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Affen machen dumme Sachen ? am liebsten auf Tierpfleger-Lehrling Georg Kvapil, Fotos: ak


Das Essen ? heute werden Apfelstückchen und Heidelbeerjoghurt gereicht ? ?


? ist angerichtet.


Mjam!


Anna Schöbitz im Gespräch mit Stefan Pfeiffer (im Käfig).


Die Meerschweinchen in trauter Dreisamkeit.


Den Ratten geht's gut ?


? und auch die Taube ist zufrieden.


Department für Neurobiologie und Verhaltenswissenschaften, Fakultät für Lebenswissenschaften
Tierische Wissenschaft
Vielfältiger Uni-Alltag, Tiere & Forschung
Anna Kim (Redaktion) am 24. August 2006

"Mein Dosenöffner" nennt Comic-Kater Garfield sein Herrchen ? sie sind das und noch vieles mehr: Krankenpfleger, Arzt, Koch, Animateur, Putzmann, Klomann, Manikür-Mann und Psychologe in Personalunion. Die Rede ist von den Tierpflegern der Universität Wien, die unter anderem Affen, Tauben und Meerschweinchen betreuen.

Da kann "Emergency Room" glatt einpacken: Verheddert sich doch ein junges Weißbüscheläffchen in einem Netz und muss ? aus höchster Atemnot ? von Stefan Pfeiffer gerettet werden. Dem sieht man den Schrecken eine Stunde später noch an. Sitzt auf dem Gang und bespricht mit seinen Kollegen, was sich im Käfig abgespielt haben muss. "Ich habe den Vorfall nur entdeckt, weil es im Käfig plötzlich sehr hektisch zuging. Ich werfe einen Blick hinein und sehe, dass der Kleine mit seinem Kopf im Netz hängengeblieben ist und eigenartige Geräusche von sich gibt. Ich habe ihn so schnell wie möglich befreit. Zum Glück ging es ihm bald wieder besser", erzählt Pfeiffer sichtlich erleichtert, "er hat sofort wieder gefressen." Umbau ... Nun sitzt der drei Monate alte Affe in einem kleinen Extra-Käfig, um sich zu erholen. Das Netz ist schon längst entsorgt, so etwas kommt nicht noch einmal ins Gehege. Ob es immer so spannend zugeht? Anna Schöbitz, die Koordinatorin der Tierhaltung und Laborantin am Department für Neurobiologie und Verhaltenswissenschaften, schüttelt den Kopf. Nein, das sei eine Ausnahme, meint sie. "Bis Oktober herrscht hier leider noch ein Chaos, weil die Tierhaltung umgebaut wird. Doch dann bekommen wir Klimaanlagen, gute Abzüge und Außenvolieren, außerdem die Möglichkeit zur Videoüberwachung; bisher war es nur möglich, die Tiere im Käfig zu beobachten." ... im Affenzirkus Dankbare Objekte zum Beobachten sind jedenfalls die aus Brasilien stammenden Weißbüscheläffchen, deren Verhalten von den ForscherInnen und StudentInnen des Departments für Neurobiologie und Verhaltenswissenschaften unter die Lupe genommen wird. Sie sind zwar scheu; haben sie sich aber einmal an einen Menschen gewöhnt, klettern sie mit großer Vorliebe auf Schultern, Rücken und auf dem Kopf. Der Vater der Bande, das Alphamännchen, ist ein kleiner, rundlicher, besonders zutraulicher Krallenaffe und hört auf den Namen "Pooh". Gib den Affen Futter Was bei den Affen getan werden muss? Boden und Futterbehälter putzen, ein Mal in der Woche ist Großputz angesagt, Käfig ausmisten, Wasser wechseln und füttern ? die genaue Zusammensetzung und die Menge des Futters werden in ein Kontrollheft geschrieben. Am liebsten fressen die Weißbüscheläffchen ? wie kann es anders sein ? Bananen. "Sie