Die EU-Kommission hat kürzlich den Verwaltungsrat für das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) ernannt. Unter den Mitgliedern des 18-köpfigen Gremiums ist Alexander von Gabain, Professor für Mikrobiologie an der Universität Wien und Mitgründer, Vorstand und oberster Wissenschaftsdirektor des Impfstoffherstellers Intercell. Das geplante Flaggschiffprojekt der europäischen Forschung wird am 15. September seine Arbeit aufnehmen. |
Dem ersten Verwaltungsrat des in Budapest ansässigen Europäischen Technologieinstituts (European Institute of Innovation and Technology, EIT) werden zunächst 18 Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Hochschulbildung in Europa angehören. Mit der offiziellen Ernennung der Mitglieder kann der Verwaltungsrat seine Eröffnungssitzung am 15. September abhalten.
Der Verwaltungsrat wird die Geschicke des Instituts in der Aufbauphase bestimmen. Er legt die Gesamtstrategie des Instituts fest und ist für Auswahl, Koordinierung sowie Bewertung der Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge und Innovation Communities, KIC), der operativen Zentren des Instituts, verantwortlich. Die Mitglieder sollen Spitzenkräfte aus Unternehmen, Hochschulen und sonstigen Forschungseinrichtungen mit dem Ziel zusammenbringen, den Innovationsprozess zu fördern. Bis Ende 2009 sollen die ersten zwei bis drei konkreten Partnerschaften zwischen Industrie, Forschungseinrichtungen und Universitäten ihre Arbeit aufnehmen.
Alexander von Gabain
O. Univ.-Prof. Dr. Alexander von Gabain ist Professor am Department für Mikrobiologie und Immunbiologie (Zentrum für Molekulare Biologie) der Universität Wien. Neben seiner Tätigkeit als Wissenschafter an den von Universität Wien und Medizinischer Universität Wien gemeinsam geführten Max F. Perutz Laboratories ist er Vorstand und Forschungsdirektor des Biotech-Unternehmens Intercell, das ebenfalls am Campus Vienna Biocenter lokalisiert ist. Seine Forschungsinteressen liegen in den Gebieten der Gen-Expression von Mikroben, den molekularen Interaktionen zwischen Wirt und Parasit und der molekularen Immunologie.
Weitere Mitglieder
Weitere Mitglieder sind der Vorsitzender des Pariser Institut des Hautes Etudes pour la Science et la Technologie (IHEST) Bertrand Collomb, der Präsident der Technischen Universität München (TUM) Wolfgang Herrmann, Peter Tropschuh, Leiter der "Auto-Uni" der Volkswagen AG, der frühere ungarische Unterrichtsminister Balint Magyar, der frühere Nokia-Vizepräsident und Technologieberater Yrjö Neuvo und der estnische Internet-Guru Linnar Viik. Nach Einrichtung der ersten KICs werden dem Verwaltungsrat vier zusätzliche Mitglieder angehören, die vom Verwaltungspersonal, von den Studierenden und den DoktorandInnen des EIT und der KIC aus ihren Reihen gewählt werden.
Das EIT soll die Integration von Forschung, Innovation und Bildung fördern und einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas leisten. Ziel ist, die Innovationsleistung Europas im Dreieck zwischen Forschung, marktorientierten Innovationen und Ausbildung von Forschern in Europa zu steigern. (mh) |