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Nachruf auf Alexander Tollmann der Österreichischen Geologischen Gesellschaft  
Geologe Alexander Tollmann (1928-2007) verstorben
Nachrufe
Redaktion am  3. September 2007

Der Geologe und frühere Grünaktivist Emer. Univ.-Prof. Dr. Alexander Tollmann ist bereits Anfang August im Alter von 79 Jahren verstorben. Tollmann war von 1969 bis 1996 Professor an der Universität Wien und jahrelang Vorstand des Instituts für Geologie.

Der Geologe Alexander Tollmann verstarb am 8. August 2007 im Alter von 79 Jahren in seinem Wohnsitz in Niederösterreich; sein Begräbnis fand am 24. August 2007 auf dem Gersthofer Friedhof in Wien statt.

Alexander Tollmann, 1928 in Wien geboren, war ab 1969 Universitätsprofessor an der Universität Wien und von 1972 bis 1984 Vorstand des (damaligen) Instituts für Geologie. Er beschäftigte sich vor allem mit der Geologie der Ostalpen.
Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 verfasste er über 200 Fachartikel und mehrere Büchern, darunter "Ostalpensynthese" (1963), "Alpine Deckentektonik" (1973) oder "Bau der Nördlichen Kalkalpen" (1976) aus. Sein dreibändiges Standardwerk "Die Geologie Österreichs" erschien zwischen 1977 und 1986.

Früher Grünaktivist

Mit Umweltfragen hat sich der Wissenschafter bereits zu Zeiten beschäftigte, als rauchende Schlote noch als willkommenes Zeichen des Fortschritts galten. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er mit der Anti-Zwentendorf-Bewegung bekannt. Der negative Ausgang der Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks im Jahr 1978 wird nicht zuletzt auf ein geologisches Gutachten Tollmanns zurückgeführt.

Beflügelt vom Erfolg der Zwentendorf-Bewegung gründete Tollmann die Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ). Tollmann zog sich nach dem enttäuschenden Ergebnis bei den Nationalratswahlen 1983 (1,93 Prozent der Stimmen) aus der Parteipolitik zurück.
In den 90er Jahren engagierte sich Tollmann im Rahmen der "ARGE Nein zur Atomenergie - Ja zur Umwelt" gegen den österreichischen Beitritt zur EU und für die Beibehaltung der Neutralität.

Untergang von Atlantis

In späteren Jahren wandte er sich immer mehr esoterischen Themen zu, weshalb er in wissenschaftlichen Kreisen scharf kritisiert wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Edith brachte er 1993 das 560 Seiten starke Buch "Und die Sintflut gab es doch" heraus. Ursache für die von Tollmann auf 7553 vor Christus datierte Flutkatastrophe, welche unter anderem das legendäre Atlantis ausgelöscht haben soll, war nach Ansicht des Geologen der Aufschlag eines gewaltigen Kometen auf der Erde. (APA/red)

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