bekommen aber auch Mehlwürmer, Heuschrecken, Joghurt, gekochtes Hühnerfleisch, gekochte Eier, Käse, Vitamine und reichlich frisches Obst", zählt Anna Schöbitz auf. Und etwa ein Mal pro Woche müssen die Tierpfleger selbst zum Kochlöffel greifen und eine Affen-Mahlzeit herbeizaubern, zum Beispiel Spätzle mit Topfen. Abstand wahren Aber Achtung: Gefüttert wird nur, wenn es keine Versuche gibt, das muss unbedingt mit den Studierenden und ForscherInnen abgestimmt werden, daher auch der tägliche Eintrag ins Kontrollheft. Beachten sollte man auch, dass man, wenn man sich zu nahe am Käfig aufhält und mit den Tieren noch nicht vertraut ist, von ihnen markiert, also angespritzt wird. Danach kann man ungestört mit ihnen spielen. Allerdings ziehen sie es vor, miteinander und weniger mit Menschen zu spielen. "Zu sehr vermenschlichen sollte man sie auch nicht, sonst wäre das für die Verhaltensforschung kontraproduktiv", meint die Koordinatorin der Tierhaltung. "Wir versuchen, immer einen gewissen Abstand zu bewahren." Tauben für Lernversuche Die rund 60 Tauben machen die meiste Arbeit und produzieren den unangenehmsten Dreck, da müssen schon mal Hochdruckreiniger her. Das Putzen dauert einen halben Tag, gefüttert werden sie allerdings nicht; das ist die Aufgabe der WissenschafterInnen, die die Tiere für Lernversuche brauchen. Wie Dr. Ulrike Aust, die als Elise-Richter-Stipendiatin jene Mechanismen untersucht, die der Erkennung von Bildern bei Tauben zugrunde liegen. Diese stellen durch ihre visuellen Fähigkeiten ? sie haben fünf Farbrezeptoren, Menschen hingegen nur drei ? interessante Versuchsobjekte dar.
Grundsätzlich geht es bei allen wissenschaftlichen Versuchen sehr zivilisiert zu: Lediglich das tierische Verhalten wird beobachtet, erforscht und aufgezeichnet. Um die Ratten kümmern sich die Studierenden des ersten Abschnitts, die mit deren Hilfe den richtigen Umgang mit Tieren erlernen; die Meerschweinchen hingegen sind oft Forschungsobjekte für DiplomandInnen. Flüchtige Meerschweinchen Diese müssen manchmal eingefangen werden, wenn sie sich einbilden, die Welt außerhalb des Käfigs sei um einiges schöner. In der Jobbeschreibung eines Tierpflegers sollte daher keineswegs fehlen: gute Kondition. Wie die Meerschweinchen abhauen? Sie ziehen sich über die Käfigwand. Sportlichere Artgenossen ziehen es vor, aus dem Gehege zu hüpfen: "Eines sprang aus dem Stand an die 50 Zentimeter", lacht Anna Schöbitz. Doch nicht alle lassen sich gerne wieder einfangen, manche laufen lieber.
Das Einfangen-Müssen sollte mit dem Ende des Umbaus aufhören, denn dann haben die "Schweinchen" wieder einen großen Raum für sich, in dem sie sich nach Lust und Laune frei bewegen können. (ak) Die Tierhaltung am Department für Neurobiologie und Verhaltenswissenschaften beherbergt Ratten, Meerschweinchen, Fische, Tauben und Weißbüscheläffchen. Die Leitung hat Ao. Univ.-Prof. Dr. Eva Millesi inne, Koordinatorin ist Anna Schöbitz. Stefan Pfeiffer hat die Pflege der Tiere übernommen. Seit  September 2005 beschäftigt die Tierhaltung mit Georg Kvapil auch einen Lehrling.
Momentan sind Rattenbabys abzugeben. Bei Interesse bitte melden bei:
anna.schoebitz@univie.ac.at.

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