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Günter Virt vom Institut für Moraltheologie erhielt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse aus den Händen von Bundesministerin Beatrix Karl.


Sigrid Müller, die Vorständin des Instituts für Moraltheologie, gratulierte dem Gründer und langjährigen Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin zu der hohen Auszeichnung.


CV von Günter Virt Institut für Moraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät Institut für Ethik und Recht in der Medizin  
Hohe Auszeichnung der Republik für Günter Virt
Auszeichnungen
Redaktion am 13. August 2010

Dem Moraltheologen Günter Virt wurde das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. Virt hat als weit über den kirchlichen Raum hinaus anerkannter Ethiker jahrzehntelang in der Forschungs- und Politikberatung auf Österreich- und Europaebene gewirkt. Damit hat der Gründervater des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin die menschenrechtlichen Standards der österreichischen und europäischen Gesetzgebung entscheidend beeinflusst.

Günter Virt, geb. 1940 in Wien, wurde 1965 zum Priester geweiht und lehrte nach seiner Habilitation 1981 in Tübingen zunächst in Paderborn (1981-1983) und Salzburg (1983-1986). Seit 1968 ist er Professor für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Virt leistete als Vertreter der sogenannten "Autonomen Moral im christlichen Kontext" einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung theologischer Ethik nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. So markiert er mit seiner Tätigkeit, insbesondere der Gründung des "Instituts für Ethik und Recht in der Medizin" im Jahr 1993, den Beginn der systematischen Forschung im Bereich der Medizin- und Bioethik in Österreich.

Er wirkte in Ethikkommissionen auf nationaler Ebene und auf der Ebene der Europäischen Union und widmete sich der Aufgabe, den interdisziplinären Dialog der Wissenschaften über aktuelle Probleme der Medizin und der biologischen Forschung auszubauen und ethisch zu reflektieren.

Wissenschaft und Politik in ethischen Fragen beraten

Seine wissenschaftliche Kompetenz führte Günter Virt bald in die ethische Wissenschafts- und Politikberatung, wo er sowohl auf Österreichebene als auch auf Europaebene tätig war und ist. Der Aufbau der entsprechenden österreichischen Institutionen verdankt sich zum großen Teil seiner persönlichen Initiative.

Als Mitglied der "European Group on Ethics in Sciences and New Technologies" (EGE) hat Virt federführend an verschiedenen Dokumenten mitgearbeitet, u.a. über die Patentierung humaner Stammzellen, die ethischen Aspekte von Nabelschnurblutbanken, die Patentierung von (nichtmenschlichem) Leben, die Herausforderungen von kommunikationstechnischen Implantaten im menschlichen Körper und die medizinischen Problemfelder der Nanotechnologie.

Darüber hinaus trägt das 1999 vom Europarat erlassene Dokument "zum Schutz der Würde Sterbender und terminal Kranker" seine Handschrift. Damit hat Virt die menschenrechtlichen Standards der österreichischen und europäischen Gesetzgebung entscheidend mitgeprägt.

Ein Mann des Gesprächs und des wissenschaftlichen Diskurses

So ist Günter Virt stets offen für die übrigen Wissenschaften, das Gespräch und den wissenschaftlichen Diskurs und hat sich wesentlich für die unveräußerliche Würde und die unteilbare Rechte aller Menschen eingesetzt. Mit dem dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das dem Moraltheologen Ende Juni feierlich von Bundesministerin Beatrix Karl überreicht wurde, erhielt Virt eine der höchsten Auszeichnungen, die in Österreich für wissenschaftliche Leistungen verliehen werden. (red)

Emer. O. Univ.-Prof. Dr. Günter Virt ist emeritierter Professor am Institut für Moraltheologie.

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