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Im Rahmen einer Ausstellung zum 75. Jubiläum des Roerich-Pakts wurde das dreisprachige Begleitbuch "Der Roerich-Pakt: 75 Jahre für Kulturgüterschutz und Frieden" präsentiert. In diesem Band veröffentlichten Schipper u.a. auch die erste offizielle deutschsprachige Fassung des Roerich-Pakts.


Im Rahmen des Festakts wurde Friedrich Schipper (rechts) mit dem "Banner des Friedens" geehrt, ...


... dem Zeichen des Roerich-Pakts. Die drei roten Punkte in einem roten Kreis auf weißem Grund versinnbildlichen Kunst, Wissenschaft und Religion. Der Kreis steht als verbindendes Element dieser drei Aspekte.


Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät

Lesen Sie auch: Artikel "Ehrenmedaille der US-Streitkräfte für Friedrich Schipper
"Banner des Friedens" für Friedrich Schipper
Auszeichnungen
Redaktion am 25. Juni 2010

Für seine Leistungen um den Kulturgüterschutz bei bewaffneten Konflikten wurde der Archäologe Friedrich Schipper abermals geehrt. Eine Delegation des Internationalen Roerich-Zentrums Moskau überreichte ihm im Rahmen einer Ausstellung zum 75. Jubiläum des Roerich-Pakts das "Banner des Friedens".

Am 15. April 1935 wurde unter der Patronanz des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt der "Treaty on the Protection of Artistic and Scientific Institutions and Historic Monuments" unterzeichnet, so die offizielle Bezeichnung des Roerich-Pakts. Er ist nach dem russischen Maler und Schriftsteller Nicholas Roerich benannt, auf dessen Initiative das Abkommen zustande kam.

Vielbeachtete Ausstellung ...

Anlässlich des 75. Jubiläums des Pakts gestaltete Friedrich Schipper vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie gemeinsam mit Leylya Strobl, Absolventin der Friedensuniversität Schlaining sowie Präsidentin der Österreichischen Roerich-Gesellschaft, eine Ausstellung im Tech Gate Vienna, dem Wissenschafts- und Technologiepark der UNO-City. Dabei ging es darum, die universalen Ideen des Roerich-Pakts in die aktuelle Diskussion um den Kulturgüterschutz bei bewaffneten Konflikten einzubringen. Im Anschluss soll die Ausstellung in Den Haag und in Paris gezeigt werden.

... und Ehrung

Die Roerich-Ausstellung wurde durch einen Festakt eröffnet, zu dem auch eine Delegation von Funktionären nationaler Roerich-Gesellschaften aus Russland, der Ukraine, Bulgarien und der Slowakei angereist war. In diesem Rahmen überreichte der Präsident des Internationalen Roerich-Zentrums Moskau, Alexey Postnikov, das "Banner des Friedens" an Friedrich Schipper - mit dem Dank für seine Bemühungen und die erbrachten Leistungen um den Kulturgüterschutz. "Das ist für mich eine Bestätigung meiner bisherigen Arbeit - aber auch ein Auftrag, in Zukunft noch mehr Energie in den interdisziplinären Diskurs zum Thema Kulturgüterschutz bei bewaffneten Konflikten zu investieren", so Schipper.

Pakt mit historischer Bedeutung

Die historische Bedeutung des Roerich-Pakts besteht darin, dass es sich um den ersten eigenständigen Kulturgüterschutz-Vertrag in der Geschichte des humanitären Völkerrechts handelt. Er enthält gegenüber den nur allgemein formulierten Bestimmungen der Haager Landkriegsordnungen von 1899 und 1907 zum Kulturgutschutz mehrere Neuerungen. So wurde durch den Vertrag der Status der Neutralität für geschichtliche Denkmäler, Museen, wissenschaftliche und künstlerische Institutionen sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen eingeführt. Derselbe Schutz gebührt dem Personal derartiger Institutionen.

Durch dieses Konzept, das an die Neutralität von Sanitätspersonal während eines Kriegs angelehnt war, sollte die Respektierung und damit der Schutz von Kulturgut sichergestellt werden. Ein weiterer Aspekt war die Verwaltung von Listen mit Denkmälern und Einrichtungen, für welche die Vertragsparteien den entsprechenden Schutz beanspruchten, durch die Panamerikanische Union in ihrer Rolle als Depositar. Im Roerich-Pakt wurde erstmals bindend eine Kennzeichnung von Schutzobjekten festgelegt.

Banner des Friedens

Das Internationale Roerich-Zentrum Moskau ist das einzige als NGO konstituierte Museum Russlands und zudem eine UN-affiliierte Organisation. In Fortführung der Pax-Cultura-Bewegung hisst es das "Banner des Friedens" an besonderen Orten der Welt, so am Nordpol, am Südpol, am Mount Everest oder an Bord der Raumstation MIR. Dabei hinterlassen die jeweiligen ExpeditionsteilnehmerInnen ihre Unterschrift am Banner. Diese Banner werden im Zentrum in Moskau aufbewahrt und zu besonderen Anlässen auch gezeigt. "Banner des Friedens" werden aber eben auch als Zeichen der Würdigung an bestimmte Personen für ihre Friedensarbeit überreicht. (Friedrich Schipper/red)

Mag. Dr. Friedrich Schipper lehrt und forscht am Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie.

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