Festsymposium: Die Fakultät für Physik feiert den 65. Geburtstag von Jürgen Hafner
Emeritierung & Pensionierung, Veranstaltungen
Markus Steiner (Redaktion)am23. September 2010
Die Fakultät für Physik nimmt Abschied von einem ihrer wichtigsten Köpfe: Jürgen Hafner, Sprecher der Gruppe Computational Materials Physics, tritt nach über zehn Jahren an der Universität Wien seinen Ruhestand an. Um den 65. Geburtstag des mehrfach ausgezeichneten Wissenschafters gebührend zu feiern, lädt die Fakultät von Montag, 27. September bis Mittwoch, 29. September 2010 zu einem Festsymposium, auf dem sowohl internationale Kollegen als auch frühere und aktuelle MitarbeiterInnen für ein interessantes Vortragsprogramm sorgen.
Jürgen Hafner wurde am 24. Juli 1945 in Lunz am See in Niederösterreich geboren. Er studierte Physik an der Technischen Universität Wien, wo er 1973 zum Doktor der technischen Wissenschaften ernannt wurde. Seine weiteren akademischen Stationen führten ihn an das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart sowie die Universitäten in Cambridge, Grenoble, Karlsruhe, Göttingen, Paris und Japan. Seit 1999 ist Hafner ordentlicher Professor an der Fakultät für Physik.
Herausragende wissenschaftliche Qualität
"Jürgen Hafners Forschungsarbeiten zeichnen sich seit Beginn seiner Tätigkeit durch absolute wissenschaftliche Integrität und herausragende Qualität aus", fasst Fakultätskollege Georg Kresse, langjähriger Wegbegleiter Hafners in der Forschungsgruppe Computergestützte Materialphysik, dessen besondere Leistungen zusammen. Hafner hat im Laufe seiner Karriere etwa 600 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, zahlreiche internationale Konferenzen organisiert und eigenständige Konferenzreihen ins Leben gerufen.
Das Renommee des zu verabschiedenden Wissenschafters bezeugt u.a. auch dessen h-Index, der international zur Bewertung wissenschaftlicher Leistungen herangezogen wird: Mit einem Wert von 61 ist Hafner der meistzitierte Physiker der Universität Wien - rund 2.000 mal pro Jahr wird im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten auf seine Publikationen verwiesen. An der Forschungsspitze
Eine weitere wesentliche Leistung, die Jürgen Hafner zuzuschreiben ist, ist die Entwicklung und Verbreitung des Vienna Ab-Initio Simulation Package (VASP). "Dieses Programmpaket wird heute an allen internationalen Spitzenforschungsinstituten (MIT, Berkeley, Oxford) und in der Industrie (IBM, Intel, Toyota) zur Erforschung der Eigenschaften von Materialen auf atomarem Niveau - also Atom für Atom - verwendet", betont Kresse.
Hafner war es immer ein besonderes Anliegen, die im Rahmen seiner Tätigkeit entwickelten Methoden im industriellen Bereich zu etablieren und gleichzeitig Wien - vor allem die Universität Wien - als ein führendes Zentrum für die Erforschung von Materialien mit atomistischen Simulationsmethoden zu etablieren. Dies ist ihm, Kresse zufolge, zweifelsohne gelungen: "Heute gibt es mehr als zehn Arbeitsgruppen, die sich bemühen, den Ruf Wiens und Österreichs in diesem wichtigen, zukunftsorientieren Forschungsgebiet weiter auszubauen. Auch wenn er nun mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand tritt, so wird er die Universität Wien und die Wiener Arbeitsgruppe weiter in diesem Bemühen aktiv unterstützen."
Internationale Vortragende beim Festsymposium
Der hohe internationale Stellenwert Hafners, der mit einer Reihe von Auszeichnungen wie dem Ludwig-Boltzmann-Preis der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (1979) oder dem Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1995) gewürdigt worden ist, zeigt sich nicht zuletzt auch in der hochkarätigen Liste der Vortragenden anlässlich des Festsymposiums von Montag, 27. bis Mittwoch, 29. September 2010. Mit vielen der teilnehmenden Forscherkollegen verbindet Hafner mittlerweile nicht nur eine akademische, sondern auch eine persönliche Freundschaft. Mit dabei sind unter anderem Volker Heine vom Cavendish-Laboratorium der University of Cambridge, Mathias Scheffler vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, Jens Nørskov vom Center for Atomic-scale Materials Design (CAMD) der Technical University of Denmark oder Michele Parrinello von der Fakultät für Chemie und Angewandte Biowissenschaften an der ETH Zürich. (ms)
Festsymposium anlässlich des 65. Geburtstags von Jürgen Hafner Montag, 27. bis Mittwoch, 29. September 2010 Fakultät für Physik, Christian-Doppler-Hörsaal Strudlhofgasse 4, 3. Stock, 1090 Wien Weitere Informationen Programm (PDF)