| |
In Memoriam Wilhelm Weber (1916-2005) |
| Nachrufe |
| Michaela Hafner (Redaktion) am 20. April 2005 |
Am 5. April 2005 starb Wilhelm Weber, emeritierter Universitätsprofessor für Nationalökonomie und Finanz- wissenschaft und langjähriger Dekan der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, im Alter von 88 Jahren. Am Montag, 18. April 2005, nahmen Familie, Freunde und KollegInnen am Zentralfriedhof Abschied von dem Volkswirtschafter. |
Emer. Univ.-Prof. Drs. h.c. mult. Dr. Wilhelm Weber habe einen zweifachen Anteil am "großen Sprung vorwärts" der akademischen Forschung und Lehre in Österreich gehabt, betonte ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Weigel, der 1971 eine Assistentenstelle bei Prof. Weber annahm, in seiner Grabrede: Die richtungsweisenden Änderungen in der Ökonomie ab den 1950er Jahren wurden von Wilhelm Weber in Österreich publik gemacht und der praktischen Anwendung empfohlen. Denn von seinen Forschungsaufenthalten in den USA brachte er nicht nur den makroökonomischen Ansatz des Keynesianismus in der Interpretation eines Hicks und Hansen bzw. Samuelson nach Wien, sondern auch die Finanzwissenschaft entsprechend der analytischen und synoptischen Pionierarbeit von Richard Musgrave. Lebenslauf Wilhelm Weber, am 3. Juni 1916 in Wien geborgen, begann 1939 seine akademische Laufbahn an der Universität Wien als wissenschaftliche Hilfskraft, habilitierte sich 1950 für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft und wurde 1956 zunächst außerordentlicher und dann 1963 ordentlicher Universitätsprofessor; zugleich war er Vorstand des Instituts für Volkswirtschaftslehre. Weber war 1967/68 Dekan der damals noch mit den Wirtschaftswissenschaften vereinten Rechts- und Staats- wissenschaftlichen Fakultät, 1976/77 sowie 1979 bis 1983 Dekan der inzwischen durch die Firnberg?sche Universitätsreform verselbständigte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. 1972 wurde er wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften, im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere empfing er eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen sowie Ehrendoktorate von Pecs, Graz und Innsbruck. Wilhelm Weber emeritierte im Alter von 72 Jahren im Jahr 1988. "Sie haben in der akademischen Welt, in ihrem Fachbereich, der Volkswirtschaftslehre, und in den Menschen, die mit ihnen in Verbindung waren, nachhaltige Spuren hinterlassen", so Wolfgang Weigel. (mh) |
