Germanist Werner Welzig wurde 70 |
| Jubiläen |
| Redaktion am 16. August 2005 |
Seit 1968 ist Werner Welzig Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte am Institut für Germanistik der Universität Wien, von 1991 bis 2003 leitete er die Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Landes. Am Samstag, 13. August 2005, feierte der Literaturwissenschafter seinen 70. Geburtstag. |
Wernzer Welzig wurde am 13. August 1935 in Wien geboren und wuchs in Bad Aussee und Gmunden auf. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Wien und Paris und einer Gastprofessur an der University of Southern California wurde er 1968 zum ordentlichen Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte an die Universität Wien berufen. 1973/74 war der Germanist Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Wien. 2003 emeritierte Welzig, der nach wie vor Lehrveranstaltungen abhält. Als Hochschullehrer hat Welzig Generationen von GermanistInnen ausgebildet und geprägt. So hat er in seinen Lehrveranstaltungen schon in den 1960er Jahren erstmals Werke von Thomas Bernhard und Peter Handke analysiert. Sein Einsatz für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gipfelte in der Initiierung und Realisierung von Habilitations- und Dissertationsstipendien. Akademie der Wissenschaften Von der Akademie der Wissenschaften wurde er 1971 zum korrespondierenden und zwei Jahre später zum wirklichen Mitglied gewählt. Während seiner achtjährigen Tätigkeit als Generalsekretär der Akademie (1983 bis 1991) und später als ÖAW-Präsident hat er die traditionsreiche Gelehrtengesellschaft entscheidend erneuert: So wurde die Zahl der Kommissionen verringert, deren Arbeit gestrafft und besser koordiniert, alle Institute evaluiert, als Ergebnis dieser Überprüfung auch einige geschlossen und ein mittelfristiges ÖAW-Forschungsprogramm ausgearbeitet. Zudem hat er mit der "Galerie der Forschung", die im kommenden Jahr ihren Betrieb aufnehmen soll, den Grundstein für einen Ort der Begegnung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit gelegt. Durch seine programmatischen Auseinandersetzung mit der Forschungs- und Gesellschaftspolitik Österreichs bei der jährlichen feierlichen Sitzung der ÖAW ist es Welzig gelungen, diese Veranstaltung zu einem auch von den Medien viel beachteten Ereignis zu machen. Nach vier Amtsperioden kandidierte Welzig 2003 nicht mehr für den ÖAW-Präsidenten. Sein Nachfolger wurde der Techniker Herbert Mang (63). Werner Welzig ist weiters korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz sowie der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Veröffentlichungen In der Forschung hat sich Welzig durch die Herausgabe einer zweisprachigen Ausgabe "Ausgewählte Schriften" des Erasmus von Rotterdam, einer Briefauswahl Adalbert Stifters sowie durch die Erstveröffentlichung von Arthur Schnitzlers Tagebuch internationale Anerkennung erworben. Seine Forschungen über Predigten, eine seiner Meinung nach völlig zu Unrecht vernachlässigte Textsorte, haben nicht nur Abraham a Santa Clara unserer Zeit erschlossen, sondern als "Jahrhundertwerk zur deutschsprachigen Predigt der Neuzeit" auch internationale Beachtung hervorgerufen. Besondere Anerkennung erfuhr das 1999 erschienene "Wörterbuch der Redensarten" zu der von Karl Kraus 1899 bis 1936 herausgegebenen Zeitschrift "Die Fackel". Schon seit Jahren arbeitet er an einem großen Wörterbuch zur "Fackel" von Karl Kraus. Als einer seiner großen Wünsche gilt ein österreichisches Lexikon als Enzyklopädie des Landes. (APA/red) |

