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Wie behindertengerecht sind die Gebäude der Universität Wien? |
| Behinderung/Integration |
| Andrea Buchner (Redaktion) am 9. April 2003 |
Die älteren Gebäude der Universität Wien erscheinen ob ihrer vielen Treppen und wenigen Aufzüge oft wenig behindertengerecht. Dennoch gibt es behinderte Angestellte und StudentInnen, die jeden Tag ihren Weg zu ihrem Arbeitsplatz finden müssen. DieUniversitaet.at hat mit der Behindertenvertrauensperson für UniversitätsmitarbeiterInnen der Universität Wien darüber gesprochen, wie und ob die Gebäude für diese Personen adaptiert werden. |
Als Behindertenvertrauensperson ist Josef Wettinger für die Betreuung der 65 Angestellten mit Behinderung an der Universität Wien zuständig. Zu seinem Aufgabenbereich gehört unter anderem, für barrierenfreie Zugänge zu den Gebäuden der Universität Wien zu sorgen und sicherzustellen, dass ein Arbeitsplatz behindertengerecht adaptiert wird. Behindertengerechter Umbau "Es ist heute Standard, dass Ausschreibungen für Umbauten an der Universität Wien den Zusatz enthalten, dass auf behindertengerechte Maßnahmen Rücksicht genommen werden muss", erklärt Wettinger. Im Fall eines Umbaus wird Wettinger dann auch sehr oft für die Planung dieser Maßnahmen herangezogen. "Die Liebiggasse 5 wird zur Zeit gerade für das Institut der Psychologie umgebaut. Wir haben darauf geachtet, dass ein Aufzug mit automatischen Türen, Brailleschrift und Sprachkassetten eingebaut wurde, ebenso WCs für Behinderte und ein Leitsystem für Blinde im Hof." Auch andere, neue Bauvorhaben gibt es: "Im NIG wir das hintere Portal bald neu gemacht. Hier wollen wir auch ein Blindenleitsystem und automatische Türen mit Bewegungssensoren einbauen, damit Blinde diesen Eingang besser benützen können", meint Wettinger. Es sei nicht immer einfach, Geld für behindertengerechte Umbauten zu bekommen, der Sparkurs der Regierung wirke sich auch hier negativ aus. Was zu finanziell besseren Zeiten möglich war, führt Wettinger aus: "Wir haben im Haupthaus Aufzüge mit Brailleschrift, Sprachkassetten und automatischen Türen ausgestattet, den Rektorsaufzug mit Brailleschrift versehen und vergrößert und Behinderten-WCs auf beiden Seiten des Traktes im Haupthaus und im Audimax-Bereich eingebaut. Zur Germanistik und zur Studienabteilung gibt es Treppenlifte, die von Behinderten benützt werden können. Im großen, ebenerdigen Hörsaal im NIG wurden in der letzen Reihe Schreibpults für RollstuhlfahrerInnen errichtet." Und der Denkmalschutz? Mit dem Denkmalamt hatte Wettinger bis jetzt noch keine Probleme: "In der Boltzmanngasse 5 haben wir einen Aufzug vergrößert und den Eingangsbereich mit einer Zeitschaltung versehen. Hier und auch sonst ist es mir zum Glück immer gelungen, dass ich die behindertengerechte Gestaltung eines Zuganges optisch so umgesetzt habe, dass das Denkmalamt ohne Risiko zustimmen konnte." Probleme kann es geben, wenn die Universität Wien in Privathäuser eingemietet ist, da der Hausbesitzer die Genehmigung zum Einbau z.B. eines Liftes oder Blindenleitsystemes geben muss: "Wenn der Hausbesitzer sagt, ich brauche das nicht, dann müssen wir das akzeptieren." Wir, das sind übrigens Josef Wettinger, die Universitätsleitung, die Gebäudeverwaltung und Bauunternehmer. "An der Planung und Realisierung eines Umbaus sind einige Leute beteiligt, KollegInnen, Vorgesetzte, ArchitektInnen. Um etwas zu erreichen, ist hier eine gute Zusammenarbeit sehr wichtig." Eingehen auf individuelle Probleme Umgebaut wird auch für ganz konkrete Fälle: "Wenn einE StudentIn oder AngestellteR ein Problem mit einem Zugang hat, dann schaue ich mir das gemeinsam mit Kornelia Götzinger (Behindertenbeauftragte der Universität Wien, Anm. d. Red.) an und wir überlegen, was gemacht werden kann." Erst kürzlich seien automatische Türen und ein spezielles Waschbecken am Arbeitsplatz einer Kollegin eingebaut worden, die durch einen Unfall nun einen Rollstuhl benützen müsse. Übrigens, auch der Behindertenleseplatz in der Hauptbibliothek der Universität wurde laut Wettinger technisch neu aufgerüstet. Bei dieser Servicestelle können StudentInnen und Angestellte ein Buch auf Tonband gesprochen oder in Brailleschrift bekommen. (ab) Kontakt: Behindertenvertrauensperson Josef Wettinger (josef.wettinger@univie.ac.at) |
