Der junge Wissenschaftszweig der kritischen Fußballforschung steht im Mittelpunkt der Tagung "Mann schafft. Frau spielt. Geschlechterkonstruktionen im Fußball". Dabei kommen nicht nur WissenschafterInnen, sondern auch PraktikerInnen zu Wort. In fünf Panels diskutieren ExpertInnen aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, Finnland, den USA, Kanada und Israel über "anderen Fußball".
Inszenierungen auf dem Fußballplatz und abseits
Zentrale Fragestellungen drehen sich um Geschlechterkonstruktionen im Fußball: Ist der Fußballplatz ein exklusiv männlicher Raum? Wie inszeniert das Fußballspiel Männlichkeit und Weiblichkeit? Die Vielfalt der vertretenen Disziplinen, aus denen die Vortragenden stammen - Soziologie, Sportwissenschaft, Sozialarbeit, Literaturwissenschaft, Polizei und NGOs sowie FußballerInnen selbst -, spiegeln das breit gefächerte Tagungsprogramm wider.
Fragen rund ums Leder
Jedes der insgesamt fünf Panels steht unter einem bestimmten Thema, darunter "Fußball und Politik", "Frauen im Fußball" oder "Fankultur im Fußball". Pro Panel kommen jeweils zwei bis drei ExpertInnen zu Wort, die in Vorträgen auf ganz bestimmte Aspekte des Überthemas eingehen, wie Mädchenfußball in Israel, Männlichkeit und Homophobie im Profifußball oder das Verhältnis von Polizei und weiblichen Fans.
Auch außerhalb des Spielfeldes zeigen sich Geschlechterkonstruktionen und werfen Fragen auf: Welchen Einfluss haben Fankulturen auf die Inszenierung des Geschlechts? Wieso fehlt nach wie vor die Institutionalisierung von Frauenfußball? Gibt es eine Affinität von Fußball und Prostitution? All jene Fragen werden im Anschluss an die Vorträge auch diskutiert.
Doch auf den Punkt gebracht: Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten. So wird die Tagung mit einem Freundschaftsspiel auch am Fußballplatz ihren Abschluss finden. (red/td)
Tagung: "Mann Schafft. Frau Spielt. Geschlechterkonstruktionen im Fußball" Dienstag, 15. und Mittwoch, 16. April 2008 Universitätscampus, Aula Spitalgasse 2, Hof 1, 1090 Wien Programm Einladung (PDF) |