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Mai 1965: Anlässlich der Überreichung der Ehren- senatorwürde der Universität Wien war J. William Fulbright (links, im Bild mit Finanzminister Wolfgang Schmitz) zu Besuch in Wien. Foto: Fulbright Commission


Fulbright ? Austrian-American Educational Commission
Lehrveranstaltungen von Prof. Willem DeVries
Festakt zum 100. Geburtstag von J. W. Fulbright
Jubiläen
Michaela Hafner (Redaktion) am  8. April 2005

Am 9. April wäre der ehemalige US-Senator J. William Fulbright, Namensgeber des bekannten österreichisch-US-amerikanischen Austauschprogramms, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet die Fulbright Kommission gemeinsam mit dem Verein der österreichischen Fulbright-Stipendiaten, dem Bildungsministerium und der US-Botschaft heute einen Festakt in der Diplomatischen Akademie in Wien. Fulbright wurde 1965 mit dem Titel "Ehrensenator an der Universität Wien" ausgezeichnet.

Während das Vorbild aller akademischen Austauschprogramme erst nächstes Jahr einen runden Geburtstag feiert, wird bereits heuer des Wirkens des US-Senators Fulbright gedacht, der 1946 das nach ihm benannte Austauschprogramm initiierte. Rund 300 Gäste, vor allem frühere StipendiatInnen, werden sich heute ab 18 Uhr in der Diplomatischen Akademie in Wien versammeln, um in Beisein von US-Botschafter W. L. Lyons Brown der Festrede von Gerald Stourzh, emeritierter Universitätsprofessor am Institut für Geschichte der Universität Wien, zu lauschen. Stourzh wird auf die intellektuelle und politische Biographie Fulbrights eingehen, der 1965 die akademische Auszeichnung "Ehrensenator der Universität Wien" erhielt. Universität Wien: hin und retour Zielsetzung des Fulbright Programms ist es, Völkerverständigung durch akademischen Austausch zu fördern. Am Fulbright-Stipendienprogramm zum österreichisch-amerikanischen Studienaustausch besteht seit 1950, bisher haben insgesamt rund 3300 ÖsterreicherInnen und 2100 AmerikanerInnen teilgenommen. Das Gros davon waren Studenten, aber auch hunderte GastprofessorInnen und ForscherInnen. Von der Universität Wien waren in den letzten Monaten Univ.-Prof. Dr. Heinz Fassmann (September 2004 bis Jänner 2005, Louisiana State University) und Ass.-Prof. Mag. Dr. Walter Matznetter (September bis Dezember 2004, University of Minnesota), beide vom Institut für Geographie und Regionalforschung, in den USA. Derzeit sind zwei US-BürgerInnen mit einem Fulbright-Stipendium an der Universität Wien: Prof. Willem DeVries von der University of New Hampshire ist im Rahmen des "Fulbright-University of Vienna Distinguished Chair in the Humanities and Social Sciences" noch bis Ende Juni Gastprofessor am Institut für Philosophie. Cheryl Logan, Professorin für Psychologie und Biologie an der University of North Carolina-Greensboro, forscht am Institut für Geschichte zum Biologen und Sozialdemokraten Paul Kammerer und der Wohlfahrtspflege in der Zwischenkriegszeit ("'Productive' versus 'Selectionist' Eugenics: Paul Kammerer and Social Welfare Programs in Interwar Vienna"). Austauschprogramm Das Fulbright Programm gilt als Vorbild für viele andere akademische Austauschprogramme. Weltweit stellt die US-Regierung rund 125 Mio. Dollar jährlich dafür zur Verfügung, 40 Staaten tragen zur gemeinsamen Finanzierung bei. Insgesamt haben bisher 255.000 Studierende und ProfessorInnen aus 140 Ländern daran teilgenommen. Biographie J. William Fulbright J. William Fulbright wurde am 9. April 1905 in Sumner (US-Bundesstaat Missouri) geboren und wuchs in Fayetteville (Arkansas) auf. Er studierte Politikwissenschaften an der University of Arkansas und war 1925 bis 1928 als Stipendiat (Rhodes Scholar) an der University of Oxford, gefolgt von einem sechsmonatigen Aufenthalt in Wien. 1942 wurde Fulbright als Demokrat für Arkansas ins US-Repräsentantenhaus gewählt, 1944 in den Senat, wo er einer der ersten Befürworter der Vereinten Nationen war. Seine Erfahrungen als Student im Ausland und der Zweite Weltkrieg waren prägend für sein politisches Verständnis. 1946 konzipierte er ein Austauschprogramm, das am 1. August 1946 mit dem so genannten Fulbright Act Realität wurde. Fulbright war ein konsequenter Vertreter des Internationalismus in der US-Außenpolitik und Gegner des Isolationismus sowie der Machenschaften von Senator Joseph McCarthy und dem von ihm geführten Ausschuss für unamerikanische Umtriebe. Als Senator von Arkansas (1945–974) war Fulbright der längst dienende Vorsitzende des Foreign Relations Committee (1959–974) und zuerst Befürworter, dann entschiedener Gegner des Vietnamkriegs. Er starb am 9. Februar 1995 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Washington, D.C. (mh/APA) Festakt anlässlich des 100. Geburtstages von Willian Fulbright 8. April 2005, 18 Uhr Festsaal der Diplomatischen Akademie Wien 1040 Wien, Favoritenstraße 15a Einladung (pdf)  

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