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Neugestaltung von Aula und Arkadenhof im Hauptgebäude
Viele Männer und eine Nymphe
Orte der Universität Wien
Michaela Hafner (Redaktion) am  5. August 2003

Räumliches Zentrum des Hauptgebäudes, Erholungsort für Studierende und "Hall of Fame" berühmter Wissenschafter: der Arkadenhof.

Erholung suchende Studierende zwischen zwei Vorlesungen, Studierende und Lehrende, die an heißen Sommertagen aus stickigen Seminarräumen unter die schattigen Bäume flüchten, Festveranstaltungen von Uni-Institutionen (z.B. STUDENT POINT, UNIUN) und glückliche Magitras und Doktores, die mit Verwandten und FreundInnen auf ihre Sponsion oder Promotion anstoßen - so wird der Arkadenhof im Frühjahr und Sommer hauptsächlich genutzt. Wer im Hauptgebäude studiert, kommt jedoch auch an ihnen nicht vorbei: den versteinerten Köpfen ehrwürdiger Professoren.

"Walhalla" verehrter Wissenschafter


Der Arkadenhof bildet das räumliche und architektonische Zentrum des Universitätsgebäudes am Ring. Der Architekt Heinrich von Ferstel, der zur Vorbereitung seiner Planungen Reisen zur Renaissancearchitektur Italiens unternommen hatte, schloss sich bei der Gestaltung des Arkadenhofs an das Vorbild des Palazzo Fanrese in Rom an. "Von dort brachte er die Anregung, einen von Arkaden umschlossenen Hof als campo santo dem Gedenken an berühmte Universitätslehrer zu widmen", erzählt Mag. Thomas Maisel vom Universitätsarchiv.

Dem Geschmack der Zeit entsprechend - bürgerliche Repräsentation durch prunkvolle Bauten und Denkmäler am Ring - wurden Plastiken und Gedenktafeln von wichtigen Größen der Wissenschaft und des Geisteslebens aufgestellt. 1888 wurde das erste Denkmal (Julius Glaser, Jurist) enthüllt, danach wurden bereits existierende Plastiken von anderen Universitätsgebäuden in den Arkadenhof überstellt (z.B. Andreas von Stift, Josef von Quarin), erklärt Maisel. Der älteste dargestellte Gelehrte ist der 1700 geborene Leibarzt Maria Theresias, Gerard van Swieten, der Schwerpunkt liegt bei Wissenschaftern des 19. Jahrhunderts, die aus allen Teilen der Monarchie kamen.

"Das 'Walhalla' der Universität hätte ursprünglich prunkvoller ausfallen sollen, aus finanziellen Gründen war dies aber nicht möglich", meint Maisel.

Vom Komitee zur Büste


Seit 1990 sind sieben Büsten und eine Gedenktafel (für die Opfer des Nationalsozialismus an der Medizinischen Fakultät) aufgestellt worden, im Zeitraum von 1945 bis 1990 hingegen nur elf.

Nymphe Kastalia

Abgesehen von Kastalia befindet sich in den Arkaden keine einzige Statue einer WissenschafterIN. Lediglich an die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach, Ehrendoktorin der Universität Wien, erinnert eine Gedenktafel. Dabei gebe es doch einige berühmte Wissenschafterinnen wie beispielsweise Charlotte Bühler, Elise Richter oder Marie Jahoda, die an der Universität Wien gelehrt und geforscht und zum Ansehen dieser Institution beigetragen haben.

"Männlich, ältlich, bärtlich" oder: Männer und ihre Frauen


Die Büsten wurden mit Mascherln, Kleidern, Hüten, papierernen Ohrringen etc. geschmückt, sie bekamen Schilder umgehängt, auf denen über dem Namen des Wissenschafters beispielsweise zu lesen war: "Haushälterin von ...". Die Aktion wollte am Bild des alleine aus sich entstandenen Genies kratzen, den genialen Männern einen sozialen Kontext geben und die Frauen, Töchter, Schwestern, Geliebten dieser Männer darstellen.Der erste Teil des aktuellen Wettbewerbs "Karrieren im Porträt" - Darstellung von AbsolventInnen gestern-heute-morgen - zielt ebenfalls auf die Belebung des Arkadenhofs und möchte die Statuen und Porträts aus dem "verstaubten Zustand" in die Gegenwart holen, wie Mag. Ursula Gerber vom Zentrum für Forschungsförderung, Drittmittel und Öffentlichkeitsarbeit betont.

Die künstlerischen Umsetzungsideen der Studierenden der Akademie der Bildenden Künste wurden von einer interdisziplinären Jury, der KunsthistorikerInnen und HistorikerInnen angehörten, beurteilt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst 2003 veröffentlicht.

Garten

Der lauschige Garten des Arkadenhofs wird im Auftrag der Wirtschaftsabteilung von einer Gärtnerei gepflegt: in regelmäßigen Abständen nach Bedarf werden die Blumen gegossen, die Sträucher geschnitten und der Rasen gemäht. "Aus budgetären Gründen gibt es derzeit kein Geld für die Neubepflanzung von rund 40 kaputten Rosenstöcken", erzählt Petra Koper von der Wirtschaftsabteilung. Dennoch: Der Arkadenhof zählt zu einem der schönsten Plätze an der Universität Wien, den auch ein paar Rosen mehr oder weniger nicht trüben können. Ein paar Frauen (aus Stein) mehr würden jedoch nicht schaden. (mh)Universitätsarchiv Wirtschaftsabteilung

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