Die Leidenschaft zum Arbeits- und Sozialrecht hat Mag. Beatrix Graschopf an die Universität Wien geführt. Als im Jänner 2004 eine Expertin für Arbeits- und Sozialrecht in der Personalabteilung gesucht wurde, hatte sich Graschopf spontan beworben. Seit 15. Juni ist sie die provisorische Leiterin der Personalabteilung - "es war immer mein Ziel, irgendwann die Leitung einer Personalabteilung innezuhaben. Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht", freut sich die 34-jährige Juristin.
Studium - Fachverlag - Versicherung
Nach dem Jus-Studium an der Universität Wien arbeitete die gebürtige Niederösterreicherin drei Jahre beim ARD Betriebsdienst, einem Fachverlag für Arbeits-, Sozial- und Lohnsteuerrecht, wo sie zuletzt die Rechtsabteilung leitete. Dort spezialisierte sie sich auf Arbeits- und Sozialrecht: "Ich arbeite sehr gerne mit Menschen zusammen, was in diesem Teilbereich der Rechtswissenschaften der Fall ist. Das Spannende am Recht ist, dass es sich durch Gesetzesänderungen ständig bewegt, nie eintönig ist."
Um das beim Verlag theoretisch erworbene Wissen umzusetzen, wechselte sie 1999 zu einer großen Versicherung, wo sie als Assistentin der Personalleitung tätig war. Nach der Geburt ihres Sohnes Daniel im Juli 2001 und einer 13-monatigen Auszeit wurde sie im Unternehmen im Rahmen der Teilzeitkarenz jedoch in einem anderen Bereich eingesetzt - und bemerkte, wie sehr sie das Arbeits- und Sozialrecht vermisste, weshalb sie sich an der Universität Wien bewarb. "An der Universität Wien kann man im Moment sehr viel umsetzen, weil sich viel in Veränderung befindet. Im Moment erwarten wir zum Beispiel gerade den neuen Kollektivvertrag", nennt die Leiterin der Personalabteilung ein großes Vorhaben der nächsten Monate.
Vorhaben der nächsten Monate
Neben dem Kollektivvertrag steht eine Reihe weiterer Änderungen auf dem Programm: Ab Jänner 2005 werden alle BeamtInnen über die Standardsoftware PM SAP (Personalmanagement-SAP) abgerechnet - "ein Riesenprojekt. Solche Umstellungen erfordern hohen Arbeitseinsatz. Dazu kommen noch die Wartung der Personalverwaltungsbank 'i3v' und das neue Lohnverrechnungsprogramm seit Jänner 2004. Noch kostet es viel Einsatz und Energie, die Lohnverrechnung jeden Monat ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen", meint Graschopf selbstkritisch.
Wichtig ist Graschopf vor allem die Kunden- und Serviceorientierung: "Hier gibt es noch einiges zu tun. Zurzeit werden die Homepage überarbeitet und Infomaterialen hergestellt."
Dazu kommt noch der neue Service des BewerberInnenpools für ProjektmitarbeiterInnen, der sehr gut genutzt wird, und die Bündelung von Maßnahmen im Bereich Konfliktmanagement. Überdies steht im September die Übersiedelung eines Teils ihrer Abteilung an: Dadurch, dass die Besoldung (vormals in der Quästur angesiedelt) seit 1. Jänner Teil der Personalabteilung ist, gibt es akuten Raumbedarf. Die bisherigen drei Standorte werden auf zwei zusammengefasst.
Personalabteilung
Die Personalabteilung mit ihren rund 40 Bediensteten verwaltet alle MitarbeiterInnen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Universität Wien stehen. Das sind rund 7300 Personen, vom wissenschaftlichen und dem Verwaltungspersonal bis zu den freien DienstnehmerInnen, externen Lehrbeauftragten und TutorInnen. Die Abteilung untersteht gemeinsam mit der Personalentwicklung und dem Referat Frauenförderung und Gleichstellung der zuständigen Vizerektorin, Martha Sebök, mit der Graschopf ein sehr gutes Einverständnis hat. Für die Personalentwicklung hält Beatrix Graschopf im Herbst ein Seminar zu "Arbeitsrecht für Führungskräfte": "Es macht mir viel Spaß, Leuten etwas zu vermitteln. Außerdem wird man auf Dinge aufmerksam gemacht, die man vor lauter 'Betriebsblindheit' gar nicht mehr sieht."
Überhaupt sei ihr der Kontakt mit Menschen, mit ihren MitarbeiterInnen äußerst wichtig, betont Graschopf, die sich selbst als kommunikativ und fröhlich beschreibt.
Führungskraft ... und Mutter
Auch wenn Graschopfs Weg zur Leitung der Personalabteilung geradlinig aussieht, einfach war es keineswegs, hat doch auch sie die "gläserne Decke" nach der Geburt ihres Sohnes zu spüren bekommen: "Es ist nicht selbstverständlich, als Mutter eines kleinen Kindes in eine Führungsposition zu kommen. Sämtliche Beteuerungen, dass es kein Problem sei, schauen anders aus, wenn ein Kind da ist", erzählt sie, die freiberuflich seit 1999 u.a. zum Familiensozialrecht publiziert. "Ich kann jeder Frau nur den Tipp geben, sich nicht beirren zu lassen und ihren Weg zu gehen."
Sie ist stolz, Karriere und Familie so gut "unter einen Hut zu bringen" - was einerseits nicht ohne die tolle Unterstützung ihres Mannes Anton, Universitätsassistent am Institut für Mikrobiologie und Genetik, ginge und andererseits auch deshalb funktioniert, weil sie ihrem "Mitarbeiter-Team" vertrauen kann. In 14-tägigen Jours fixes werden die wichtigsten Themen und Probleme mit den ArbeitsbereichsleiterInnen besprochen, dazwischen hat Mag. Graschopf "aber stets eine offene Tür" für ihre MitarbeiterInnen.
Ihre Freizeit widmet Beatrix Graschopf ganz ihrer Familie. Am Wochenende stehen Ausflüge - unter anderem in den Wienerwald, in den Zoo oder aufs Land - auf dem Programm. (mh)
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