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Besonderes Interesse hat die Archäologin Claudia Theune-Vogt an der Erforschung des alltäglichen Lebens des Mittelalters.


Institut für Ur- und Frühgeschichteder Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät Lebenslauf von Claudia Theune-Vogt Einladung zur Antrittsvorlesung
Alltagskultur der Vergangenheit
Porträts Neo-Professuren, Forschungsprojekte
Simone Kremsberger (Redaktion) am 12. April 2007

Seit Jänner 2007 ist Claudia Theune-Vogt Professorin für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Wien. Bei Grabungsarbeiten hat sie schon mal Gold gefunden, aber darauf kommt es ihr nicht an: Ihr Interesse gilt vielmehr den archäologischen Quellen, die etwas über das Alltagsleben einer vergangenen Zeit aussagen. Am Dienstag, 17. April, hält sie ihre Antrittsvorlesung über "Kontinuität und Wandel in der frühgeschichtlichen Archäologie".

"Ich habe mich bereits in Wien eingelebt", meint Univ.-Prof. Dr. Claudia Theune-Vogt. Seit Anfang des Jahres hat sie eine Professur für Ur- und Frühgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät inne. Von Montag bis Freitag ist Theune-Vogt in Wien und widmet sich ganz der Forschung, Lehre und Hochschulpolitik; am Wochenende pendelt sie zu ihrer Familie, die vorerst in Berlin geblieben ist. "Meine zwei Kinder stehen kurz vor dem Abitur", erklärt sie.

Kontinuitätsfragen


Die "Spezialepoche" der Archäologin, die zuvor als Oberassistentin an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig war, ist das Mittelalter. Im Rahmen ihrer Forschungen zu Kontinuitätsfragen blickt Claudia Theune-Vogt aber auch gern "zeitlich über den Tellerrand" und bezieht die Entwicklungen von der Antike bis in die Neuzeit ein.

Handwerks- und Handelsgeschichte


Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Handwerks- und Handelsgeschichte. Dazu hat sie - neben anderen laufenden Forschungsprojekten - ein Projekt aus Berlin mitgebracht: eine Ausgrabung in der kleinen ländlichen Siedlung Pagram in der Nähe von Frankfurt/Oder. Anhand von archäologischen Quellen wird die Lebenswelt des mittelalterlichen Dorfes rekonstruiert. "Wir untersuchen, welche Wirtschaftszweige es in Pagram gab und wie das Verhältnis zwischen dem Zentrum, der alten Hansestadt Frankfurt, und der Peripherie aussah", schildert Theune-Vogt.

Praxiserfahrung für Studierende


Im Rahmen eines Seminars hatten ihre Berliner Studierenden die Gelegenheit, an den Grabungen teilzunehmen und ihre Ergebnisse zu publizieren. In der Übung und Exkursion "Survey auf dem Gelände einer mittelalterlichen Wüstung", die Theune-Vogt im Sommer anbietet, will sie auch ihren Wiener StudentInnen die archäologische Praxis vermitteln.

Quellen zur Alltagskultur


Besonderes Interesse hat Claudia Theune-Vogt an der Erforschung des alltäglichen Lebens des Mittelalters: "Archäologische Quellen bieten einen breiten Zugang zur Vergangenheit, gerade zur Alltagskultur. Und sie eröffnen Bereiche, über die schriftliche oder andere historische Quellen in der Regel keine Aussagen machen. Dadurch können neue Themenfelder erschlossen werden, die interdisziplinär analysiert werden. Außerdem kommen täglich neue archäologische Quellen hinzu und werfen neue Fragestellungen, etwa zur Wirtschaftsgeschichte, auf."

Keine Schatzsuche


Einen Schatz hat Claudia Theune-Vogt bei ihren Grabungen noch nicht gefunden, aber - immerhin - Gold. "Doch darauf kommt es mir nicht an", sagt die Professorin. "Ich interessiere mich nicht für die Kultur des Adels, sondern für die Alltagskultur einer breiten Masse der Bevölkerung. Und die einfachen Leute hatten sicher kein Gold." (sk)


Die Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Claudia Theune-Vogt mit dem Titel "Kontinuität und Wandel in der frühgeschichtlichen Archäologie" findet am Dienstag, 17. April 2007, um 17 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt.

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