Das Zentrum für Molekulare Biologie, Max F. Perutz Laboratories, trauert um Rudolf Schweyen, der unerwartet und viel zu früh nach kurzer, schwerer Krankheit am 15. Februar 2009 verstorben ist. |
O. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schweyen wurde am 8. Mai 1941 in Prüm, Deutschland geboren und studierte an den Universitäten von Mainz und München Biologie. Nach seinem Diplomabschluss 1968 und seiner Promotion 1971 habilitierte er sich 1976, ebenfalls an der Universität München. Nach Assistenz- und Oberassistenzpositionen an der Universität München (1971-1979) und einem Forschungsaufenthalt am "CNRS Gif-sur-Yvette", Frankreich (1974/75) bekleidete er von 1980 bis 1985 die Professur für Genetik an der Universität München.
1985 folgte er dem Ruf als ordentlicher Professor für Genetik an die Universität Wien und war seit diesem Zeitpunkt neben Forschung und Lehre auch in den Aufbau mehrerer Institute involviert, wie z.B. dem Institut für Genetik und Mikrobiologie und den Max F. Perutz Laboratories - Institute, die er auch zwischenzeitlich als Vorstand leitete. Bis zuletzt war er Institutsvorstand des Departments für Genetik der Universität Wien. Als Mitglied des Universitätssenats war er bei der Umsetzung des UOG 1993 und der folgenden Reformierung der Universität Wien aktiv.
In seiner Forschungsarbeit beschäftigte er sich zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere mit der Organisation der mitochondrialen Gene, anschließend mit der RNA Katalyse (Group I und II Introns). Bis zuletzt forschte er auf dem Gebiet des Metallionentransports in Hefe und menschlichen Zellen, ebenso wie über den Einfluss von Zellkern-Produkten auf die mitochondriale Biogenese. Er war korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO) und weiteren internationalen und nationalen Gesellschaften für Genetik und Biochemie.
Neben seiner eigenen Forschungsarbeit war Rudolf Schweyen maßgeblich beteiligt, eine moderne molekulare Genetik in Wien zu etablieren und stand Veränderungen immer offen gegenüber. Er sah das Vienna Biocenter und die Max F. Perutz Laboratories als Ort der wissenschaftlichen Diskussion und der Begegnung von jungen WissenschafterInnen aus der ganzen Welt durch seine Visionen und seinen Einsatz Realität werden. Trotz all seiner zeitraubenden Verpflichtungen war er immer für ein Gespräch bereit und nahm sich der Anliegen der Menschen in seiner Umgebung stets bemüht an. Er konnte alle mit seinem Enthusiasmus und seinem Humor mitreißen.
Seine Begeisterung für die Wissenschaft gab er nicht nur an seine DoktoratsstudentInnen und Mitglieder seiner Forschungsgruppe weiter, sondern auch in einer Vielzahl an Vorlesungen den Studierenden des Grundstudiums Biologie mit den Fachrichtungen Genetik, Mikrobiologie und Molekularbiologie. Er erzählte stets mit Begeisterung davon, ein Schüler von Prof. Fritz Kaudewitz in München gewesen zu sein – eine Begeisterung, die seine Studierenden später für ihn selbst empfanden.
Die Max F. Perutz Laboratories und die Universität Wien verlieren einen brillanten Wissenschafter und inspirierenden Lehrer, aber noch viel schmerzlicher, einen außergewöhnlichen Menschen, Kollegen und Freund. Er bleibt unvergesslich.
Unser Beileid gilt seiner Frau Birgitta Warenberg, seiner Familie und seinen Freunden.
Graham Warren Leiter des Zentrums für Molekulare Biologie Scientific Director der Max F. Perutz Laboratories
Es besteht die Möglichkeit Beileidsbekundungen in einem elektronischen Kondolenzbuch auf der Webseite der Max F. Perutz Laboratories auszudrücken.
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