Forschungprojekte
Pamela Paulic (Redaktion) am 17. Juni 2010
Das Mittelalter hat keinen guten Ruf: Es gilt als düster und unzivilisiert. Der Historiker Walter Pohl teilt diese Meinung nicht: Er findet das sogenannte "dunkle Zeitalter" äußerst spannend und erhellend. Gemeinsam mit KollegInnen der Universitäten Cambridge, Leeds und Utrecht erforscht er im Rahmen des EU-Programms HERA das kulturelle Gedächtnis des Frühmittelalters: Im österreichischen Teilprojekt widmet er sich der kulturellen Überlieferung von Handschriften und untersucht, inwieweit man von Imperien wie dem Karolingerreich noch heute etwas lernen kann. >> weiterlesen
Daniela Hermetinger (Redaktion) am 9. Juni 2010
Das "Fantomatische" in der zeitgenössischen französischen und italienischen Literatur beschäftigt die Elise-Richter-Stipendiatin Jutta Fortin. Der Schrecken des Holocaust, die Beziehung des Kindes zur depressiven Mutter oder die Trauer über einen persönlichen Verlust: In den Gesamtwerken ausgewählter SchriftstellerInnen spürt die Romanistin Traumata auf, die sich "geisterhaft" in deren (Auto-) Fiktionen einnisten.
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Petra Schiefer (Redaktion) am 8. Juni 2010
Seit kurzem gibt es den ersten handfesten geologischen Beweis, dass die Ostalpen immer noch in Bewegung sind. Die 400 Kilometer lange Störungszone - die sogenannte SEMP-Störung - zwischen Innsbruck und dem Wiener Becken ist tektonisch aktiv. Das haben kürzlich Bernhard Grasemann und Kurt Decker vom Department für Geodynamik und Sedimentologie, Lukas Plan vom Naturhistorischen Museum sowie Kollegen aus Innsbruck und Bern in der Zeitschrift "Geology" publiziert. Ausgangspunkt für die bedeutsame Erkenntnis waren ein paar Kratzer im Kalksinter einer steirischen Höhle.
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Daniela Hermetinger (Redaktion) am 1. Juni 2010
Die Moschusschildkröte kann rund sechs Monate lang unter Wasser verweilen, ohne zum Luftschnappen an die Oberfläche zu müssen. Wie das Reptil dort atmet, hat ein Forschungsteam rund um Egon Heiss am Department für Theoretische Biologie herausgefunden: Im Mund- und Rachenraum der Schildkröte befinden sich Papillen - lappenförmige, von Blutgefäßen durchzogene Oberflächenstrukturen -, die den im Wasser enthaltenen Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid abgeben. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift "The Anatomical Record" veröffentlicht. >> weiterlesen
Daniela Hermetinger (Redaktion) am 31. Mai 2010
In Österreich leben rund 500.000 MuslimInnen. Sie kommen aus diversen Herkunftsländern, haben unterschiedlich starke religiöse Bindungen und befinden sich in verschiedenen Lebenssituationen. Dennoch werden sie von der Mehrheitsbevölkerung häufig als homogene Gruppe wahrgenommen. Die Soziologin Hilde Weiss versucht im Rahmen eines FWF-Projekts ein differenzierteres Bild zu zeichnen: Wie wirkt sich eine unterschiedlich starke Identifikation mit dem Islam auf den Lebensstil und die Integration von MuslimInnen aus?
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Bernadette Ralser (Redaktion) am 28. Mai 2010
Gesellschaft beeinflusst Religion beeinflusst Gesellschaft. Das eine Feld ohne das andere untersuchen und verstehen zu wollen, kommt für Kurt Appel einem "religiösen und politischen Analphabetismus" gleich. Der Theologe leitet eine neue interdisziplinäre Forschungsplattform an der Universität Wien, die erstmals WissenschafterInnen aus sechs Fakultäten im breiten Dialog über die miteinander verstrickten religiösen und sozialen Veränderungsprozesse in Europa vereint. >> weiterlesen
Isabell Lohmann (Redaktion) am 26. Mai 2010
Leben wir in einer Kultur der Zerstreuung? Geht es nach der Theater-, Film- und Medienwissenschafterin Petra Löffler, dann ist dies der Fall. Im Zuge ihrer Habilitationsschrift beschäftigt sich die Teilnehmerin des vierten Mentoring-Programms der Universität Wien mit der diskursgeschichtlichen Einordnung des Begriffs der Zerstreuung und leistet so einen Beitrag zum Verständnis der Moderne.
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Redaktion am 19. Mai 2010
In der Wirtschaft sind Prognosen über die Ausbreitung und Annahme eines neuen Produkts - z. B. die Akzeptanz neuer Vertriebskanäle wie "Einkaufen per Handy" - von hoher praktischer Bedeutung. Eine Methode, um solche Diffusionsprozesse vorherzusagen, ist die "agentenbasierte Simulation". Die Erforschung und Weiterentwicklung dieses Instruments ist einer der Schwerpunkte einer Forschungsgruppe am Institut für Betriebswirtschaftslehre, die ihre aktuellen Projektergebnisse beim ersten "International Workshop on Agent-based Simulation of Diffusion Processes" vorgestellt hat. >> weiterlesen
Pamela Paulic (Redaktion) am 17. Mai 2010
Wer regelmäßig grünes Gemüse und Pflanzenöl konsumiert, beugt möglicherweise aktiv einer Erkrankung mit Typ II-Diabetes vor. Im EU-Projekt "DIAPLANT", einer Kooperation der Universität Wien und der Comenius-Universität Bratislava, untersucht Karl-Heinz Wagner vom Department für Ernährungswissenschaften die Rolle dieser Lebensmittel in der Prävention und Therapie von "Altersdiabetes". Dabei soll u.a. geklärt werden, ob grünes Gemüse und pflanzliches Öl auch gegen häufige Sekundärerkrankungen von DiabetikerInnen - wie z.B. Krebs - helfen können. >> weiterlesen
Bernadette Ralser (Redaktion) am 12. Mai 2010
Vor tausenden von Jahren düngten die BäuerInnen Amazoniens den nährstoffarmen Regenwaldboden mit verkohlten Bio-Abfällen. In Zeiten des Klimawandels könnte der landwirtschaftliche Einsatz von Biokohle - Kohle aus organischen Grundmaterialien wie Holz, Viehmist oder Küchenabfällen - eine Renaissance erleben: Der Langzeitspeicher von Kohlenstoff soll dazu beitragen, die Emission von Treibhausgasen zu verringern. Elise-Richter-Stipendiatin Rebecca Clare Hood-Nowotny untersucht den "Dünger der Zukunft" am Department für Chemische Ökologie und Ökosystemforschung.
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