.
Feierliche Eröffnung der Ausstellung
Die Ausstellung wird am Mittwoch, den 10. Mai 2006, um 18 Uhr im Großen Lesesaal feierlich eröffnet. In zwei Vorträgen erfahren die BesucherInnen mehr über Freuds Wien und Freud und die Neurowissenschaften. Univ.-Prof. Mag. DDr. Christiane Spiel, Dekanin der Fakultät für Psychologie, spricht einleitend einige Worte. Die Veranstaltung ist musikalisch umrahmt. (hh)
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