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Was ist Radioaktivität?
Kinderuni 2005
Johanna Spreitzhofer (Kinderuni-Reporterin) am 14. Juli 2005

Alle Welt spricht von der Gefahr durch die radioaktive Strahlung. Aber was ist Radioaktivität eigentlich und wo kommt sie vor? Darüber diskutierten die Kinderuni-Studierenden mit dem Physiker Harry Friedmann.

"Die Luft, das Wasser, der Mensch, alle Dinge sind mehr oder weniger radioaktiv!", erklärte Friedmann den begeisterten Studierenden in der Vorlesung "Was ist Radioaktivität?" am Mittwoch. Diese Leitfrage war einfach beantwortet: Es ist die Kernumwandlung von Atomkernen unter Aussendung von Strahlungen. Weil man sich kaum vorstellen kann, wie groß solche Atomkerne bzw. Atome sind, hat Friedmann den Studierenden deren Größe in einem anschaulichen Vergleich erklärt: Wenn ein Atomkern so groß wie eine Kirsche wäre, müsste das Atom so groß wie ein Fußballplatz sein. Und wenn man annimmt, dass dieses Atom von einem Hammer stammt, so würde diese Größe der Entfernung von Sonne und Erde entsprechen. Die Wissenschaft unterscheidet hierbei drei Arten von Strahlungen: die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung. Mit Hilfe eines einfachen Versuchs konnten wir alle drei Sorten nachweisen. Ein radioaktiver Stein wurde vor ein spezielles Messgerät für diese Strahlen gelegt. Durch einen Lautsprecher hörte man jetzt ein Rauschen und hin und wieder kurze Pieptöne. Wenn allerdings ein Papier dazwischen gehalten wurde, schirmte das die Alphastrahlen ab und man vernahm nur mehr das Rauschen. Mit Hilfe eines dicken Stück Holzes konnten auch die Betastrahlen aufgehalten werden und das Rauschen war eindeutig schwächer. Würde der gleiche Versuch mit einem Stück Blei durchgeführt werden, könnte man gar keine Signale hören, weil Blei alle drei Arten von Radioaktiverstrahlung abschirmt. Die Radioaktivität ist allerdings nicht immer gleich stark, denn sie nimmt mit der Zeit immer mehr ab. Wenn sie bis zur Hälfte abgenommen hat, nennt man diese erste Hälfte "erste Halbwärtszeit". Nach der zweiten Halbwärtszeit beträgt die Radioaktivität nur noch ein Viertel, dann ein Achtel usw. Trotzdem ist die Radioaktivität noch immer da. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Die Halbwärtszeit ist so lange, dass die Strahlungen seit Beginn der Erde erhalten sind (z.B. Uran). 2. Radioaktivestrahlungen werden durch Strahlungen aus dem Weltall nachgebildet. Beachtlich ist, dass sogar der Mensch ein gewisses Maß an Radioaktivität hat. So hat ein Erwachsener Mensch 7000 Becquerel (1 Becquerel = 1 Zerfall/sec.). Darum macht eine gewisse Radioaktivität nichts aus. Wenn sich allerdings ein Unfall in einem Kernkraftwerk ereignet, stellen die austretenden Strahlen sehr wohl eine Bedrohung dar, denn durch sie werden Zellen zerstört. Dies führt langfristig gesehen zu einem höheren Krebsrisiko. Trotzdem braucht man keine Angst zu haben! Geringe Radioaktivität ist überall und vollkommen natürlich!  

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