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Gerald Kainz war von 1971 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1991 ordentlicher Universitätsprofessor für "Spezielle Analytische Chemie". Am 11. März 2007 verstarb er im 86. Lebensjahr.


Fakultät für Chemie
In Memoriam Gerald Kainz (1921-2007)
Nachrufe
Gastbeitrag der Fakultät für Chemie am 21. März 2007

Am 11. März 2007 verstarb Gerald Kainz, emeritierter Professor für Spezielle Analytische Chemie, im 86. Lebensjahr nach schwerer Krankheit. Mit Gerald Kainz ist ein hervorragender Wissenschafter und ein ausgezeichneter akademischer Lehrer von uns gegangen.

Emer. O. Univ.-Prof. Dr. Gerald Kainz wurde am 4. August 1921 in Waidhofen/Thaya geboren, besuchte dort die Volksschule und das Realgymnasium. Im März 1939 absolvierte er die Reifeprüfung als Jahrgangsbester mit Auszeichnung. Das Studium der Chemie konnte Kainz, nachdem er zum Arbeitsdienst eingezogen wurde, erst im Jänner 1940 beginnen. Im Juli 1941 legte er die erste Diplomchemiker-Vorprüfung ab, wurde dann abermals zur Wehrmacht einberufen und  konnte sein Studium erst nach Kriegsende fortsetzen und im November 1947 mit einer Dissertation abschließen.

Professor für "Spezielle Analytische Chemie"

Von 1946 bis 1950 war Gerald Kainz als wissenschaftliche Hilfskraft am II. Chemischen Institut der Universität Wien tätig. 1950 wurde er Universitätsassistent und habilitierte sich 1957 in Analytischer Chemie mit besonderer Betonung der organischen Analyse. 1966 wurde ihm der Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors verliehen, 1970 wurde er primo loco für die neu geschaffene Lehrkanzel "Spezielle Analytische Chemie" vorgeschlagen. 1971 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Universitätsprofessor, eine Funktion, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1991 mit vorbildlichem Einsatz ausfüllte.

Das umfangreiche wissenschaftliche Werk von Gerald Kainz zeigt seine Vielseitigkeit. War es am Beginn seines wissenschaftlichen Wirkens die Synthese organischer Verbindungen, die ihn besonders interessierte, so wendete er sich dann der Mikroanalyse organischer Verbindungen zu und trug wesentlich zu deren Entwicklung bei. In dieser Phase seiner wissenschaftlichen Tätigkeit erkannte Kainz die Wichtigkeit der instrumentellen Analytik und legte den Schwerpunkt seiner Forschung auf instrumentelle Methoden, wie  Massenspektrometrie, optische Spektroskopie, Voltammetrie, Gaschromatographie und Hochleistungsflüssigchromatographie.

Mitgestaltung des Studienplans Lebensmittelchemie

Hervorzuheben ist auch seine jahrelange Tätigkeit in der Studienkommission für Chemie, deren Vorsitzender er in den Jahren 1975/76 war. Dabei trug er unter anderem  wesentlich zur Gestaltung des Studienplanes Lebensmittelchemie bei. 1978 wurde G. Kainz zum Präses der Diplomprüfungskommission bestellt und übte diese Funktion bis 1989 aus. Wegen seiner Korrektheit, Integrität und seinem Verständnis für Probleme anderer wurde er von Prüfern und StudentInnen gleichermaßen geschätzt.

Von StudentInnen geschätzt

Besonders am Herzen lag Gerald Kainz auch eine gute Ausbildung der Studierenden in instrumenteller Analytik, die er als wesentliche Voraussetzung  für ihre spätere berufliche Tätigkeit ansah. Das vielfältige Angebot an Vorlesungen über Theoretische Grundlagen der analytischen Chemie, Spektrochemie, Massenspektrometrie, Elektrochemie, Umwelt-und Lebensmittelanalytik sowie Automation in der Chemie, die er immer auf den letzten Stand der Wissenschaft hielt, fand unter den Studierenden reges Interesse.

Als verständnisvoller Lehrer und Doktorvater hat er seinen SchülerInnen jenen Spielraum gelassen, den sie zur eigenen Entfaltung brauchten. Übertragen hat er auf sie auch jene notwendige Kritik an der eigenen Arbeit, die für ein erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten erforderlich ist. Seine wissenschaftliche Saat ist aufgegangen, denn seiner Schule entstammen mehr als 35 DiplomandInnen und DissertantInnen, die in verantwortungsvollen Positionen im In- und Ausland tätig sind und waren. Vorbildhaft für alle, die mit ihm im Laufe der Zeit zusammenarbeiteten, war seine Verlässlichkeit in Wort und Tat und seine väterliche Fürsorge.

Wir denken an Gerald Kainz mit großer Hochachtung.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Im Namen der Fakultät für Chemie


Die Beisetzung von Prof. Gerald Kainz findet am Freitag, dem 23. März 2007, um 12 Uhr am Friedhof Neustift am Walde statt. Die Heilige Messe wird in der Pfarrkirche zum Heiligen Leopold in Gersthof am Samstag, dem 24. März 2007, um 8 Uhr gelesen.

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