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Universität Wien und EU-Erweiterung
EU-Erweiterung
Michaela Hafner (Redaktion) am  3. März 2004

Anlässlich der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 startet dieUniversitaet-online.at eine Serie, die die Partnerschaften, Netzwerke und Beziehungen der Universität Wien zu Universitäten und WissenschafterInnen der Beitrittsländer in den Mittelpunkt stellt, aber auch Institute und MitarbeiterInnen an der Universität Wien vorstellt, die sich im Rahmen von Forschung und Lehre mit der Erweiterung beschäftigen.

Bei der größten Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union wächst sie mit 1. Mai 2004 um zehn Mitglieder: Polen, Ungarn, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern. Das größte politische und diplomatische Vorhaben der europäischen Nachkriegszeit wurde mit der Unterschrift von 25 europäischen Staats- und Regierungschefs am 16. April 2003 beim Athener Gipfel besiegelt. Während die EU-Erweiterung den wirtschaftlichen Integrationsprozess zwischen den alten und neuen Mitgliedstaaten vorantreiben soll, hat die Integration im Hochschul- und Bildungsbereich schon längst stattgefunden, sind sich ExpertInnen einig. Europäische, EU-übergreifende Universitätsverbände wie die UNICA (Netzwerk europäischer Hauptstadtuniversitäten) oder Mobilitätsprogramme für WissenschafterInnen und Studierende leben Integration, Austausch und Erweiterung schon seit Jahren. "Alte Netzwerke" im Hochschulbereich Universitäten - der Austausch von Wissen(schaft) - sind per se international angelegt. So prägte etwa die Internationalität der Studenten im 19. Jahrhundert das Bild der Stadt Wien und auch den Inhalt der Lehrveranstaltungen, Professoren aus allen Teilen der Monarchie lehrten und forschten an der Universität Wien. Zwischen 1848 und 1918 stammten beispielsweise rund 16 Prozent der Studierenden aus Südosteuropa. Ein Großteil der slowenischen Intelligenz etwa studierte an der Universität Wien. Ein dichtes Netz der Beziehungen der Universitäten untereinander ist über den unmittelbaren Nutzen für Forschung und Lehre hinaus eine Förderung des gegenseitigen Verständnisses. Mehr als eine Million mobiler ERASMUS-StudentInnen haben die Chance genutzt, über diese Programme auch anderen Länder und Kulturen besser kennen zu lernen. Im Rahmen des Bologna-Prozesses sollen nun auch grenzübergreifende Studieneinheiten geschaffen werden - ein Bakkalaureat in Wien und ein Master an einer Nachbaruniversität wie Bratislava oder Budapest soll in Zukunft möglich sein. Während der Studierendenaustausch in südost- und osteuropäische Länder noch keine authentische Reziprozität erreicht hat - so kommen viel mehr Studierende an die Universität Wien als ÖsterreicherInnen dorthin gehen -, ist der Austausch auf Ebene der WissenschafterInnen weitaus ausgeglichener, wie das Beispiel der Physikergruppe "Triangel Kollaboration" zeigt, einer intensiven Kooperation (Konferenzen, Graduiertenkollegs etc.) zwischen den Universitäten in Bratislava, Budapest, Wien und anderen. Inhalt der Serie In der regelmäßigen Serie bis Mai wird ein Überblick über die Partnerschaften und Beziehungen der Universität Wien mit Universitäten der Erweiterungsländer und einige daraus entstandene Projekte wie die Schule des Österreichischen Rechts in Krakau geboten. Einige Studienrichtungen und Institute der Universität Wien haben zu dem Thema EU-Erweiterung eine besondere Verbindung (Slawistik, osteuropäische Geschichte, Deutsch als Fremdsprache, Ostseeraumstudien), andere beschäftigen sich verstärkt mit dem Thema der EU-Erweiterung in Forschung und Lehre, wie etwa ausgewählte Lehrveranstaltungen und Projekte der Wirtschaftswissenschaften oder an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät zeigen. In der Serie werden auch die vielfältigen Möglichkeiten des Austausches für WissenschafterInnen und Studierende (Forschungsaufenthalte, Auslandslektorat, Studium etc.) gerade mit den Beitrittskandidatenländern vorgestellt. Personen, die in letzter Zeit in einem der Erweiterungsländer gelehrt und/oder geforscht bzw. studiert haben oder sich in ihrer Forschung und Lehre an der Universität Wien mit dem Erweiterungsprozess beschäftigen, präsentieren im Rahmen der Serie ihre Erfahrungen. (mh) Buchtipp: Richard Georg Plaschka (Hg.): Wegenetz europäischen Geistes. Bd. 1: Wissenschaftszentren und geistige Wechselbeziehungen zwischen Mittel- und Südosteuropa vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Wien 1983 Bd. 2: Universitäten und Studenten. Wien 1987  

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