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Das Team der Grünen Schule: Vor allem Studierende und AbsolventInnen des Lehramts Biologie und Umweltkunde …


… führen Groß und Klein im Sommer …


… als auch im Winter durch den Botanischen Garten.


Im Forscherzelt können die Kinder auch bei schlechtem Wetter die Welt der Pflanzen kennenlernen …


… und die Gräser und Kräuter bis aufs Detail selbst untersuchen.


Vor allem die exotischen Pflanzen haben es den Kindern angetan.


Grüne Schule im Botanischen Garten Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie (AECC-BIO) der Universität Wien Department für Biogeographie der Fakultät für Lebenswissenschaften Department für Evolutionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Dossier "Botanischer Garten"    
Wo Zauberpflanzen und fremde Gewürze wachsen ...
Botanischer Garten
Petra Schiefer (Redaktion) am 25. September 2009

Was enthält der Zaubertrank, der Asterix unbesiegbar macht? Das werden wir wohl nie erfahren, denn das geheime Rezept geht nur von Druidenmund zu Druidenohr. In der "Grünen Schule" im Botanischen Garten der Universität Wien hingegen gibt es keine Geheimnisse, hier können Kinder ihre eigenen Zaubertränke mixen und gleichzeitig etwas über die Wirkung der Kräuter lernen. Die Grüne Schule weckt aber nicht nur bei den Kleinen Neugierde und wissenschaftliches Interesse, sondern verbindet gleichzeitig Wissensvermittlung und Forschung.

Die Grüne Schule im Botanischen Garten der Universität Wien wurde bereits im Jahr 1991 von Michael Kiehn - dem heutigen Direktor des Botanischen Gartens - ins Leben gerufen. Im Zuge der Neugestaltung des Lehramtsstudiums Biologie und Umweltkunde gewann die Biologiedidaktik immer mehr an Bedeutung. Mit der Gründung des Austrian Educational Competence Centre (AECC) im Jahr 2006 fand die Grüne Schule schließlich - als Arbeitsgruppe - ihren festen Platz innerhalb dieser universitären Struktur. "Studierende der Biologie sammeln im Rahmen von speziellen Lehrveranstaltungen im Botanischen Garten Erfahrungen in der Fachdidaktik. Gleichzeitig decken wir damit die große Nachfrage nach Gartenführungen ab", so Michael Kiehn zu diesem im deutschen Sprachraum einzigartigen Projekt.

"Am Anfang kamen wir auf ungefähr 50 Führungen jährlich", erzählt Michael Kiehn: "Heute sind es bereits über 300: Das heißt, dass fast 7.000 Interessierte unser Angebot jährlich nutzen." Vorwiegend sind es Studierende des Lehramtstudiums Biologie und Umweltkunde, die interessierte Gruppen jeden Alters durch den Garten führen. "Aber zum Team gehören auch Studierende der Diplomstudien Botanik oder Ökologie sowie AbsolventInnen dieser Studiengänge. Letztere betreuen aufgrund ihrer hohen Fachkompetenzen bestimmte Spezialthemen, die sie dann selbstständig weiterentwickeln", erklärt der Botaniker.

Wissenschaftliches Interesse …

Inhalt und Gestaltung der Führungen variieren ständig: "Neben den allgemeinen Führungen haben wir eine lange Liste von Spezialthemen: Einige bieten wir ganzjährig und andere saisonal an - die Themen sollen ja mit dem verfügbaren Pflanzenmaterial übereinstimmen", so Nadja Rauchberger, die über das AECC als Koordinatorin der Grünen Schule angestellt ist: "Vor allem bei den Kindern ist es wichtig, Theorie mit Praxis zu verbinden: Es gibt Gewürz- oder Fruchtverkostungen, Fragebögen und Spiele, die immer der jeweiligen Gruppe angepasst werden." Um nicht vom Wetter abhängig zu sein, wurde - dank einer Spende der Freunde des Botanischen Gartens und mit Unterstützung der Fakultät für Lebenswissenschaften - sogar ein "Forscherzelt" für die kleinen WissenschafterInnen aufgestellt.

… der JungforscherInnen wecken

Harry Potter oder Asterix und Obelix - bei den Kindern stehen die Zauberpflanzen und Zaubergetränke hoch im Kurs: Die Grüne Schule nutzt die Alltagserfahrungen der Kinder, um interessante Inhalte mit wissenschaftlichen Fakten zu verknüpfen. "Beim Thema Zauberpflanzen ist die Frage nach bewusstseinsverändernden Pflanzen natürlich nicht weit: Anhand konkreter und nachvollziehbarer Beispiele vermitteln wir das nötige Wissen und reduzieren somit die Gefahr eines Missbrauchs solcher Pflanzen", sagt Michael Kiehn.

Doch es sind nicht nur Schulkinder, die an den Führungen der Grünen Schule teilnehmen: "Wir decken das gesamte Spektrum potenzieller Zielgruppen in der Bevölkerung ab, vom Kindergarten über die verschiedenen Schultypen und Klassen bis hin zu Studierenden und Erwachsenen jeden Alters." Neben Spezial- und Einzelführungen werden auch Führungen für Firmen angeboten.

University meets public


Die - mittlerweise auch international vernetzte - Grüne Schule hat es sich nicht nur zur Aufgabe gesetzt, den BesucherInnen die verschiedenen Pflanzen näherzubringen, sondern vor allem auch den universitären Unterricht sowie die Vermittlung von Fachwissen mit der Praxis zu verbinden. Schließlich sieht Michael Kiehn die Grüne Schule als "Fenster der Universität": "Wir haben hier eine Wechselwirkung zwischen der Universität als Zentrum des Wissens und den Wissenssuchenden außerhalb der Universität", sagt der Leiter der Grünen Schule und betont, dass der Botanische Garten den BesucherInnen nicht nur als Ort der Ruhe präsentiert wird, sondern vor allem als ein Ort der universitären Forschung: "Das unterscheidet uns von anderen Botanischen Gärten: Bei uns steht die Forschung im Vordergrund - und dazu gehört natürlich auch die Wissensvermittlung." (ps)


Seit 1991 gibt es die Grüne Schule im Botanischen Garten der Universität Wien. Seit 2006 gehört sie zum Österreichischen Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie (AECC-BIO) der Universität Wien. Durch die freiwilligen Spenden der BesucherInnen kann sich das Programm der Grünen Schule finanziell weitgehend selbst tragen, zusätzlich tragen das AECC-BIO, das Department für Biogeographie und die Freunde des Botanischen Gartens der Universität Wien zur Finanzierung des Projektes bei. Die Grüne Schule steht unter der Leitung von ao. Univ.-Prof. Dr. Michael Kiehn, Leiter des Departments für Biogeographie. Für die Koordination ist Mag. Nadja Rauchberger zuständig; die didaktischen Konzepte (wie z.B. zu Gewürzpflanzen oder zu den Tropen) entwickelt Mag. Peter Pany; beide sind in der Arbeitsgruppe „Grüne Schule“ des AECC-BIO beschäftigt.

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