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Glasfrösche laichen im Laubwerk über Bächen ab, wobei einzelne Männchen sich mit bis zu neun Weibchen verpaaren können. Foto: Hödl


Studenten der Wiener Universität bei der Dokumentation des Fortpflanzungsverhaltens der Glasfroschart Hyalinobatrachium valerioi. Foto: Hödl


Der Schmetterling Eurybia lycisca (Riodinidae) besitzt einen über vier Zentimeter langen Rüssel und ist damit Rekordhalter unter den Tagfaltern. Sein Verhalten bei der Nahrungsaufnahme wird erstmals untersucht. Foto: Krenn


Die Beobachtung von Kolibris zeigt die unterschiedlichen Strategien, mit denen Blüten nach Nektar abgesucht werden. Foto: Krenn


Die männlichen Prachtbienen der Gattung Euglossa sammeln Duftstoffe an Blüten. Foto: Krenn


Department für Evolutionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Tropenstation La Gamba
Zoologische Forschung in der Tropenstation La Gamba
Wissenschaft, Tropen
Gastbeitrag von Walter Hödl und Harald Krenn am 28. September 2009

Im Rahmen eines Projektpraktikums haben 16 Studierende der Zoologie und des Lehramtsstudiums Biologie und Umweltkunde die Gelegenheit mit österreichischen und südamerikanischen WissenschafterInnen an der Tropenstation La Gamba zu forschen. Aufgrund der Verbesserung der Forschungsmöglichkeiten durch die Finanzierung eines Labors durch die Universität Wien und der Erweiterung der Übernachtungsmöglichkeiten hat die Station nun die Kapazität erreicht, auch größere Studierendengruppen und längerfristig mitarbeitende StudentInnen gleichzeitig unterzubringen.

Die Schwerpunkte des derzeitigen Projektpraktikums liegen in der Erforschung tropischer Frösche, Vögel, Insekten und Skorpione. Die Studierenden arbeiten in Gruppen an wissenschaftlichen Fragestellungen, die jeweils unter der Leitung einer Wissenschafterin oder eines Wissenschafters im Freiland bearbeitet werden. So werden gemeinsam mit Walter Hödl (Department für Evolutionsbiologie, Universität Wien) und Adolfo Amézquita (Universität de los Andes, Kolumbien) die Rufplätze von Glasfröschen der Gattung Hyalinobatrachium untersucht. Die Gruppe um die aus Brasilien angereiste Wissenschafterin Albertina Lima (IMPA-Manaus, Brasilien) befasst sich mit dem Territorialverhalten der Pfeilgiftfrösche der Gattung Colostethus.

Von Prachtbienen und Skorpionen

Unter der Betreuung von Harald Krenn (Department für Evolutionsbiologie, Universität Wien) und Werner Huber (Department für Palynologie und Strukturelle Botanik, Universität Wien) werden verschiedene Strategien der Nahrungsaufnahme blütenbesuchender Vögel untersucht. Ein Freilandexperiment zur Farbpräferenz von Prachtbienen der Gattung Euglossa wird durchgeführt sowie der Tagfalter mit dem längsten Rüssel erforscht. Im Rahmen einer Diplomarbeit werden weiters Experimente zur Klärung der Funktion der Labialpalpen tropischer Tagfalter durchgeführt.

Für die Studierenden besteht bei diesen Projekten die Möglichkeit, an allen Phasen der wissenschaftlichen Arbeit direkt mitzuarbeiten. Sie sind in die Erarbeitung der Fragestellung, die Datenaufnahme, die Auswertung und die Präsentation eingeschlossen und können auch an der Publikation der Ergebnisse mitwirken. Weiters arbeiten Lehramtskandidatinnen an einem Führer der häufigsten Tagfalter der Region, der in der bestehenden Reihe von Publikationen der Tropenstation La Gamba veröffentlicht werden soll. Erstmals werden zudem die Skorpione der Umgebung der Station untersucht; auch diese Ergebnisse sollen im Rahmen eines Führers publiziert werden.

Alle Projektarbeiten werden im Herbst 2010 abgeschlossen und an der Universität Wien von den Studierenden präsentiert. Die Projektarbeiten können zum Abschluss des Bachelorstudiums Biologie mit Schwerpunkt Zoologie führen. Die Tropenstation La Gamba bietet für viele Studierende eine ideale Gelegenheit, die Fauna neotropischer Lebensräume kennenzulernen und die ersten Erfahrungen bei wissenschaftlicher Freilandarbeit zu sammeln.


Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Walter Hödl und ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Harald Krenn sind am Department für Evolutionsbiologie tätig.

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