![]() KinderuniReporterin Marlene ![]() KinderuniReporterin Anita ![]() KinderuniReporterin Nadine ![]() Christa Hämmerle vor einer historischen Europakarte ![]() Christa Hämmerle im Interview |
?Wie war das eigentlich damals im Krieg?? |
| Kinderuni 2004 |
| Marlene Naszay, Anita Pappenscheller und Nadine Ranftler (KinderReporterinnen) am 15. Juli 2004 |
Frau Professor Christa Ehrmann-Hämmerle hat sich in diesem Workshop am Donnerstag Vormittag mit einem sehr ernsten Thema befasst: dem Krieg. |
Mit vielen Folien und Geschichten erklärte die Kinderuni-Lehrerin das Thema und lud die Kinder ein, mitzureden und Geschichten über ihre Großeltern im Krieg zu erzählen. Auf einigen Folien standen Zitate von Zeitzeugen, zum Beispiel: ?Wir Schüler mußten auch Abzeichen und Karten verkaufen, damit Geld hereinkam. Ich erinnere mich noch, daß ich an einem bitterkalten Tag weinend nach Hause lief, da mich so fror. Im Schuljahr 1918/19 kamen die männlichen Lehrkräfte wieder in die Schule.? Karl Zalesky, geb. 1905 Unter anderem zeigte sie den Interessierten auf, wie Kinder indirekt miteinbezogen wurden und man versuchte, sie für den Krieg zu begeistern. Die Buben mussten etwa Karten und Abzeichen verkaufen und die Mädchen mussten in der Schule nach genauer Anleitung verschiedene Kleidungsstücke stricken (z.B. Schneehauben und Kniewärmer für Soldaten). Es war üblich, den Jungen zu Weihnachten Kriegsspielzeug zu schenken. Außerdem verschickte man gerne Ansichtskarten mit ?lustigen? Kriegsmotiven wie z.B. ein Baby mit Soldatenmütze. Im weiteren Verlauf des Workshops veranschaulichte Prof. Hämmerle mit Hilfe einer historischen Europakarte Schauplätze des Ersten Weltkriegs. Auf die Frage der Lehrenden, was wir daraus lernen können, gab es die verschiedensten Antworten: ?Wir sollen nicht streiten!?, ?Wie gut es uns doch geht!?, ?Die Uni kämpft dafür, dass es keine Kriege gibt.? Auch lustige Kommentare waren dabei ? Zum Abschluss ein ausführliches Interview mit der Workshopleiterin Prof. Christa Hämmerle: Waren die Kinder brav? Christa Hämmerle: Die Kinder haben wahnsinnig toll mitgemacht, Fragen gestellt und haben viel gewusst und erzählt von ihren Familien. Das hat mir sehr gut gefallen, es war eine ganz lebendige Stunde. Ich war wirklich überrascht, wieviel die Kinder wissen über Geschichte und Kriege, in denen auch ihre Großväter waren und was die Großmütter erlebt haben. Das heißt, dass auch in den Familien drüber geredet wird. Also hat?s Spaß gemacht? Es ist ein trauriges Thema und es ist immer eine Anspannung dabei. Man würde lieber über das Spielen reden und über das Glück, aber es gehört auch zu unserer Geschichte, dass Krieg war und deshalb muss man auch darüber reden. Was denkst du eigentlich über den Krieg? Ich hoffe, dass wir ihn immer mehr verhindern können und dass die Menschen irgendwann einmal gar nicht mehr Krieg führen. Was machst du sonst auf der Uni? Ich unterrichte hier und ich schreibe gerade ein Buch über die Soldaten, die nicht mitmachen wollten und versucht haben, sich dem Krieg zu entziehen. Dann beschäftige ich mich damit, wie Frauen früher gelebt haben, also Frauengeschichte. In der Geschichte früher hat man immer nur von Männern erzählt, von den Kaisern und Königen und von den männlichen Politikern, obwohl es ja immer auch viele Frauen gegeben, die tolle Sachen gemacht haben. Was hast du studiert? Ich habe Geschichte studiert und deutsche Literatur. Wie findest du die Kinderuni selbst? Toll! Ich war am Montag mit meinem Sohn hier und er hat auch ein paar Vorträge besucht. Ich habe ihn begleitet und war wirklich ganz beeindruckt. Ich konnte letztes Jahr noch nicht dabei sein, weil ich nicht auf der Uni war. Wirst du nächstes Jahr wieder dabei sein? Ja, das möchte ich gern, aber mit einem anderen Thema. Ich werde mir was einfallen lassen, vielleicht darüber, wie Kinder früher gearbeitet und gespielt haben oder wie sich die Kindheit verändert hat. Irgendwas wird mir sicher einfallen! Marlene Naszay (11 Jahre [fast 12]) und Anita Pappenscheller (12 Jahre [vorige Woche geworden]) besuchen das Gymnasium Polgarstraße. Nadine Ranftler (13) geht in das BRG Gröhrmühlgasse in Wiener Neustadt. |





