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Die zunehmende wirtschaftliche Vernetzung der modernen Welt ist für IK-Sprecher Gerhard Sorger ein wesentliches Thema. Foto: H. Zwilling


Initiativkolleg "Issues in the global economy"
Volkswirtschaft global
Doktoratsprogramme, Forschungsprojekte, Studium/Lehre
Harald Zwilling (Redaktion) am 21. September 2007

Die Ursachen und Wirkungen der stetig zunehmenden globalen Wirtschaftsinteraktionen sind sowohl wissenschaftlich als auch politisch umstritten. Junge VolkswirtschafterInnen können ab Herbst 2007 im Rahmen eines Initiativkollegs ihre Dissertation zu den vielen offenen Fragen in diesem Wissensbereich verfassen.

Inwieweit können die Europäische Zentralbank und das amerikanische Zentralbanksystem noch unabhängig voneinander handeln? Wird die EU wirtschaftlich homogener? Welchen Einfluss haben die Besitzverhältnisse an privatisierten, ehemaligen Staatsbetrieben in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf die Performance dieser Unternehmen?
Fragen wie diesen gehen ab dem Wintersemester 2007/08 zehn DissertantInnen nach, die im Rahmen des Initiativkollegs "Aspekte globaler Wirtschaftsbeziehungen" als wissenschaftliche AssistenInnen angestellt werden.

Damit auch die richtigen zehn zum Zug kamen, wurden die Stellen zuvor international ausgeschrieben: "Das zentrale Kriterium für die Aufnahme war die Qualität der bisherigen Arbeiten der Studierenden; ein ausgewiesenes Interesse an Themen der globalen Ökonomie war dabei sicher kein Nachteil", meint Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Gerhard Sorger, Sprecher des Initiativkollegs.

Die zehn DissertantInnen, neun Männer und eine Frau, kommen aus insgesamt fünf Ländern: Äthiopien, Deutschland, China, Usbekistan und Österreich. Von der Ausschreibung erhofften sich Sorger und sein Team nicht nur die besten Studierenden, sondern auch eine erhöhte internationale Sichtbarkeit der Doktoratsausbildung in Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien.

Gastvortragende


Auch über die Lehre will man international sichtbar werden: Im Unterschied zur herkömmlichen Dissertation wird die Forschungsarbeit der jungen KollegInnen in ständigem Kontakt zu internationalen ExpertInnen entstehen. Drei internationale Gastvortragende pro Jahr sollen die DissertantInnen dabei unterstützen, die verschiedenen Themenschwerpunkte zu vertiefen. Werden die DoktorandInnen im ersten Jahr noch deren Vorlesungen lauschen, erhalten sie im zweiten und dritten Jahr, wenn es ans eigenständige Forschen und Schreiben geht, auch die Möglichkeit, im Rahmen von Workshops mit internationalen Gästen ihre (Zwischen-) Ergebnisse zu präsentieren. Die fertigen Dissertationen sollen letztendlich auf internationalen Konferenzen präsentiert werden.

Breiter Themenpool


Mit den Themen des Initiativkollegs wollen die Ökonomen der Vielschichtigkeit der zunehmenden wirtschaftlichen Vernetzung der modernen Welt entsprechen. Die insgesamt sechs Themenbündel entsprechen Forschungsschwerpunkten der sechs beteiligten Lehrenden und decken die für ein Verständnis der globalen Ökonomie zentralen Themen ab: Die DissertantInnen werden sich mit den Ursachen und Wirkungen der Globalisierung auf der (mikroökonomischen) Ebene der Firmen, Individuen und Märkte ebenso auseinandersetzen wie mit denen auf der (makroökonomischen) Ebene von Wirtschaftswachstum, Konjunkturzyklen und Wechselkursen. Die Bedeutung der Globalisierung für Private wird ebenso Thema sein wie die Auswirkungen der Globalisierung auf Staaten und Regierungen.

"Wir schauen uns die globale Ökonomie aus den verschiedenen, aber einander ergänzenden Blickwinkeln der ökonomischen Theorie, der ökonomischen Empirie und der Wirtschaftspolitik an", so Sorger.

Strukturierter Rahmen


Damit sich keine/r der DissertantInnen bei dieser Themenvielfalt und Komplexität verzettelt, wird für gute Betreuung und einen strukturierten Rahmen gesorgt: Pro DissertantIn wird es - wie beim herkömmlichen Doktorat aus Volkswirtschaftslehre - zwei BetreuerInnen geben. Zusätzlich zu den im Studienplan vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen wird für die Studierenden des Initiativkollegs die Teilnahme an zwei Seminaren verpflichtend sein. Am Ende jeden Jahres wird ein Jahresbericht von den DoktorandInnen gefordert. Regelmäßige, informelle Meetings sollen wöchentlich stattfinden. Gerhard Sorger erhofft sich ausgezeichnete Dissertationen: "Für das geeignete Umfeld ist gesorgt." (hz)

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