Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
Arnold Baca: Computer in Bewegung |
| Professuren, Porträts Neo-Professuren |
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| Petra Schiefer (Redaktion) am 14. Oktober 2009 |
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"Geht nicht gibt’s nicht" ist das Motto des Sportinformatikers Arnold Baca, der am Dienstag, 20. Oktober 2009, seine Antrittsvorlesung zum Thema "Ubiquitous Computing im Sport" hält. Seit Oktober 2008 ist der Freizeitsportler Professor für Bewegungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Biomechanik und Sportinformatik am Institut für Sportwissenschaft. Aufgrund eines längeren Auslandsaufenthalts befragte "dieUniversität-online" den gebürtigen Wiener via E-Mail über seine Forschungsschwerpunkte, Ziele und Wünsche. |
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Redaktion: Herr Prof. Baca, Sie sind schon seit 2002 Abteilungsleiter am Institut für Sportwissenschaft, seit Oktober 2008 sind Sie Universitätsprofessor für Bewegungswissenschaft mit Schwerpunkt Biomechanik und Sportinformatik. Was hat sich in den letzten Jahren am Institut für Sportwissenschaft verändert?
Arnold Baca: Die Kooperation zwischen den einzelnen Abteilungen des Instituts für Sportwissenschaft hat sich wesentlich verbessert. Die Abteilung Biomechanik, Bewegungswissenschaft und Sportinformatik - der ich vorstehen darf - führt heute wesentlich mehr interdisziplinäre Forschungsprojekte mit den anderen Abteilungen des Instituts - wie der Sport- und Leistungsphysiologie oder der Bewegungs- und Sportpädagogik - durch. Sehr positiv sehe ich auch die Entwicklung in der Drittmitteleinwerbung. So hat beispielsweise erst kürzlich das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung meiner Abteilung im Rahmen der Ausschreibung "Sparkling Science" das Projekt "Mobile Motion Advisor" bewilligt.
Redaktion: Was würden Sie - in Ihrer neuen Position am Institut für Sportwissenschaft - gerne ändern?
Baca: Ich wünsche mir eine verbesserte Definition des Berufsfelds der SportwissenschafterInnen. Ähnlich dem Psychologengesetz wäre eine Richtlinie über die Tätigkeiten von SportwissenschafterInnen im Bereich des Gesundheitswesens anzustreben. Auf Institutsebene ist es eines meiner Ziele, die naturwissenschaftlich-technische Forschungstätigkeit zu intensivieren.
Redaktion: Das Thema Ihrer Antrittsvorlesung lautet "Ubiquitous Computing im Sport". Welche Bedeutung hat die Computertechnik für den Sport?
Baca: Wie in allen Bereichen des Alltags ist auch im Sport die Computertechnologie allgegenwärtig. In der Antrittsvorlesung werde ich aktuelle Entwicklungen und Trends skizzieren und dabei vor allem auf die Entwicklung "intelligenter Systeme" eingehen. Ein Beispiel sind die miniaturisierten Sensoren, die unterschiedlichste Parameterwerte - z. B. physiologische und biomechanische - an der sporttreibenden Person erfassen. Diese werden unter Verwendung drahtloser Technologien an mobile Endgeräte übertragen und von dort aus an zentrale Server weitergeleitet. Auf Grundlage der erfassten Daten können Expertensysteme bzw. "Decision Support"-Systeme unmittelbares Feedback geben: Der oder die SportlerIn erhält also bereits während der körperlichen Aktivität wichtige Informationen zur Bewegungstechnik oder zur Belastungsgestaltung.
Redaktion: Wie verbinden Sie Forschung und Lehre?
Baca: Ich vermittle aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse natürlich auch in der Lehre. Im Rahmen von Forschungspraktika, Bakkalaureat-, Master- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen werden die Studierenden in Forschungsvorhaben mit einbezogen.
Redaktion: Sie haben Informatik studiert und dann über die Biomechanik und Bewegungswissenschaft ihre Tätigkeit am Institut für Sportwissenschaft aufgenommen. Was hat Sie an dem Bereich besonders interessiert?
Baca: Die Biomechanik und Bewegungswissenschaft bietet ein breites Anwendungsfeld für informatische Werkzeuge, Methoden und Konzepte. Zu Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit war die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Sportwissenschaft und Informatik erst in Ansätzen realisiert. So wie in Österreich hat man schon bald in ganz Europa und weltweit das Potenzial dieser Kooperation erkannt. Dies führte schließlich zur Etablierung der sportwissenschaftlichen Teildisziplin Sportinformatik (im englischen "Computer Science in Sport"). Die menschliche bzw. sportliche Bewegung eignet sich hervorragend dafür, Grundlagen- und Anwendungsforschung zu kombinieren. Das macht diesen Forschungsbereich so besonders spannend für mich.
Redaktion: Wie würden Sie in einem Satz beschreiben, was Sie als Wissenschafter ausmacht?
Baca: Eine gewisse Hartnäckigkeit in der Suche nach der Lösung von Problemen. Grob formuliert: Geht nicht gibt’s bei mir nicht. (ps)
Die Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Arnold Baca mit dem Titel "Ubiquitous Computing im Sport" findet am Dienstag, 20. Oktober 2009 um 18.30 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt. |