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Gerhard J. Herndl erhält den renommierten "ERC Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrates. (Foto: Universität Wien)


Gerade von einer Forschungsfahrt in den Atlantik zurück, freut sich der Meeresbiologe (links im Bild) über die hoch dotierte Förderung.


Mehr über die Forschungen von Herndl und seine letzte Schiffsexpedition ist im Dossier "Schiffsmeldungen" nachzulesen. (Fotos: Alexander Bochdansky)


European Research Council Department für Meeresbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften

Lesen Sie auch:
Dossier "Schiffsmeldungen"  
"ERC Advanced Grant" für Meeresbiologen Gerhard J. Herndl
Auszeichnungen, Schiffsmeldungen
Redaktion am 19. November 2010

Gerhard J. Herndl, Leiter des Departments für Meeresbiologie, erhält für seine Forschung über mikrobielle Ökologie der Tiefsee den renommierten "ERC Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrates. Gerade von seiner letzten Hochseeexpedition vom Forschungsschiff Pelagia zurück - nachzulesen im Dossier Schiffsmeldungen - freut sich der Meeresbiologe über diese hoch dotierte Förderung für SpitzenforscherInnen. Damit geht bereits der siebte "ERC Advanced Grant" seit 2007 an die Universität Wien.

Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. Dafür wurde der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaffen. Gefördert werden Forschungsprojekte mit hohem Potenzial für Innovationen; ein internationales Gutachtergremium mit renommierten ExpertInnen entscheidet über die Förderungswürdigkeit der Anträge. Den ausgewählten ForscherInnen wird entsprechender Freiraum zur Verwirklichung ihrer Visionen zugestanden.

Mikroorganismen der Tiefsee und ihre Rolle im Kohlenstoffkreislauf

Gerhard J. Herndl untersucht in dem mit 2,5 Mio. Euro dotierten ERC-Projekt "Mikrobielle Ökologie der Tiefsee" in den kommenden fünf Jahren die Zusammensetzung und die Aktivität der mikrobiellen Gemeinschaft in der Tiefsee des Atlantiks. Diese birgt - im Gegensatz zu mikrobiellen Gemeinschaften der Oberflächenwassermassen - noch viele Rätsel: "Die Tiefsee macht etwa drei Viertel des Gesamtvolumens des Ozeans aus; deren Mikroorganismen stellen einen unbekannten, aber wichtigen Anteil an den Stoffumsatzraten des Meeres", erklärt Herndl. Er misst die Aktivitäten der Tiefseemikroben unter natürlichen Druckbedingungen in den Tiefen des Atlantiks und quantifiziert damit deren Rolle in den biogeochemischen Kreisläufen des Meeres.

Über Gerhard J. Herndl

Gerhard J. Herndl ist seit 2008 Professor für Meeresbiologie an der Fakultät für Lebenswissenschaften. Er studierte Zoologie und Botanik an der Universität Wien und arbeitete an der Scripps Institution of Oceanography der University of California, San Diego. Danach lehrte und forschte er in den Niederlanden als Professor für Biologische Ozeanographie an der Universität Groningen und war Abteilungsleiter am Royal Netherlands Institute for Sea Research in Texel. 2006 erhielt Herndl den Roland Wollast EurOceans Award for Excellence in Ocean Research. Ein "Tagebuch" seiner jüngsten Forschungsreise im Atlantik im Oktober/November 2010 finden Sie in unserem Dossier Schiffsmeldungen. 

Bereits 13 "ERC Grants"


Gerhard J. Herndl ist bereits der siebte Forscher der Universität Wien, der einen "ERC Advanced Grant" erhält. Dieser seit 2007 vergebene Forschungspreis ging ebenso an Herlinde Pauer-Studer (Philosophie), Anton Zeilinger (Physik), Tecumseh Fitch (Kognitionsbiologie) sowie Ludmil Katzarkov, Walter Schachermayer und Adrian Constantin (Mathematik). Dank sechs weiterer "ERC Starting Grants" für NachwuchswissenschafterInnen überzeugt die Universität derzeit mit 13 "ERC Grants". (red)

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