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Studieren im Botanischen Garten der Universität Wien |
| Botanischer Garten |
| Dieter N. Unrath (Redaktion) am 29. Januar 2004 |
Aufgrund seiner Artenvielfalt und seiner Lage - direkt neben dem Institut für Botanik der Universität Wien - hat der Botanische Garten einen fixen Platz im Studium der Biologie. Er kann als Lehr- und Forschungsstätte für StudentInnen der Biologie und für WissenschafterInnen genutzt werden. |
Eine wesentliche Aufgabe des HBV (Hortus Botanicus Vindobonensis) ist es, Material für Forschung und Lehre im Garten zu kultivieren und für Nachhaltigkeit zu sorgen. Der Garten hat eine Servicefunktion in Bezug auf die Bereitstellung von Pflanzenmaterial für die universitäre Lehre. "Es ist bei dieser Materialzusammenstellung schwer zu trennen zwischen dem Lehr- und Forschungsanteil, der Garten produziert alleine für Forschung und Lehre ca. 10.000 Stück Pflanzen und Pflanzenteile von ca. 350 bis 400 Pflanzenarten pro Jahr, in der Stückzahl soviel wie ein mittlerer Gartenbaubetrieb, aber mit viel größerer Vielfalt", erklärt Dr. Michael Kiehn vom Botanischen Garten. Forschung vor Ort Der HBV wird von allen biologischen Fachrichtungen, insbesondere von der Botanik und Ökologie, genutzt. Entweder wird das Pflanzenmaterial für die Forschung zur Verfügung gestellt oder der Garten wird selbst als Stätte der Forschung benutzt. Besonders in der Tropenbiologie spielt der HBV eine wichtige Rolle: "Neben der Geländearbeit vor Ort ist es ganz wichtig, dass man die Möglichkeit hat, die Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen zu kultivieren, zur Blüte zu bringen und zu studieren, was sehr häufig im Gelände nicht möglich ist", so Kiehn. Pflichtprogramm im Biologiestudium Im ersten Studienabschnitt der Studienrichtung Biologie sind Einführungsübungen für das Hauptfach vorgeschrieben. Bei diesen Einführungen wird ein Querschnitt über alle Fachbereiche gegeben. Dabei gibt es auch fünf Halbtage Botanik. Einer dieser Tage ist dem Standort Rennweg (Institut für Botanik) gewidmet, wo die Forschungseinrichtungen des Instituts und der Botanische Garten mit spezieller Berücksichtigung der Fragestellung Forschung/Lehre systematisch vorgestellt wird. "Die StudentInnen kommen bereits im ersten Studienabschnitt mit dem Botanischen Garten in Berührung. Für Studierende, die später Botanik und Ökologie als Vertiefung wählen, ist der Garten natürlich eine wichtige Lehrstätte", sagt Kiehn. Ein besonderer Service ist die Möglichkeit für Studierende der Biologie, mit einer speziellen Karte die Sammlungen des Gartens für Lernzwecke verwenden zu können. Rolle des Gartens im Lehramtsstudium Im Lehramtsstudium hat der Botanische Garten im Bereich der Fachdidaktikveranstaltungen im ersten Studienabschnitt einen fixen Platz, so z.B. in der Lehrveranstaltung "Theorie und Praxisdidaktik in Biologie und Umweltkunde". In der Übung steht an einem Tag der Botanische Garten im Mittelpunkt. "Ziel der Lehrveranstaltungen im Botanischen Garten ist es, dass die Studierenden den HBV als Ort des Lernens und der Präsentation von Pflanzen kennen lernen", erklärt Kiehn. Lehramtsstudierende machen auch Führungen für PflichtschülerInnen und Gymnasiasten im Botanischen Garten. Jahrhundertalte Wissenschaftstradition Das Biologiestudium an der Universität Wien zeichnet sich dadurch aus, dass es im gesamten deutschsprachigen Bereich keinen Standort (mehr) gibt, wo WissenschafterInnen - wenn man sich die Publikationen anschaut - ein umfassendes Angebot an biologischen Fachbereichen lehren. "Wir sind im deutschsprachigem Raum der letzte 'Überlebende' einer Wissenschaftstradition, die Jahrhunderte alt ist, aber nichts an Bedeutung eingebüsst hat. An der Universität Wien haben wir es geschafft, die Brücken zu schlagen zwischen klassischer und moderner Wissenschaft, während viele andere Einrichtungen sich nur auf das 'Moderne' konzentriert haben und so wertvolles Wissen und technische Fähigkeiten verloren haben", meint Dr. Kiehn. GärtnerInnenausbildung für die wissenschaftlichen Sammlungen Seit 1983 ist der HBV auch Ausbildungsstätte für Gärtnerlehrlinge. Derzeit gibt es neun Lehrstellen, die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit der Berufsbezeichnung "Landwirtschaftlicher Gärtner" ab. Die Lehrlinge erlernen auch die Betreuung von Pflanzenspezialsammlungen, ohne diese Arbeit könnte der Botanische Garten seine Leistungen nicht oder nur vermindert erbringen. Diese besonders ausgebildeten Lehrlinge sind bei Eignung auch unsere künftigen GärtnerInnen für diese Pflanzenspezialsammlungen. Außerdem erhöhen gut ausgebildete Lehrlinge und JunggärtnerInnen die Reputation des HBV und der Universität Wien in Fachkreisen und in der Gesellschaft. (du) Informationen zum Studium der Biologie/Botanik Institut für Botanik Botanischer Garten |
