Von 1990 bis 1998 stand er als Rektor an der Spitze der Universität Wien, am Institut für Germanistik lehrt und forscht er seit Jahrzehnten im Bereich "Ältere deutsche Sprache und Literatur": Am 13. Oktober 2005 feiert Alfred Ebenbauer seinen 60. Geburtstag. Die Universität Wien lädt um 16 Uhr zu einer Feier im Großen Festsaal, davor findet ab 10 Uhr ein Mediävistik-Kolloquium statt. |
Als Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz gestaltete der Altgermanist Univ.-Prof. Dr.Dr.hc. Alfred die Universitätsreform (UOG 1993) mit und knüpfte internationale Beziehungen.
Germanistikprofessor, Dekan, Rektor
Alfred Ebenbauer wurde am 13. Oktober 1945 in St. Michael in der Obersteiermark geboren. Nach Matura mit Auszeichnung schloss er sein Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien 1970 mit einer Promotion sub auspiciis Praesidentis ab. Im selben Jahr wurde er Assistent am Institut für Germanistik in Wien. Nach Lehraufträgen in Innsbruck und Heidelberg berief man ihn 1981 zum ordentlichen Professor an die Universität Wien. Von 1987 bis 1990 fungierte Prof. Ebenbauer als Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und anschließend als Rektor der Universität Wien (1990-1998). Von 1991 bis 1993 war er Präsident der Österreichischen Rektorenkonferenz. Seine Vorliebe für universitäre Traditionen bewies er gleich mit seiner ersten Amtshandlung, der Wiedereinführung der Inauguration, die nach den Studentenprotesten im Jahr 1968 an der Uni Wien abgeschafft worden war.
Internationale Kooperationen und Universitätsreform
Als Rektor forcierte Alfred Ebenbauer die internationalen Partnerschaften der Universität Wien. In die Zeit seines Rektorats fällt die Beteiligung der Universität Wien am ERASMUS-Programm ab 1992/93. Ab 1996/97 gab es den Institutionellen Vertrag unter SOKRATES, der auch die ERASMUS-Aktivitäten umfasste. Im Jahr 2000 wurde er zum Präsident des Österreichischen Austauschdienstes (ÖAD) bestellt und 2003 auf drei Jahre wiedergewählt. Prof. Ebenbauer galt auch als Wegbereiter der Universitätsreform, der wesentlich den Übergang zum UOG 1993 mitgestaltete. Für seine Verdienste um das österreichische Bildungs- und Universitätssystem wurde er am 11. April dieses Jahres mit dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich gewürdigt.
Aufarbeitung der Pernkopf-Biographie
Während seiner Amtszeit sorgte Prof. Ebenbauer für Aufsehen, als er eine Untersuchung über den anatomischen Atlas des 1955 verstorbenen österreichischen Mediziners Eduard Pernkopf in Auftrag gab. Pernkopf war 1938 bis 1943 Dekan und anschließend bis 1945 Rektor der Universität Wien. Im Zuge der Recherchen stellte sich heraus, dass während des Zweiten Weltkriegs an der Anatomie der Universität Wien mit Leichen von Hingerichteten gearbeitet wurde, darunter Widerstandskämpfer und Juden. Auch in den Sammlungen fanden sich Präparate zweifelhafter Herkunft. Prof. Ebenbauer entschuldigte sich als Rektor stellvertretend für die Universität bei den Opfern.
Feier zum Geburtstag
Zu seinem 60. Geburtstag lädt die Universität Wien heute, 13. Oktober 2005, um 16 Uhr zu einem Festakt im Großen Festsaal: Dr. Erhard Busek, ehemaliger Wissenschaftsminister und Vizekanzler der Republik Österreich, hält die Laudatio. Prof. Johann W. Gerlach, ehemaliger Präsident der FU Berlin und Vorstand der DAAD, spricht in seiner Festrede über die internationalen Aktivitäten von Prof. Ebenbauer, der als Präsident des Österreichischen Akademischen Austauschdienstes (ÖAD) nach wie vor im internationalen Bereich aktiv ist.
Kolloquium zur Mediävistik
Davor findet ab 10 Uhr ein Kolloquium zum Thema "Mediävistik im Kontext" statt, in dem das wissenschaftliche Fachgebiet von Prof. Ebenbauer ? Sprache, Literatur und Kultur des Mittelalters ? beleuchtet wird. (sk) |