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Homepage von Helga Nowotny Scientific Advisory Board der Universität Wien  
Helga Nowotny feiert 70. Geburtstag
Jubiläen
Redaktion am  9. August 2007

Die international gefragte Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny feiert am 9. August ihren 70. Geburtstag. Von 1982 bis 1996 war sie Dozentin bzw. Außerordentliche Professorin an der Universität Wien, derzeit ist sie Vorsitzende des siebenköpfigen Wissenschaftlichen Beirats der Universität Wien.

Wissenschaftsforschung und -theorie betreibt Helga Nowotny, die am 8. August 1937 in Wien geboren wurde, aus dem Blickwinkel einer Soziologin. Dabei hatte sie sich ursprünglich den Rechtswissenschaften zugewandt, war nach dem Doktorat 1959 und nach dem Gerichtsjahr Assistentin am Institut für Kriminologie.

Soziologie-Studium in den USA

1965 ging Nowotny mit ihrer Familie nach New York und suchte eine neue berufliche Betätigung. Als sie den aus Österreich vertriebenen Soziologen Paul Lazarsfeld traf, der Professor an der Columbia University war, beschloss sie, bei ihm ein Ph.D.-Studium in Soziologie zu absolvieren, das sie 1969 abschloss.
Einer ihrer Lehrer an der Columbia University, Robert K. Merton, der die Wissenschaftssoziologie entscheidend mitprägte, brachte sie dazu, die Forschung zu ihrem Forschungsgegenstand zu machen - sie wandte sich den Bereichen Wissenschaftsforschung und -theorie zu. Diese boten schon in den 1960ern mit heißen Themen wie dem Vietnam-Krieg oder dem Sputnik-Schock ein brisantes Betätigungsfeld.

Jahre in Wien

1969 kehrte sie nach Wien zurück und arbeitete am Institut für Höhere Studien (IHS), wo sie von 1970 bis 1972 die Soziologie-Abteilung leitete. Nach einem Gastaufenthalt am King's College in Cambridge (Großbritannien) wurde die Wissenschafterin 1974 Gründungsdirektorin des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien, eine Funktion, die sie bis 1987 inne hatte.

Helga Nowotnys Weg zur Lehrbefugnis war ein mühsamer: Zuerst musste sie sich mangels Unterstützung in Österreich an der Universität Bielefeld habilitieren (1980). Doch dies wurde in Österreich nicht anerkannt und so musste sie sich in Wien 1982 ein zweites Mal habilitieren. In den folgenden Jahren war die Soziologin als Dozentin an der Universität Wien tätig; 1987 wurde sie Außerordentliche Professorin für Wissenschaftstheorie und -forschung und Vorständin des neu gegründeten gleichnamigen Instituts an der Universität Wien.

Erfolgreich im Ausland

1996 folgte der Ruf der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich, wo sie bis zu ihrer Emeritierung 2002 Professorin für Wissenschaftsphilosophie und -forschung war.

Nowotny hat zahlreiche Gastprofessuren und Fellowships erhalten, wurde im ersten Jahr des Wissenschaftskollegs zu Berlin als Fellow berufen und war als Permanent Fellow am Aufbau des Collegium Budapest beteiligt. Darüber hinaus hat sie in ihrer akademischen Karriere zahlreiche Funktionen bekleidet. So war sie u.a. sieben Jahre lang Vorsitzende des sozialwissenschaftlichen Komitees der European Science Foundation, war von 2001 bis 2005 Vorsitzende des European Research Advisory Board (EURAB), dem höchsten Beratungsgremium der EU-Kommission in Sachen Forschung, und ist seit Ende 2005 Vizepräsidentin des Europäischen Forschungsrats (European Research Council; ERC), mit dem die EU erstmals auch exzellente  Grundlagenforschung fördert.

Mitglied wissenschaftlicher Beiräte

Darüber hinaus ist sie auch in Österreich Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte, etwa des Scientific Advisory Board des Bruno-Kreisky-Forums und des Sir-Peter-Ustinovs-Instituts und seit 2005 auch Vorsitzende des Scientific Advisory Board der Universität Wien: Das siebenköpfige Gremium aus internationalen ExpertInnen berät die Universität Wien in ihrer zukünftigen strategischen Ausrichtung.

Wissenschaft und Öffentlichkeit

Ein zentrales Thema Nowotnys war immer das Verhältnis von Gesellschaft und Wissenschaft. Von der Zwentendorf-Diskussion an beobachtete und analysierte sie in zahlreichen Büchern und noch viel mehr Fachartikeln Konflikte, Fronten und Entwicklungen in diesem Bereich, untersuchte, wie Wissen an die Öffentlichkeit kommt, wie Politik und Geld das Wissenschaftssystem beeinflussen und sich neue Entwicklungen ihren Weg bahnen. Auf transdisziplinäre Arbeit legte sie dabei immer großen Wert und kooperierte eng mit Wissenschaftern der jeweiligen Fachgebiete - so auch in ihrem neuesten Buchprojekt über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Lebenswissenschaften, für das sie mit einem Molekularbiologen zusammenarbeitet. (APA/mh)

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