Herlinde Pauer-Studer ist die erste Wissenschafterin der Universität Wien, die sich über einen ERC Advanced Grant in Geisteswissenschaften freuen kann. 2008 erhielt der Mathematiker Ludmil Katzarkov diesen Preis, gemeinsam mit dem Experimentalphysiker Anton Zeilinger. Im selben Jahr freute sich William Tecumseh Sherman Fitch über den ERC Advanced Grant. 2009 bekam der Mathematiker Walter Schachermayer diese Auszeichnung. Darüber hinaus gingen bereits drei ERC Starting Grants an die Universität Wien: Die Historikerin Sigrid Wadauer sowie die Physiker Markus Aspelmeyer und Frank Verstraete wurden mit diesem Preis ausgezeichnet.
ERC Advanced Grants
Herlinde Pauer-Studer (2009)
Herlinde Pauer-Studer, geboren 1953 in Bludenz, Vorarlberg, ist seit 1997 Außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Philosophie der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien. Stationen ihrer wissenschaftlichen Karriere waren u. a. die Universität Graz, die University of California, die Harvard University und die New York University. 1993 erhielt Herlinde Pauer-Studer das Charlotte-Bühler-Stipendium des FWF, daran anschließend 1995 ein APART-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Herlinde Pauer-Studer beschäftigt sich vorwiegend mit analytischer Philosophie sowie Ethikfragen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf Sozialphilosophie und Politischer Philosophie.
Walter Schachermayer (2009)
Walter Schachermayer, geboren 1950 in Linz, hält seit Oktober 2008 die Professur für Finanzmathematik an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien. Er studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und promovierte 1976 in Mathematik an der Universität Wien. Zu seinen Stationen zählen u. a. die Université Blaise Pascal, Clermont-Ferrand, Frankreich, das Instituto de Investigacion y de Estudios Avanzados del Politecnico Nacional, Mexico-City, die Universität Linz und die Technischen Universität (TU) Wien.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Finanzmathematik, Stochastische Analysis, Funktionalanalysis und Wahrscheinlichkeitstheorie.
William Tecumseh Sherman Fitch (2008)
William Tecumseh Sherman Fitch, geboren 1963 in Boston (USA), hat seit Juni 2009 eine Vertragsprofessur für Kognitionsbiologie an der Fakultät für Lebenswissenschaften inne. Zu seinen wissenschaftlichen Stationen zählen u. a. die Brown University (USA), die University of Puerto Rico, die Harvard University, MIT, die Universität Leipzig sowie die University of St. Andrews.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören "The evolution and neural basis of cognition and communication", "Biolinguistics", "Bioacoustics: physiology and perception of vertebrate vocalization (including human speech)", "The evolution of animal communication systems, including speech, language and music", "Theoretical biology", "Auditory display of data" and "Aesthetics".
Ludmil Katzarkov (2008)
Ludmil Katzarkov wurde im April 2007 an die Universität Wien berufen. Zuvor war er von 1995 bis 2004 Professor für Mathematik an der University of California, Irvine, USA und danach an der University of Miami.
Das Projekt von Ludmil Katzarkov beschäftigt sich mit auf den ersten Blick sehr abstrakten Themen der Mathematik, die allerdings ganz konkrete Anwendungen in der Physik haben. Es geht um die Analyse von Symmetrien und darauf aufbauende enge Zusammenhänge zwischen (abstrakter) Geometrie und mathematischer Physik.
Anton Zeilinger (2008)
Anton Zeilinger, 1945 in Ried im Innkreis (OÖ) geboren, studierte in Wien Physik. Er hatte Professuren am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an der Universität München, der Technischen Universität Wien, der Universität Innsbruck, der Universität Melbourne und am College de France inne. Seit 1999 ist er Professor für Experimentalphysik der Universität Wien und leitet das Institut für Quantenoptik, Quantennanophysik und Quanteninformation ebendort.
Das Forschungsprojekt "Photonic Quantum Information Technology and the Foundations of Quantum Physics in Higher Dimensions" hat grundlegende Fragen der Quantenphysik zum Thema. Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben kombiniert wichtige wissenschaftliche Herausforderungen mit innovativen Konzepten, die weit über den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik hinausgehen.
ERC Starting Grants
Frank Verstraete (2009)
Frank Verstraete, geboren 1972 in Izegem (Belgien), studierte in Gent und Löwen und ist nach Forschungsaufenthalten am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und dem California Institute of Technology seit Oktober 2006 Professor für Theorie der Quantenoptik und Quanteninformation an der Universität Wien.
Das Projekt von Frank Verstraete beschäftigt sich im weitesten Sinn mit Quantenverschränkung ("Quantum Entanglement"), jener Erscheinung, dass verknüpfte Teilchen wie mit einem unsichtbaren Faden verbunden bleiben: Was dem einen Teilchen passiert, wirkt sich unabhängig von der Distanz sofort auf das andere aus.
Markus Aspelmeyer (2009)
Markus Aspelmeyer, 1974 geboren in Schongau, Deutschland, hat seit August 2009 die Professur für Quantum Information on the Nanoscale an der Universität Wien inne. Sein Doktorat absolvierte er 2002 an der LMU München. Zu seinen wissenschaftlichen Stationen zählen seit dem u. a. die University of Houston, USA, das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics and the Harvard Physics Department, USA, die University of Illinois, USA und die Österreichische Akademie der Wissenschaften.
Zu den Forschungsschwerpunkten von Markus Aspelmeyer zählen die Grundlagen der Quantenphysik, Quanteneffekte in nano- und mikromechanischen Systemen (Quanten-Opto-Mechanik) sowie Quantenoptik und Quanteninformation.
Sigrid Wadauer (2007)
Sigrid Wadauer, geboren 1968 in Linz, studierte Geschichte an der Universität Wien und schloss ihre Dissertation 2001 ab. 2002 erhielt sie den Michael-Mitterauer-Preis für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte; 2004 erhielt sie ein Hertha-Firnberg-Stipendium und 2007 den Elise-Richter-Preis des FWF.
In ihrem Forschungsprojekt beschäftigen sich Sigrid Wadauer und ihr Team mit der Geschichte von Arbeit im Zeitraum von ca. 1880-1938: Moderne staatliche Sozial- und Arbeitsmarktpolitik etablierte neue Vorstellungen von Berufsarbeit, neue Rechte und Sicherheiten, aber auch neue Verpflichtungen und Ausschlüsse. |