Ao. Univ.-Prof. Dr. Otmar Hofer wurde am 8. Oktober 1942 in Mattersburg geboren. Im Wintersemester 1960 begann er an der Universität Wien mit dem Chemiestudium, welches er 1969 nach Durchführung seiner Dissertation bei Prof. Dr. Karl Schlögl mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss. Nach einem zweijährigen postdoktoralen Studium bei Prof. Dr. Ernest Eliel an der University of Notre Dame, Indiana, USA, kehrte er 1972 an das Institut für Organische Chemie der Universität Wien zurück, dem er bis zu seiner Pensionierung im September 2008 zuerst als Assistent, nach seiner Habilitation für das Fach Organische Chemie (1979) als Dozent und ab 1986 als Außerordentlicher Universitätsprofessor angehörte.
Seine wissenschaftlichen Interessen waren vielfältig und sind in mehr als 130 Publikationen und Buchbeiträgen dokumentiert. Am Beginn standen Arbeiten zur Stereochemie von Metallocenen, insbesonders zur Stereochemie von Ferrocenen und Ruthenocenen. In weiterer Folge befasste sich Otmar Hofer intensiv mit der Entwicklung und Anwendung von Methoden zur Struktur- und Konformationsanalyse, wobei seine Beiträge zur Entwicklung der Methode der Lanthaniden-induzierten Verschiebungen, einer speziellen Kernresonanzmethode, ganz besonders hervorzuheben sind.
Die enorme fachliche Kompetenz von Otmar Hofer in Verbindung mit seinem ruhigen und ausgleichenden Wesen schufen zweifellos auch die Grundlage für viele sehr erfolgreiche Kooperationen, die vor allem stereochemische Fragestellungen, wie etwa die räumliche Struktur von Pyrrolpigmenten oder von Vitamin-D Derivaten, zum Inhalt hatten.
Ab 1980 begann sich Otmar Hofer für die Strukturaufklärung von Pflanzeninhaltsstoffen zu interessieren. Damit nahm eine fast 30 Jahre andauernde, intensive Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Harald Greger und MitarbeiterInnen vom Institut für Botanik der Universität Wien ihren Anfang. Thema dieser Kooperation war es, Naturstoffe aus tropischen Pflanzen (z.B. Rutaceen, Aglaia, Zingiberazeen) zu isolieren und spektroskopisch zu charakterisieren, ihre Struktur aufzuklären und ihre Bioaktivität zu untersuchen. Diese intensive Zusammenarbeit führte zu einer Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten, wobei alleine die Strukturaufklärung der etwa 200 neuen Naturstoffe in zehn Dissertationen und Diplomarbeiten beschrieben wird.
Otmar Hofer war auch ein sehr engagierter und vor allem ein sehr beliebter Lehrender, der, beginnend mit Vorlesungen für Erstsemestrige bis zu Lehrveranstaltungen für DiplomandInnen und DissertantInnen, das gesamte Spektrum universitärer Lehrtätigkeit in kompetenter Weise abgedeckt hat.
Mit Otmar Hofer verlieren wir nicht nur einen geschätzten Kollegen und anerkannten Forscher, sondern auch einen hochintegren und sozialen Menschen, mit dem es immer eine große Freude war, nicht nur über Chemie, sondern auch über viele andere Themengebiete zu diskutieren.
Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie, vor allem seiner Frau Gertrud, seiner Tochter Rosmarie und seinem Schwiegersohn, sowie seinen beiden Enkelkindern. Wir wünschen Ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Dr. Walter Weissensteiner, Dr. Michael Widhalm, im Namen der Fakultät für Chemie.
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