Am Dienstag, 1. Juni 2010, erhielt die Bildungspsychologin Christiane Spiel das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Überreicht wurde ihr die Ehrung von Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl im Audienzsaal der Republik Österreich. Weitere hohe Auszeichnungen erhielten engagierte Persönlichkeiten aus Medizin, Wirtschaft, Technik, Recht, und Geschichte: Christian Joksch, Werner Koenne, Peter Rummel, Anna Lea Staudacher, Andreas Janousek und Mario Rehulka. |
Bei der Verleihung der hohen Auszeichnungen der Republik Österreich lobte Beatrix Karl "die Leidenschaft für das jeweilige Gebiet und in besonderer Weise auch die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Theorie und Praxis, die den ausgezeichneten Persönlichkeiten ganz besonders am Herzen liegt und die sie auch gerne weitervermitteln". Christiane Spiel vom Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation wurde mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet - besonders hervorgehoben wurden ihre Leistungen als Begründerin der wissenschaftlichen Disziplin Bildungspsychologie und als Pionierin im Bereich Translational Research.
"Diese Auszeichnung zeigt, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird, und das freut mich natürlich ganz besonders", so Spiel, die darin eine Bestätigung sieht, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben - auch wenn sie damit mitunter auch "angeeckt" sei: "Solche Ehrungen gehen ja zumeist an Menschen, die weit mehr Zeit und Energie in ihre Sache stecken, als ihre jeweiligen Widmungen oder Jobprofile vorschreiben. Es ist schön, wenn das auch wahrgenommen wird."
Christiane Spiel
Christiane Spiel begann ihre Karriere als Gymnasiallehrerin für die Fächer Mathematik und Geschichte. Weitere Stationen waren Universitätsassistentin am Institut für Psychologie an der Universität Wien, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, eine Gastprofessur am Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz und u.a. auch die Leitung der Abteilung für Angewandte Psychologie und Methodik am Institut für Psychologie ebendort; von 1998 bis 1999 war Spiel Kommissarische Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung und Frauenförderung an der Karl-Franzens-Universität Graz. Seit März 2000 leitet Christiane Spiel den neu eingerichteten Arbeitsbereich Bildungspsychologie und Evaluation an der Universität Wien. Von 2004 bis 2006 hat sie als Gründungsdekanin die Fakultät für Psychologie an der Universität Wien aufgebaut. Dem Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation an der Fakultät für Psychologie steht sie seit 2006 vor.
Christiane Spiel hat mit ihren MitarbeiterInnen die Bildungspsychologie als wissenschaftliche Disziplin begründet und ein entsprechendes Strukturmodell, das die Bildungskarriere und Lebenslanges Lernen ins Zentrum stellt, konzipiert. Die Forschungsschwerpunkte von Christiane Spiel und ihren MitarbeiterInnen liegen auf Bildungspsychologie und Evaluationsforschung. Im Rahmen ihrer Forschungen hat Christiane Spiel eine Vielzahl von Drittmittelprojekten, die von verschiedenen wissenschaftlichen Fonds finanziert wurden, geleitet. Die Forschungsergebnisse sind in über 200 deutsch- und englischsprachigen Zeitschriftenartikeln und Buchbeiträgen publiziert. Christiane Spiel ist Mitglied in mehreren internationalen Beiräten, Fellow der Association of Psychological Science (APS), stellvertretende Vorsitzende im Hochschulrat der Bergischen Universität Wuppertal sowie Herausgeberin mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. (red) |