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Hanna Mayer spricht in ihrer Antrittsvorlesung über die wissenschaftliche Disziplin der Pflege.


Institut für Pflegewissenschaftder Fakultät für Sozialwissenschaften Lebenslauf von Hanna Mayer

Einladung zur Antrittsvorlesung (PDF)
 
Hanna Mayer: "Mensch und Wissenschaft verbinden"
Forschungsprojekte, Porträts Neo-Professuren
Theresa Dirtl (Redaktion) am 22. November 2007

Hanna Mayer hat seit 1. Oktober 2007 die Professur für Pflegewissenschaft an der Universität Wien inne. Die größte Herausforderung für die Wissenschafterin, die auch gelernte Krankenpflegerin ist, besteht darin, gemeinsam mit anderen VertreterInnen der Universität ein Curriculum für das Masterstudium zu entwickeln. Am 28. November 2007 hält Hanna Mayer ihre Antrittsvorlesung.

V.-Prof. Mag. Dr. Hanna Mayer befindet sich in der äußerst spannenden Situation, als Nachfolgerin von Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Seidl die einzige Professorin des 2005 neu eingerichteten Instituts für Pflegewissenschaft zu sein. "Wir bauen hier ein reguläres Studium auf Masterniveau gänzlich neu auf. Vorraussetzung dafür ist, dass eine praxisnahe Bakkalaureatsmöglichkeit geschaffen wird", so Hanna Mayer: "Ich bin zuversichtlich, dass ein Bakkalaureatsstudiengang Pflege ab dem nächsten Wintersemester starten kann und wir an der Universität Wien dann mit einem Regelstudium Pflegewissenschaft auf Masterniveau anschließen können."

Individuelles Studium bis 2013


Derzeit studieren insgesamt rund 620 Studierenden Pflegewissenschaft als Individuelles Diplomstudium. Abgeschlossen werden kann diese bis  zum Jahr 2013, ab dann wird ausschließlich das Masterstudium Pflegewissenschaft angeboten, das derzeit ausgearbeitet wird. "Mir ist es wichtig, diesen Studierenden einen qualitätsvollen Abschluss zu ermöglichen", so die Institutsvorständin Mayer.

Frauen besitzen kein "Pflege-Gen"


Hanna Mayer selbst hat einen a-typischen Weg in die Wissenschaft genommen. Nach der Matura besuchte sie die allgemeine Krankenpflegeschule im Rudolfinerhaus (Wien), wo ihr bewusst wurde, "wie wichtig mir der Umgang mit Menschen ist und wie hochprofessionell Krankenpflege ist."
Bis heute muss sich der Pflegeberuf gegen die landläufige Meinung wehren, dass "pflegen" doch etwas Natürliches sei, besonders für Frauen. Für Hanna Mayer ist dieses Vorurteil ein rotes Tuch: "Pflegen kann nicht einfach jeder oder jede. Leider wird der Beruf oft in ein bestimmtes Eck gestellt und vor allem Frauen zugeschrieben. Doch so etwas wie ein 'Pflege-Gen', das Frauen besonders geeignet für diesen Beruf macht, gibt es nicht."

Der Weg in die Wissenschaft...


Neben der praktischen Arbeit mit Menschen war das Unterrichtsfach "Pflegeforschung" schon während ihrer Ausbildung zur Krankenpflegerin ein besonderes Steckenpferd von Mayer: "Dieses Fach unterrichtete meine Vorgängerin an der Universität Wien, Elisabeth Seidl. Sie hat mich dafür derart begeistert, dass ich mich 1985 entschloss, Pädagogik zu studieren. Pädagogik war sozusagen die nächstliegende Alternative zur Pflegewissenschaft, die damals an der Universität Wien noch nicht existierte."

...und zur Lehre


Nach Studienabschluss - Diplom 1995, Promotion 2001 - übernahm Mayer Lehraufträge an unterschiedlichen Institutionen, wie an der Krankenpflegeschule Rudolfinerhaus, im Weiterbildungszentrum für Gesundheitsberufe in Aarau (Schweiz) oder der Donau-Universität Krems. "Die Lehre macht mir bis heute besonderen Spaß. Es ist einfach sehr schön, aktuelles Wissen weiterzugeben und Studierende zu begeistern", so Mayer, die seit 1999 ebenso Lehrbeauftragte an der Universität Wien ist.

Entwicklung von Forschungsmethoden


Auch im Bereich Forschung ist Hanna Mayer sehr aktiv. Da es sich bei der Pflegeforschung um eine - zumindest in Österreich - noch relativ junge Wissenschaft handelt, gilt es zunächst, die Rahmenbedingungen zu schaffen. So hat sich Mayer in ihrer wissenschaftlichen Arbeit konkret auf Curriculumsentwicklung und Forschungsmethodologie spezialisiert und dazu zahlreiche Publikationen und Lehrbücher verfasst.

"Wir sind im Aufbau. Das heißt, wir müssen Grundlagenarbeit betreiben, die in den meisten anderen Studien schon vor Jahrzehnten passiert ist", so Mayer: "Ich bin vorerst auf zwei Jahre als Professorin berufen, so kann ich nur die Schienen für die Zukunft legen: das IDS qualitätsvoll auslaufen lassen, das Regelstudium etablieren und Forschungsschwerpunkte ausbauen."

Wissenschaft ohne Praxis ist leer


Die Praxisnähe ist der Pflegewissenschafterin ein ganz besonderes Anliegen - das soll auch Eingang ins Regelstudium finden: "Die Pflegewissenschaft ohne die Pflegepraxis ist leer. Diese Wissenschaft hat mit Menschen zu tun." Das Regelstudium Pflegewissenschaft soll daher nicht nur WissenschafterInnen ausbilden, sondern gleichzeitig eine Pflegepraxis beinhalten. "Wir wollen eine praxisnahe Bakkalaureatsmöglichkeit schaffen, die gleichzeitig eine Krankenhauspflegeausbildung ist. Zurzeit sind wir hier noch mit mehreren Institutionen am Verhandeln." (td)


Die Antrittsvorlesung von V.-Prof. Dr. Hanna Mayer mit dem Titel "Die wissenschaftliche Disziplin der Pflege. Forschungsmethodische und inhaltliche Ausrichtungen im Kontext bestehender Wissenschaften und dem Anspruch einer Praxisdisziplin" findet am Mittwoch, 28. November 2007 um 17 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt.

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