Urs Peter Fringeli wurde am 26. November 1939 in Basel (Schweiz) geboren. 1959 begann er sein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, das er 1963 mit einer Diplomarbeit in Physikalischer Chemie abschloss. Von 1964 bis 1969 war Prof. Fringeli Mitarbeiter bei Prof. Hs. H. Günthard in der Physikalischen Chemie der ETH-Zürich, an der er 1969 mit der Arbeit "Construction of an Infrared-Modulation-Spectrometer for the Measurement of Absorbance and Life-Time of Photochemically Excited States" promovierte.
Nach zweijährigen Postdoc-Aufenthalten am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen (Prof. M. Eigen) und am Battelle Institute in Genf (Prof. W. Leuzinger) kehrte er 1972 als Projektleiter in die Arbeitsgruppe von Prof. Günthard an das Institut für Physikalische Chemie der ETH Zürich zurück. 1977 wurde er Privatdozent und 1979 erhielt er den Ru?ička-Preis der ETH-Zürich. Im April 1984 folgte Fringeli dem Ruf als ordentlicher Universitätsprofessor für Angewandte Physikalische und Biophysikalische Chemie an die Universität Wien, erhielt jedoch seine Forschungstätigkeit als akademischer Gast und Lektor an der ETH-Zürich aufrecht. Von 2005 bis zu seiner Emeritierung im September 2007 war Prof. Fringeli Vorstand des Instituts für Biophysikalische Chemie.
Forschung zu Biomembranen
Wissenschaftlich befasste sich Prof. Fringeli mit der molekularen Struktur von Biomembranen und deren Wechselwirkungen. Er verbesserte und entwickelte bereits seit seiner Doktorarbeit Messmethoden, um neue Bereiche der Infrarotspektroskopie zu erschließen, die sich mit den gängigen Methoden der Untersuchung entzogen. Auf der einen Seite war dies die Weiterentwicklung von Techniken, die mit modulierter Anregung und phasenempfindlicher Detektion kleinste Änderungen von Messgrößen messbar machen, auf der anderen Seite die Weiterentwicklung der ATR-Technik (Attenuated Total Reflection), die es erlaubt, Eigenschaften von dünnen Schichten und Grenzflächen (z.B. Biomembranen) und deren Wechselwirkungen mit verschiedensten Substanzen auch in wässriger Umgebung mit Hilfe der Infrarotspektroskopie zu quantifizieren. Hervorzuheben ist hier sicher die von ihm entwickelte SBSR (Single Beam Sample Reference)-ATR-Einheit, die auch in Firmenkreisen als "Mercedes" der ATR-Einheiten bekannt ist.
In Fachkreisen galt Prof. Fringeli aber auch als Pionier und Weiterentwickler der quantitativen Auswertung von ATR-Spektren und wurde bis zuletzt gerne zu Vorträgen und zum Verfassen von Übersichtsartikeln auf diesem Gebiet eingeladen.
Obwohl sich Prof. Fringeli seine letzten Jahre mit seiner schweren Krankheit auseinander setzen musste, war er für seine Mitarbeiter und Forschungspartner auch über seine Emeritierung am 30. September 2007 hinaus immer ein Ansprechpartner und wissenschaftlicher Ratgeber. Seine Begeisterung, Dingen unablässig bis ins kleinste Detail nachzugehen, in der Betrachtung von Forschungsergebnissen immer ehrlich zu bleiben, Fehler einzugestehen und sich auch über die Erfolge der anderen zu freuen, wird allen, die ihn näher kannten, immer in guter Erinnerung bleiben.
Prof. Fringeli verstarb am 6.10.2008 nach langer und tapfer ertragener Krankheit.
Dieter Baurecht, im Namen der Fakultät für Chemie |